Biodiesel sorgt für nachhaltigen Antrieb bei Smudo

Wenn Smudo Mitte Juni mit seinem Ford Mustang beim Internationalen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring antreten wird, dürfte das bei den über 200.000 Zuschauern für Erstaunen sorgen. Nicht, weil er als bekannter Musiker Autorennen fährt. Das ist den Fans schon lange bekannt. Vielmehr ist es sein völlig neuartiger Rennwagen, ein Ford

Smudo vor dem Biodiesel-RennwagenWenn Smudo Mitte Juni mit seinem Ford Mustang beim Internationalen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring antreten wird, dürfte das bei den über 200.000 Zuschauern für Erstaunen sorgen. Nicht, weil er als bekannter Musiker Autorennen fährt. Das ist den Fans schon lange bekannt. Vielmehr ist es sein völlig neuartiger Rennwagen, ein Ford Mustang GT RTD, der als erster “BioConcept”-Rennwagen für Gesprächsstoff sorgen wird.

Anders als das Original ist dieser Mustang weder ein schwerer “Ami-Schlitten” mit Stahlkarosserie, noch hämmert unter der Haube ein trinkfreudiger 8-Zylindermotor. Stattdessen ist die Karosserie aus Bio-Verbundwerkstoffen gefertigt und seinen Antrieb übernimmt ein 260 PS starke 2-Liter-Dieselmotor. Dieser Motor wird, wie schon seit drei Jahren bei den Renneinsätzen des Sängers der Fantastischen Vier, mit nachhaltiger Pflanzenpower angetrieben: mit Biodiesel.

Initiator des Biodieseleinsatzes ist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), die gemeinsam mit Smudo und dessen Team bereits seit 2003 die Verwendung von Biodiesel auf Basis von Rapsöl im Rennsport realisiert. Neben den unbestrittenen Imagevorteilen, die solch eine Kooperation bietet, sind es insbesondere auch technische Aspekte, die das Engagement der UFOP begründen.

Dr. Klaus Kliem, der Vorsitzende der UFOP, wies im Rahmen der Fahrzeugvorstellung im Vorfeld des 24h-Rennens darauf hin, dass der Renneinsatz bereits in der vergangenen Saison wertvolle Informationen hinsichtlich des Einsatzes von Biodiesel in Kombination mit Rußpartikelfiltern geliefert habe. Zugleich forderte er die Politik dazu auf, bei der aktuellen Diskussion über die zukünftige Besteuerung von Biokraftstoffen maßvoll und mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. „Biodiesel und die übrigen Biokraftstoffe können nur dann durchstarten, wenn niemand auf der Bremse steht!“, so Kliem.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat die Entwicklung des Bio-Verbundwerkstoffes maßgeblich finanziell unterstützt. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Paziorek erklärte anlässlich der Vorstellungsrunde: „Hiermit gehen Nachwachsende Rohstoffe erstmals auch in Extrembereichen ins Rennen.“

Paziorek betonte, der technische Clou seien die naturfaserverstärkten Kunststoffe aus Flachs und Leinöl-Acrylat, die der Außenhülle des Wagens die erforderliche Stabilität geben. Wissenschaftler der INVENT-GmbH haben sie extra für diesen Zweck entwickelt. Die Karosserie ist durch den Bioverbundstoff aber nicht nur besonders stabil, sondern auch leichter als herkömmliche Faserverbunde.

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  1. Ein (halbwegs) “ökologischer” Rennsport ist dennoch in weiter Ferne. Der Sattelschlepper, der den Rennwagen angeliefert hat fuhr bestimmt nicht mit Biodiesel. Hochprofessioneller Rennsport ist keine ökologische Sauerei, weil die Rennwagen soviel Abgase ausstoßen, sondern weil ein ganzer Tross von Fahrern, Mechanikern, Reportern, Funktionären und ihrer Arbeitsgeräte um die halbe Welt transportiert werden müssen.