Wundersame Piraterie-Statistik

Jahr für Jahr publiziert die Business Software Alliance (BSA) ihre Zahlen über die Verluste, die den Softwarekonzernen durch Raubkopien entstehen und manche Zeitungen drucken die Pressemitteilung ohne Nachfrage ab. Dabei geben die Zahlen zu manchen Fragen Anlass, denn nur schon die Berechnungsart des Schadens ist äußerst vage. Die mit der

Vernichtung von RaubkopienJahr für Jahr publiziert die Business Software Alliance (BSA) ihre Zahlen über die Verluste, die den Softwarekonzernen durch Raubkopien entstehen und manche Zeitungen drucken die Pressemitteilung ohne Nachfrage ab. Dabei geben die Zahlen zu manchen Fragen Anlass, denn nur schon die Berechnungsart des Schadens ist äußerst vage.

Die mit der Studie beauftragte IDC zählt dazu die Anzahl verkaufter PCs sowie die mit den PCs verkaufte Software. Für die IDC ergibt das den Wert der legal verkauften Software. Danach wird eine Hochrechnung erstellt, wieviel Software auf einem durchschnittlichen Computer installiert ist. Die Differenz aus den beiden Zahlen ergibt die Anzahl unerlaubt kopierter Software. Eine äußerst gewagte Rechnung, welche dann auch noch auf 65 Länder hochgerechnet wird.
Am Beispiel Schweiz lässt sich dann auch aufzeigen, dass die Behauptungen über die Auswirkungen von unerlaubt kopierter Software auf die Arbeitsplätze nicht so arg sind, wie von der BSA dargestellt. Die Piraterie-Rate ist in der Schweiz im Jahr 2004 gemäß der Studie von 31% auf 28% gefallen. 3% weniger Raubkopien müssten laut BSA aber zu 2100 neuen Arbeitsplätzen in der Schweizer Informatikbranche führen. Tatsächlich aber sind laut Bundesamt für Statistik lediglich 300 neue Arbeitsplätze entstanden. Selbst die BSA musste damals auf meine Anfrage hin zugeben, dass die überall veröffentlichten Zahlen nicht ganz den Gegebenheiten entsprechen.

Das könnte noch in weiteren Ländern der Fall sein. Aus dem Beispiel lässt sich aber auch schließen, dass die Mehreinnahmen aus weniger illegaler Software nicht zwingend zu mehr Arbeitsplätzen führen, sondern eher der Gewinnmaximierung dienen.

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  1. Die Wunder der Milchmädchenrechnungen, ein beliebtes Argument die Statistik lässt sich nunmal schon immer so drehen und wenden wie man sie gerade braucht.

    Ein beliebtes Mittel die den Focus vom Problem oder der wirklichen Absicht abzulenken soll. Und wie die Zahlen zu stande kommen interessiert in wirklichkeit doch keinen.