Das Wikinews-Dilemma

- Wikinews ermöglicht es jedem Internet-Nutzer, Nachrichten zu einem breiten Themenkreis zu veröffentlichen.
Seit 2001 versucht Wikinews ähnlich wie die “Readers Edition” einen Graswurzel-Journalismus zu fördern. Leider haben sich die hohen Erwartungen (nach dem Erfolg des Schwesterprojektes Wikipedia) bis heute nicht erfüllt. Warum gab es mit Wikinews nicht einen ähnlichen Erfolg?
Die Wikipedia war zu Anfang relativ unbekannt und sie wurde mehr von Wiki-Pionieren gepflegt. Sie konnte sich damit abseits des Mainstreams frei entwickeln ( Stand der Wikipedia 2001/ Ältester Artikel: UuU). Als sie bekannter wurde, konnte sie aber auch den Ansturm aushalten und daran wachsen. Das lag zum guten Teil daran, dass es keine fertigen formalen Verfahren gab, aber auch an einer Versionskontrolle, die es ermöglichte, auch eine Vielzahl an Sabotagen an Artikeln einfach rückgängig zu machen.
Technisch gesehen sind Wikipedia und Wikinews nahezu identisch, denn beide setzen die Wiki-Software MediaWiki, die extra für die Wikipedia entwickelt wurde, ein. Der Unterschied ist aber, dass unmittelbar nach Einführung der Wikinews in Deutschland ein umfassendes Regelwerk erdacht wurde. Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die Wiki-Technologie kaum Hilfestellung für eine formale Gestaltung bietet und die vorhandene für viele Autoren eher kryptisch wirkt. Dies alles erhöht die Einstiegsbarriere.
Hinzu kommt, dass die Wikinews einige fundamentale Wiki-Eigenschaften neutralisiert haben: Ein Geheimnis des Erfolges der Wikipedia war, dass jederzeit an einer neuen Version gearbeitet werden konnte und die Änderungen auch immer wieder sofort sichtbar waren. Das bedeutet, dass ein Artikel mit der Zeit auch einen Raffinationsprozess durchläuft. Ein Wikipedia-Artikel wird meist jeden Tag, jede Woche und jeden Monat besser. Bei Wikinews wurde jedoch beschlossen, dass ein einmal fertiger Artikel nur noch bearbeitet werden darf, um Rechtschreibfehler oder ähnliches zu korrigieren. Die Wikinews definieren dies so:
Wikinews ist …… keine Enzyklopädie. Beiträge sollten im Nachrichtenstil verfasst werden. Aufeinanderfolgende Geschehnisse, die sich nach der geschriebenen Nachricht ereignen, werden nicht in die alte Nachricht eingearbeitet oder eingefügt und auch nicht per Nachtrag ergänzt. Vielmehr wird in diesem Fall ein separater neuer Folgeartikel geschrieben. (Aus: Was Wikinews nicht ist)
Dies bedeutet in der Praxis, dass die meisten Artikel über den Gehalt einer Tickermeldung nicht hinausgehen, sofern sie sich auf aktuelle Ereignisse beziehen. Der Hinweis darauf, dass die Wikinews keine Enzyklopädie sind, erscheint an dieser Stelle etwas merkwürdig, denn normalerweise informieren Enzyklopädien nur über ausgewählte Ereignisse der Vergangenheit mit einer hohen Bedeutung, nicht aber über aktuelle Ereignisse.
Von Seiten der Wikinews Community wird darauf verwiesen, dass es im Nachrichtengeschäft üblich ist, Nachrichten zu einem Zeitpunkt zu veröffentlichen und diese Meldung danach im Nachhinein nicht zu korrigieren. Das ist wahr. Allerdings setzen klassische Medien auch keine Wikis zur Veröffentlichung ein. Die Wikinews stellten einen besonderen Versuch dar: Nachrichten und Wiki zu vereinen.
