Im Zuge der Aufklärungsarbeit um die US-amerikanischen Übergriffe auf Zivilisten im Irak zeigen die berichtenden Medien sich ihrerseits nicht von der Schokoladenseite. Die New York Times musste heute eingestehen, dass bei der Übersetzung von Ausführungen des irakischen Regierungschefs Nuri al Maliki nicht gewissenhaft genug gearbeitet wurde.
Maliki hatte die Vorgehensweise der Amerikaner im Irak kritisiert, durch die falsche Übersetzung wurde jedoch seine Kritik unnötig zugespitzt.
Statt von Gewalt gegenüber Zivilisten zu schreiben, hatte die Redaktion Maliki das Wort in den Mund gelegt. Er wurde mit den Worten zitiert, die Gewalt im Irak sei zu einem “täglichen Phänomen” geworden sei. In Wirklichkeit habe er aber gesagt, dass Gewalt “regelmäßig geschieht”, stellte die Zeitung nun richtig.
Zunächst offenbarte die amerikanische Regierung unter George W. Bush relativ zu Beginn ihrer Irak-Offensive Planlosigkeit, dubiose Indizienquellen und Phantasie beim Auslegen von Wahrheiten.Dann machte das amerikanische Militär durch Misshandlungen irakischer Gefangener im Gefängnis von Abu Ghraib von sich reden. Ist jetzt der Punkt erreicht, an dem die Fackel an die Journalisten übergeben wird? Auf jeden Fall scheint mehr Fingerspitzengefühl angebracht.
Wer hat denn den Artikel ediert? Da sind jetzt Satz(bau)fehler drin und Überschriften fehlen, zudem sind Dinge hinzugefügt worden. Auf diese Weise ist das keine “Reader’s” Edition. Anmerkungen könnte jemand machen, und der Autor könnte den Artikel dann verbessern, oder er wird eben abgelehnt, aber ich lass mir bestimmt nicht von irgendwem den Artikel verhunzen. Meiner war fehlerfrei, rein orthographisch und grammatisch, das ist er jetzt nicht mehr. So was heißt dann Moderation?!