Eine Region im Norden der Republik rüstet sich – für den Ansturm der Oldtimer-Fans aus ganz Europa: Am kommenden Wochenende, 10. und 11. Juni 2006, steht die Friesische Wehde Kopf – denn dann ist die Zeit für den traditionellen Bockhorner Oldtimermarkt gekommen. In diesem Jahr feiert der „Markt im Norden” obendrein Jubiläum – es ist der 25. seiner Art.
Der Oldtimermarkt in Bockhorn, unweit der niedersächsischen Nordseeküste, zählt längst zu den „Top-fünf-Veranstaltungen” in der Szene, und auch der Zeitpunkt im Frühsommer ist perfekt gewählt.
Wenn im Juni die Sonne im Jahreszenit steht und die Temperaturen wohlige Größenordnungen erreichen, ist sie endgültig gekommen – die Freiluft-Saison für Oldtimer-Enthusiasten.
Einmalige „Schätzchen-Schau”
Endlich dürfen sie raus ans Tageslicht, die alten Schätze, die kostbaren Limousinen, die offenen Zweisitzer und schnittigen Coupés. Endlich ist sie vorbei, die kalte Jahreszeit und damit die Zeit des einsamen Vegetierens in Scheunen und Garagen. Vorbei die Herrschaft von Eis, Schnee, Hagel und Streusalz.
Die stolzen Besitzer betagter Karossen, Motorräder und Nutzfahrzeuge kennen seit nunmehr 25 Jahren Mitte Juni nur ein Ziel: Den Bockhorner Oldtimermarkt, der nicht nur für Oldiefans und Szenekenner ein Begriff, sogar eine Institution geworden ist.
Einmal im Jahr avanciert das ansonsten so beschauliche und eher verträumte Dorf Bockhorn in der Friesischen Wehde zur ersten Adresse der Republik – zumindest für eine ganz bestimmte Spezies von Menschen. Menschen nämlich, deren Herz für knatternde Motoren, rostiges Blech oder auf Hochglanz poliertes Chrom schlägt.
Über 20.000 Besucher aus dem In- & Ausland
Egal ob Cabrio-Liebhaber, Freunde historischer Nobelkarossen, alter Traktoren oder begeisterte Motorrad-Sammler – wenn der „Markt im Norden” ruft, dann kommen sie alle, und sie kommen von überall her, selbst aus dem Ausland.
Über 20.000 Besucher wurden zuletzt an den zwei Markttagen gezählt, Ausnahmezustand im südlichen Friesland. Die Anreise fällt auch Ortsunkundigen nicht schwer, man braucht nur den vielen historischen Fahrzeugen folgen, die aus allen Himmelsrichtungen in Richtung Bockhorn unterwegs sind.
Und schon bei der Anreise spürt man: Hier findet etwas Besonderes statt. Spätestens bei der Ankunft auf dem rund 150.000 Quadratmeter großen parkähnlichen Ausstellungsgelände wird jedem Besucher klar, warum der Bockhorner Oldtimermarkt schon seit Jahren zu den „Top Drei” des Genres gehört.
Seit einem Vierteljahrhundert treffen sich hier Enthusiasten, um mit Gleichgesinnten Erfahrungen auszutauschen, dringend benötigte Ersatzteile aufzustöbern oder sich einfach nur an den vielen Klassikern zu erfreuen. Und wer selbst ganz neu in die „Faszination Oldtimer” einsteigen möchte: natürlich wechselt in Bockhorn auch immer eine ganze Reihe von Fahrzeugen, egal ob mit zwei, drei, vier oder sechs Rädern, den Besitzer.
Erinnerungen an längst vergangene Tage
„Dass es so etwas noch gibt!” Diesen Satz hört man gerade bei älteren Besuchern immer wieder, wenn man aufmerksam über das Gelände bummelt – womit man übrigens durchaus einige Stunden verbringen kann. Was vor über 20 Jahren als kleiner Treff einiger eingefleischter Oldie-Fans begann, ist heute zu einem Besuchermagneten für die ganze Familie geworden.
Hier finden restaurierende Fans das lang gesuchte Teil, hier werden Informationen und Tipps ausgetauscht und häufig beginnt in Bockhorn ein ganz neues Projekt, an dessen Anfang oft nur ein „Stück Schrott” steht, woraus am Ende aber ein liebevoll hergerichteter Klassiker werden kann.
Auf dem Weg dorthin, der manchmal mehrere Jahre dauern kann, hat der Wagen oder was davon übrig war, seinem Restaurateur die Geschichte seines Lebens erzählt. Jede Beule in der Karosserie, jedes abgenutzte Bauteil, verschlissene Polster, das abgegriffene Lenkrad oder ein unbeachteter Zettel in der hintersten Ecke des Kofferraumes erzählt von Menschen, die einmal mit diesem Fahrzeug Kontakt hatten.
Treff für Insider und Schaulustige
In Bockhorn haben die Liebhaber alter Fahrzeuge und historischer Technik einen einzigartigen Treffpunkt gefunden, der in der norddeutschen Region seinesgleichen sucht. Die Mischung aus Teilemarkt, Fahrzeugausstellung und der Friesland-Rallye am Sonntag sorgt für ein ganz besonderes Flair. Auch wenn von einem „Familientreffen” heute keine Rede mehr sein kann, verspüren viele Teilnehmer noch immer die gemütliche und freundliche Atmosphäre, die das Treffen schon vor über 20 Jahren auszeichnete und die Veranstalter Herbert Ahlers und sein Team bis heute zu bewahren versuchen.
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