Sachsen-Anhalt: Förderung statt Sitzenbleiben

Ein Sonderprogramm gegen das Sitzenbleiben startet nun das Land Sachsen-Anhalt. Laut Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) sollen ab dem kommenden Schuljahr 300 zusätzliche Lehrer an Sekundarschulen speziellen Förderunterricht anbieten. Die Schulen sollen künftig wählen können, ob schlechte Schüler eine Klasse wiederholen müssen oder in ihren schwachen Fächern mit dem Extra-Unterricht gefördert

SchülerEin Sonderprogramm gegen das Sitzenbleiben startet nun das Land Sachsen-Anhalt. Laut Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) sollen ab dem kommenden Schuljahr 300 zusätzliche Lehrer an Sekundarschulen speziellen Förderunterricht anbieten.

Die Schulen sollen künftig wählen können, ob schlechte Schüler eine Klasse wiederholen müssen oder in ihren schwachen Fächern mit dem Extra-Unterricht gefördert werden. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Die Lehrer werden durch Schulschließungen verfügbar.

Laut Kultusministerium gibt es in den Sekundarschulen des Landes besonders viele Schüler, die eine klasse nicht schafften. Im Schuljahr 2004/2005 waren es über 5000 (rund sechs Prozent). An den Gymnasien waren es nur 1700 Schüler (1,7 Prozent). Sachsen-Anhalt prescht mit dem Programm in der bundesweiten Debatte um das Sitzen bleiben vor.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave (SPD), hatte das Wiederholen einer Klasse als “Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste” kritisiert.

Kommentare

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  1. Schön, dass sich mein Lieblingskultusminister Jan-Hendrik Olbertz so um seine Sekundarschüler sorgt!
    Aber Moment mal, war da nicht etwas?
    Ach ja, war nicht derselbe Olbertz dafür verantwortlich, dass in Sachsen-Anhalt für einen Lehrereinstellungsstopp gesorgt ist? Und das trotz eines immensen (wenn auch vom Kultusministerium bestrittenem) Lehrermangels?
    Sollte man nicht eher den Ursachen dieser unangenehmen Quote entgegenwirken und mehr Lehrer einstellen, anstatt diesen doch hauptsächlich symbolischen Akt marktschreierisch anzupreisen? Denn machen wir uns nichts vor, 300 (in der olbertz´schen Kostenbilanz neutrale) Lehrer sind nicht mehr als ein Tropfen auf den glühenden Stein. Aber wie schon die durch gezielte Übung geschönten Pisaergebnisse zeigen, legt er ja sowieso mehr Wert auf den Anschein guter Bildung im Lande Anhalt, als auf eine tatsächliche Verbesserung der Bildungssituation…
    Aber wahrscheinlich bin ich ja auch nur altmodisch, wenn ich die Wirklichkeit dem Anschein vorziehe.