Diese Idee muss nicht gescheitert sein, aber der heutige Ansatz der Wikinews ist es! Als die Wikinews dieses und letztes Jahr Jubiläum feierten, wurde darüber - außer in der Blog-Welt - in keiner Online-Ausgabe einer Nachrichtenredaktion, die via “Google News” erreichbar ist, berichtet. Im Wesentlichen beschränken sich Wikinews heute nur darauf, einige Nachrichten zusammenzufassen und auf andere Quellen zu verweisen. Eine große Stunde hatte Wikinews bei dem Tsunami in Südostasien am 26. Dezember 2004 (siehe dazu auch Verheerende Erdbeben in Südostasien). Damals wurden hier Nachrichten aus aller Welt zusammengetragen. Nur waren hier die Artikel auch länger in Bearbeitung und wurden mit jeder Stunde detailreicher und besser. Gleiches gilt im übrigen auch für Hurrikan Katrina und die Bombenanschläge in London. Diese Ausnahmen haben das Prinzip des “Einmal veröffentlichen - und möglichst nicht mehr anfassen” nicht berücksichtigt - und haben damit neue Qualitätsmaßstäbe gesetzt. Denn nirgendwo konnte man sich besser und umfassender informieren.
Wie auch andere Graswurzel-Journalismus-Projekte und Blogs kämpfen auch die Wikinews mit dem Spannungsverhältnis zwischen privatem Meinungsbild und Anspruch auf professionellen Journalismus. Bei den Wikinews hat man sich dafür entschieden das Wikipedia-Prinzip der Neutralität zu übernehmen. Dies schließt aber per se engagierte Artikel aus, wie sie mehrheitlich bei dem alternativen Nachrichtenportal Indymedia erscheinen.
Bei neuen News-Portalen stellt sich aber immer besonders die Frage, wie man sich in der News-Landschaft positionieren möchte. Und diese Positionierung sollte nicht nur technische Aspekte haben, sondern auch entweder eine bestimmte Zielgruppe oder eine bestimmte einzigartige Eigenschaft. Zudem kann man aus den technischen Mitteln bestimmte Vorteile ableiten, die man nutzen sollte.
Bei Wikinews stellt es sich aber so dar, das viele Wiki-Vorteile nicht genutzt werden und darüberhinaus keine großartige Einzigartigkeit erkennbar ist. Der Versuch, Nachrichten zusammenzufassen und auch zu verlinken, ist durchaus interessant, entspricht aber eher dem Tätigkeitsfeld eines News-Dienstes und ist an sich auch wenig attraktiv für potentielle Schreiber.
So nimmt die Zahl neuer Artikel pro Tag eher ab als zu (Quellen: Wikimedia Commons , Wikinews:Awareness statistics). Vielleicht ist auch das kollaborative Schreiben eher gewöhnungsbedürftig, bzw. die Erfahrung oft frustrierend, dass eigene Artikel gelöscht werden bzw. nicht mehr wiedererkennbar sind. Vielleicht wollen die Autoren und Autorinnen ja lieber ihren ureigenen Text online sehen und dann lieber die Kritik einstecken, als Meldungen zu erzeugen, hinter denen am Ende niemand wirklich stehen kann. Nicht zuletzt sind sicher auch die Abstimmungen und ellenlangen Auseinandersetzungen um Formalien und den Gehalt eines Artikels ein Grund dafür, dass Autoren eher weniger als mehr Artikel veröffentlichen. Von dem ursprünglichen Autorenteam bei Wikinews sind heute nur noch zwei aktiv.
In der deutschsprachigen Ausgabe werden viele aktuelle Themen aufgrund mangelnder Teilnahme überhaupt nicht behandelt. Als primäre Nachrichtenquelle sind die Wikinews daher nicht geeignet. Aber auch um Hintergrundinformationen zu erlangen ist der Umfang und die Qualität der Artikel meist unzureichend. Wer soll die Wikinews lesen bzw. wann liest man Wikinews? Die langfristige Entwicklung hat dazu geführt, dass zum einen selbst einzelne, hervorragende Artikel nicht öffentlich wahrgenommen werden und zum anderen die Wikinews als Ganzes mit Ausnahme eines kurzen Hypes am Anfang, auch nicht. Der eh nur geringe Marktanteil an Nachrichtenlesern schrumpft genau so wie der Zuwachs an neuen Artikeln. Und nichts ist fataler für ein Newsportal, wenn es de facto bedeutungslos ist.
