Im rumänischen Kreis Bacau, im östlichen Teil Rumäniens, am Rande der Karpaten, aber außerhalb des als Grenze des Abendlandes bezeichneten Karpatenbogens, befinden sich Dörfer, wo man glauben könnte, dass das Mittelalter noch nicht zu Ende ist.
Wenn man die Hauptstraße – eine rumänische Art von Autobahn – verlässt, passiert etwas Merkwürdiges: ein Sprung 500 Jahre zurück in die Geschichte. Plötzlich verschwindet alles, was man Wege und zivilisierte Fahrbedingungen nennen könnte, die Landschaft ist geprägt von Lehmhütten und staubigen, holprigen Rinderwegen, die eine Art mittelalterliche Autobahn bilden, auf denen die Höchstgeschwindigkeit auf einen Kilometer pro Stunde begrenzt ist.
Ekelhaft, würde man sagen beim Anblick solcher schäbiger Lehmhäuser, die als Toilette ein Loch im Boden und als Dusche Brunnenwasser haben, das man mit einem rostigen Eimer aus dem Brunnen schöpft. Schrecklich, wenn man daran denkt, dass es abends keine Beleuchtung auf den schmalen Wegen des Dorfes gibt und den einzigen Lichtpunkt die dortige Schankstube darstellt.
Trotzdem gibt es in dieser Gegend Leben, auch wenn viele junge Leute ausgezogen sind. Nicht wenige sind ins Ausland gegangen, andere in die benachbarten Städte. Obwohl das Leben dort nicht viel zivilisierter als in den Dörfern scheint, gibt es dort wenigstens Leitungswasser und elektrischen Strom – zumindest im Zentrum. Aber Kinder gibt es hier noch eine Menge. Auf den Feldern sieht man alte und junge Leute, die sich von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang für das tägliche Brot zu Tode arbeiten. Und, merkwürdigerweise, sehr wenige Romas, jenes Volk, das Rumänien so berüchtigt in den westlichen Augen gemacht hat.
Viele der Dörfer sind mehrheitlich ist römisch-katholisch, obwohl Moldau, die Region, in der sich der Kreis Bacau befindet, eine hundertprozentig orthodoxe Welt ist. Hier leben die sogenannten Csangos, eine Minderheit, deren Abstammung sehr umstritten ist und die ein Spielball der Geschichte waren.
Sehr viel, von Glauben und Mundart an, deutet auf eine ungarische Abstammung, aber dazu gibt es viele Theorien, die die katholischen Csangos als eine Art verlorenen Stamm der Rumänen betrachten. Zerrissen zwischen diesen zwei Richtungen und von extremer Armut gequält, stehen die Leute fast gleichgültig den Fragen nach der Abstammung gegenüber. Wenn man sie fragt, welcher Abstammung sie sind, geben viele Menschen hier eine einzige Antwort: “Ich bin katholisch.”
Tatsächlich ist hier die katholische Kirche eine Art Herrscherin innerhalb der geschlossenen Csangodörfer der Region, was sich auch in der Art und Weise, wie die Leute denken und arbeiten, niedergeschlagen hat. Diebstahl und Betrug sind selten und die Gastfreundschaft trotz extremer Armut sehr groß. Die Kirche ist zudem der einzige Halt der Leute. Isoliert wegen ihres Glaubens und ihrer Abstammung betrachten die Leute die Kirche als die einzige Institution, die ihnen aus der Armut hilft – was auch durch sehr viele Spendenaktionen geschieht. Wenn man die riesigen “Dorfkathedralen” modernen Stils berücksichtigt, fühlt man, welche Macht die Kirche hier noch besitzt.
Wenn man von den kargen Lebensbedingungen absieht, kann die Gegend selbst sehr interessant sein. Inmitten einer bergigen Landschaft bieten diese verlassen aussehenden Dörfer eine ausgezeichnete Gelegenheit, dem Lärm der Welt zu fliehen.
Vor “befinden sich” gehört ein Komma. Sonst lässt sich der Satz nämlich nicht aufschlüsseln. Im rumänischen Kreis Bacau, …. (,) befinden sich Dörfer…
Dazu ist es dann ne sehr große Satzklammer, die es schwer macht, den Inhalt nachzuvollziehen (des ersten Absatzes wohlgemerkt, der allerdings ja nur “1″ Satz ist).