Goleo kann ‘gefahrlos geknuddelt werden’

Nachdem in der vergangenen Ausgabe 6/2006 der Zeitschrift Öko-Test über gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe im offiziellen FIFA-WM-Maskottchen „Goleo VI“ berichtet wurde, erließ das Landgericht Coburg nun eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitschrift und gab somit dem Antrag des insolventen Plüschtierhersteller NICI statt, wonach ÖKO-Test „wörtliche oder sinngemäße Behauptungen, wie sie in

Goleobearb.jpgNachdem in der vergangenen Ausgabe 6/2006 der Zeitschrift Öko-Test über gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe im offiziellen FIFA-WM-Maskottchen „Goleo VI“ berichtet wurde, erließ das Landgericht Coburg nun eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitschrift und gab somit dem Antrag des insolventen Plüschtierhersteller NICI statt, wonach ÖKO-Test „wörtliche oder sinngemäße Behauptungen, wie sie in der Juni-Ausgabe des Magazins zu lesen waren, zu unterlassen habe“.

NICI ließ in einer Pressemeldung verkünden, dass so die „Behauptungen, wie sie ÖKO-Test im Juni-Heft erhebt, unzutreffend und vollkommen unangemessen“ sind. Landesgewerbeanstalt und Bundesinstitut für Risikobewertung sähen laut Nici keine Gesundheitsgefährdung. Die Produktqualität von NICI orientiere sich an strengsten Qualitätsmaßstäben.

Die Behauptungen von ÖKO-Test hätten nach eigenen Angeben nicht nur Kunden und Geschäftspartner verunsichert, sondern auch bereits „abschlussreife“ Neugeschäfte zum Scheitern gebracht, heißt es in der Mitteilung weiter.

Aus Sicht des Unternehmens hätte es keinen ungünstigeren Zeitpunkt geben können, einen solchen Test zu veröffentlichen. Nach dem Insolvenzantrag im Mai, bangen nun immer noch mehr als 500 Menschen um ihren Arbeitsplatz.

Nach dem aktuellen Gerichturteil stell sich nun die Frage, in welchem Maße eine Zeitschrift wie ÖKO-Test eine gemeinwirtschaftliche Verantwortung zu tragen hat und ob das Sensationsinteresse einer „nicht haltbaren Behauptung“ über dem Interesse von mehreren Hundert Arbeitsplätzen steht.

Es werde in jedem Falle geprüft, inwieweit Schadensansprüche bestehen, so der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé.

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