“Global denken – lokal handeln. Nachhaltigkeit ist überall möglich”, unter diesem Motto ruft der Bananenhändler Chiquita junge Journalisten auf, Ideen und Konzepte zum Thema Nachhaltigkeit zu finden bzw. zu entwickeln. Als Preis wird eine Reportagereise nach Costa Rica verlost. So steht es auf der Firmenhomepage und in einem Flyer, der bei einschlägigen Pressejugendorganisationen einging. Chiquita als ökologischer Menschenfreund?
Für einen der größten Bananenexporteure weltweit steht der Profit, wie auch bei jeder anderen Kapitgesellschaft, im Mittelpunkt. Umweltschutz feat. Gewinnoptimierung? Das dürfte bei vielen Firmen schwer vereinbar sein, so auch diesem internationalen Konzern. Ein Blick ins Sündenregister gibt da genaueren Aufschluss: unrühmliche Erfolge von Firmen wie Dole, Del Monte und eben auch Chiquita waren der massive Pestizideinsatz in den 1970er und 1980er Jahren. Mögliche Auswirkungen auf Flora und Fauna wurden schlichtweg ignoriert. In einem Interview von BanaFair mit Luisa Eugenia Castillo, Leiterin des Pestizidprogramms an der Universidad Nacional de Costa Rica, ist die Rede davon, dass trotz aller Beteuerungen, sich daran bis heute nichts verändert hat.
Auch die Behandlung der Angestellten lässt zu wünschen übrig, aber dies ist ein alt bekanntes Problem. Zum einen hinterlässt der Einsatz verschiedener Chemikalien auch an den Arbeitern seine Spuren (Dermatitis, Augenschädigungen, …). Zum anderen hat das Unternehmen scheinbar auch ein Problem mit den Gewerkschaften.
Dies ist nich zuletzt darauf zurückzuführen, dass Bananen ein wichtiges Exportgut und Devisenbringer für lateinamerikanische Länder sind. Derartige Vorkommnisse können die Wirtschaft dieser Länder komplett lahmlegen. Dass es den Plantagenarbeitern heute immer noch nicht wesentlich besser geht als damals, wird von Greenpeace bekräftigt. In verschiedenen Berichten (aus dem Stern und Deutschlandfunk) geht hervor, dass ein nicht unerheblicher Druck auf Regierungen und Gewerkschaften seitens der Produzenten ausgeübt wird. Es könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass bei Streiks und Demonstrationen des öfteren Ausschreitungen auftreten, die nicht selten mit schweren Verletzungen seitens der Demonstranten enden.
Ein weiteres Problem ist die Kinderarbeit. In vielen Zuliefererbetrieben größerer Firmen, auch auf Bananenplantagen, werden laut Human Rights Watch Kinder als Arbeitskräfte angetroffen. In Ecuador z.B. arbeiten einige Kinder zwölf Stunden für einen Hungerlohn von 3,50$ am Tag. Costa Rica (dorthin geht die Reportagereise) ist ebenfalls ein dunkler Fleck in der Firmengeschichte. Auch sie war Ziel des Nachhaltigkeitsverständnisses des Bananenexporteurs. 1992 kaufte Chiquita riesige Regenwaldgebiete auf und rodete sie anschließend zur Gewinnung von Flächen für Bananenplantagen.
Seit dieser Skandal offiziell geworden ist, versucht der Konzern, das angeschlagene Image aufzupolieren. Dass mehr Berechnung als Reue dahinter steckt, könnte man zwar vermuten, aber nicht beweisen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich ehrliche Absichten und nicht nur reine Gewinnsucht hinter dieser Aktion verbergen. Zumindest arbeitet man seit dieser Zeit mit der Umweltschutzorganistation Rainforest Alliance zusammen, stellte Richtlinien auf und investierte 20 Millionen US-Dollar in den letzten 13 Jahren, um das Zertifikat dieser Umweltschutzorganistion zu bekommen. Schade nur, dass der wirklich große Erfolg auf sich warten lässt, vielleicht hat ja einer der Teilnehmer eine zündende Idee.
Hallo
!
Ich bin Anne Backe…ja ich weiss…komischer Name
Also und jetzt zu diesem Artikel:
Bananen sind lecker.
Der Artikel hat mir sehr gut gefallen.
Ich hoffe ihr macht weiter so.
So
Das wars
Liebe Grüße
Eure Anne Backe