Bush besucht Ostdeutschland

In Hannover war George W. Bush nie. Jetzt Angela Merkel ihn nach Stralsund eingeladen, und Bush kommt. Er will Menschen “wie sie sehen”. Die ausgesprochene Freundlichkeit hat für den US-Präsidenten zugleich strategische Vorteile. US-Präsident George W. Bush ist überzeugt: Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine “faszinierende Persönlichkeit”, wiederholte er bei ihrem

Bush und Merkel in WashingtonIn Hannover war George W. Bush nie. Jetzt Angela Merkel ihn nach Stralsund eingeladen, und Bush kommt. Er will Menschen “wie sie sehen”. Die ausgesprochene Freundlichkeit hat für den US-Präsidenten zugleich strategische Vorteile.

US-Präsident George W. Bush ist überzeugt: Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine “faszinierende Persönlichkeit”, wiederholte er bei ihrem Besuch in Washington schon zum wiederholten Mal. “Smart” und “überaus intelligent” findet er sie.

Das Gespräch im Weißen Haus am gestrigen Mittwoch dauerte sodenn auch wesentlich länger als die geplante Stunde. Bush schätzt an Merkel angeblich, dass sie weniger konfrontativ als Gerhard Schröder auftritt, zugleich aber nicht um strittige Themen herumredet.

Die Zuneigung des Präsidenten geht nun so weit, dass er die Kanzlerin sogar in ihrem Wahlkreis besuchen will. Bei seinem Deutschlandbesuch Mitte Juli macht er einen Abstecher nach Stralsund um ein wenig von Ostdeutschland zu sehen. Die dortige Altstadt ist ja auch durchaus sehenswert.

Der Kontakt dürfte jedoch auch durchaus strategische Gründe haben. Deutschland ist inzwischen ein wichtiger Vermittler im Atomstreit mit Iran. Auch innerhalb der EU gilt Merkel in Washington inzwischen als wichtig: Weil sowohl Tony Blair als auch Jacques Chirac als innenpolitisch “angeschlagen” gelten.

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  1. Wenn Frau Merkel nur die derzeitige antiamerikanische Grundstimmung in Deutschland, die ihre Quelle im eigenmächtigen Gehabe amerikanischer Politiker hat, eindämmt, ist
    das gut. Wir müssen versuchen, auf freundliche Weise die U.S.A. davon abzuhalten,
    weiter die völkerrechtliche Grundnorm der Nichteinmischung in die inneren Angelegen- heiten anderer Staaten zu brechen. Dazu brauchen wir ein gutes Gesprächsklima.

    Aber die Kanzlerin weckt Begehrlichkeiten zur Komplizenschaft mit den U.S.A. in deren
    ganzen Nahost-Aktivitäten von Palästina/Israel, Saudi-Arabien, Afghanistan und Irak
    bis zum voraussichtlichen Überfall auf den Iran. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan.