Er war das Aushängeschild von Microsoft in der Blogosphäre: Nun verlässt Robert Scoble (“Scobleizer”) den Softwareriesen und wechselt zum StartUp PodTech, das auf Podcast-Interviews mit Promis aus der IT-Szene spezialisiert ist. In seinem Weblog betont Scoble, dass die Trennung in bestem Einvernehmen stattfindet und Microsoft nach wie vor “the best big company in the world” ist.“Als A-Blogger mit einer großen Fangemeinde (schon bevor Microsoft ihn angeheuert hat) konnte sich der Microsoft-Chefblogger immer eine gewisse Unabhängigkeit von der offiziellen PR-Linie in Redmond erlauben”, schreibt das CIO-Weblog. Allerdings krachte es auch schon mal, wie im Falle der Zensur von chinesischen Bloggern auf MSN Spaces.
“It’s one thing to pull a list of words out of blogs using an algorithm. It’s another thing to become an agent of a government and censor an entire blogger’s work. Yes, I know the consequences. Yes, there are thousands of jobs at stake. Billions of dollars. But, the behavior of my company in this instance is not right“, schrieb Scoble Anfang des Jahres. Manch einer erwartete schon damals, dass er bald seinen Hut nehmen würde.
In seiner Verabschiedung betont Robert Scoble, dass er längst nicht mehr der einzige Microsoft-Blogger sei. Rund 3000 Mitarbeiter des größten Softwarekonzerns der Welt haben mittlerweile ein eigenes Corporate Weblog. “They changed the world. I just was the cheerleader“, gibt sich Scoble ungewöhnlich bescheiden.
Nur: Die anderen 2999 Microsoft-Blogger kennen meist nur Eingeweihte, alle Welt schaute bisher auf den “Vortänzer”. Aber vielleicht hat er ja recht und die Zeiten der A-Blogger gehen langsam zu Ende, weil Corporate Weblogs inzwischen (zumindest in den USA) eine Massenerscheinung sind. Wir werden sehen, wie Microsoft ohne seine Gallionsfigur in der Blogosphäre künftig wahrgenommen wird.
Guter und aktueller Artikel. Aber sich selbst zitieren und so tun als würde man jemand Dritten zitieren, geht gar nicht. Großer Minuspunkt!