Bill Gates und Warren Buffett auf dem Weg zum Sozialen Unternehmertum

In der angelsächsischen Welt wurde der Begriff Social Entrepreneurship geprägt. Damit wird ein unternehmerisches Verhalten charakterisiert, das auf nachhaltige Lösungen eines gesellschaftlichen Problems mit innovativen und skalierbaren Mitteln abzielt – anstatt profitorientierte Ziele zu verfolgen. Der Wandel der zwei reichsten Menschen der Welt, Bill Gates und Warren Buffett, zu Social

Warren.jpgIn der angelsächsischen Welt wurde der Begriff Social Entrepreneurship geprägt. Damit wird ein unternehmerisches Verhalten charakterisiert, das auf nachhaltige Lösungen eines gesellschaftlichen Problems mit innovativen und skalierbaren Mitteln abzielt – anstatt profitorientierte Ziele zu verfolgen.

Der Wandel der zwei reichsten Menschen der Welt, Bill Gates und Warren Buffett, zu Social Entrepeneurs bzw. ihre Bereitschaft, einen großen Teil ihres Vermögens für diese Zwecke zu stiften, sollte die übrigen Reichen der Welt zum Nachdenken bringen. Die Milliarden, die beide als Unternehmer nach den Regeln des Kapitalismus verdient haben, spenden sie nun als Vermögen in eine Stiftung, die Social Entrepreneurship als Grundlage ihrer weltweiten Aktivitäten gewählt hat.

Dies deutet auf einen grundlegenden mentalen Wandel bei beiden hin. Der wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmer, für den beide exemplarisch stehen, soll sich aus ihrer Perspektive der sozialen Verantwortung der Weltgesellschaft verpflichtet fühlen. Gewinne, die ihnen aufgrund der privatwirtschaftlich verfassten Ordnung zufließen, werden sozialen Zwecken und Zielen auf altruistische Weise zurückgegeben. Man könnte sich fast an das Konzept der sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Ehrhard erinnern fühlen. Es ging ja auch hier um die Frage der sozialen Verantwortung derjenigen in einer Marktwirtschaft, die es zu Reichtum und Wohlstand gebracht haben.

Das Modell des Social Entrepreneurships ist durchaus ein komplementäres Modell zum Sozialstaat, der anstelle der Freiwilligkeit und Einsicht der Reichen und Wohlhabenden, Zwangsmittel einsetzt und auch wohl auch einsetzen muss, um diesen Transfer von Reich zu Arm zu bewerkstelligen. Der Sozialstaat als Umverteilungssystem ist daher eine second-best Lösung gegenüber derjenigen, bei der wirtschaftlich erfolgreiche Menschen aufgrund von Einsicht in ihre soziale Verantwortung ihre Vermögen nicht auf Dauer privat für sich und ihre Nachkommen zurückhalten.

Bedauerlich ist es allerdings, dass es in Deutschland offenbar keine der großen Vermögensbesitzer, z.B. wie die Gebrüder Aldi gibt, die ähnliche Neigungen verspüren. Der Versuch der Vorgängerregierung durch ein neues Stiftungsrecht hier eine vergleichbare Bereitschaft wie beispielsweise in den USA oder auch in den skandinavischen Ländern zu ermöglichen, war bisher von keinen großen Erfolgen gekrönt.

Kommentare

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  1. Bleibt zu hoffen, dass dieses der Anfang einer sozialen Neuausrichtung der “Wohltätigkeit” unter den Milliardären wird und sich dieser Trend auch unter den Millionären durchsetzt.
    Man muss aber auch fairerweise erwähnen, dass der kleine Mann – der sogenannte Steuerzahler – immer noch die Hauptlast der Steuern ins Staatssäckel einspeist. Denn, wie wir alle wissen, sind es ja die Wohlhabenden, die ihre Einkommen auf Sozialhilfeniveau durch – fingierte und legale – Steuerschlupflöcher, kleinrechnen können.