Auf dem Spielfeld stehen zwar jeweils nur 22 Personen, aber Differenzen zwischen einzelnen Nationen werden über Bande auf das Spielfeld getragen. Einige Konflikte werden unter den Teppich gekehrt werden, andere den Berichterstattern Futter für die Anmoderation des Spiels liefern. Klar ist: Nationale Befindlichkeiten, politische Differenzen und historische Erfahrungen sind der jeweils 12. unsichtbare Spieler auf dem Feld.
Dabei sind die Konfliktlinien nur selten so deutlich wie bei dem Aufeinandertreffen der Mannschaften aus Deutschland und Polen (Gruppe A) oder aus Iran und dem EU-Mitglied Portugal (Gruppe D). Wer erinnert sich etwa an die durch die Kolonialgeschickte verknüpften Schicksale von Togo oder Frankreich (Gruppe G) oder an den Walfang-Streit zwischen Australien und Japan (Gruppe F)? Wussten Sie, dass in den Niederlanden vor kurzem die Integrationsministerin die Einbürgerung eines von der Elfenbeinküste stammenden Spielers gestoppt hat (Gruppe G)?
Eine Zusammenstellung der Konflikte gibt es unter www.fussball-konflikte.de.
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.