Was kann man aus den Fehlern der Wikinews lernen?
Die Lehren, die man aus dem bisher ausbleibenden Erfolg der Wikinews für andere Graswurzel-Journalismus-Projekte ziehen sollte, sind folgende:
- Es ist wichtig; die Einstiegsbarriere für Neueinsteiger niedrig zu halten.
- Autoren brauchen Erfolgserlebnisse - sie wollen nicht öffentlich zerpflückt werden.
- Es braucht eine positive Community rund um das Projekt, die auch wieder anziehend auf andere, potentielle Autoren wirkt.
- Das Gebot der Neutralität im Artikel ist tödlich für deren Lebendigkeit und das Engagement der Autoren.
- Es ist kontraproduktiv, jene Bedingungen und Regeln einer klassischen Nachrichtenredaktion nachzuspielen, für die es keine Notwendigkeit gibt.
- Jedes Projekt muss seine Nische definieren, um Leser zu finden und an sich zu binden. Ohne Einzigartigkeit gibt es keinen Grund für Leser, regelmäßig wiederzukommen.
- Vorteile und Funktionen, die die verwendete Software bietet, sollten ausgenutzt werden.
- Die Leser und die Autoren sind Herz und Hirn eines solchen Projektes. Ein Projekt kann es sich nicht leisten, deren Interessen außer acht zu lassen.
- Ein nur formal perfekter Artikel ist schlechter als ein Artikel mit Schwächen, der dafür aber eine Bereicherung der Meinungslandschaft darstellt.
Fazit
Es ist ermutigend zu sehen, dass Trotz des fehlenden Erfolges der Wikinews weiter Projekte versuchen, den Graswurzel-Journalismus zu fördern. Nischen-Projekte wie Indymedia haben bereits gezeigt (s.a. Informationen in Perspektive 89 von Mario Behling), dass es möglich ist, als News-Portal zu überleben, wenn Informationsinteressen befriedigt werden, die von den etablierten Nachrichtenmedien nicht ausreichend bedient werden. Bleibt zu hoffen, dass es auch bei den Wikinews vor dem endgültigen Aus oder einem weiteren schleichenden Abtauchen in die Bedeutungslosigkeit zu einer Einsicht der Fehler und einem positiven Wandel kommt.











Maio
Es ist durchaus wichtig, dass man einmal verfasste News nicht frei korrigieren kann.
Eine Ausnahme stellen lediglich die angeführten Rechtschreibfehler sowie ein Nachtrag nach der Meldung wegen Neuigkeiten bezüglich des Artikels oder einer Richtigstellung.
Die Aussage des Originaltextes darf dabei nicht verloren gehen.
Wie weit wäre sonst der Sprung zum Wahrheitsministerium? (Orwell - 1984)
Thilo Pfennig
Du bist also der Meinung das in der Wikipedia weniger Wahres steht als in den Wikinews? Warum? Es ist sicher ein vertretbares Konzept einen Text zu formulieren und so stehen zu lassen, wie dies auch in der Readers Edition passiert. Nur bei den Wikinews wo das Prinzip ist in kollaborativer Weise Artikel zu schreiben ist es der Verlust des wichtigsten Unterschiedes. Und in den Wikinews kann man nicht (wie hier) seinen eigenen Text tatsächlich relativ unverändert veröffentlichen. Insofern hat die Wikinews ein Verfahren gewählt, das irgendwo im stilistischen Niemandsland. Es geht hier nicht darum das die Wikinews irgendeinem journalistischen Niveau entsprechen, den bezahlte Redaktionen setzen. Es geht darum was die Wikinews beitragen können an einzigartigen Möglichkeiten. Das Potential ist da, wird aber aus dogmatischen Gründen nicht genutzt. Und was ganz wichtig ist: Durch die Versionierung können ja eben jederzeit frühere Versionen eines Artikels eingesehe werden. D.h. die Geschichte und die Ursprungsversion eines Aretikels gehen nie verloren. Der Bezug zu Orwell ist daher unangemessen. — Thilo Pfennig
Maio
Ich kenne mich weder mit den Methoden auf Wiki noch hier auf Readers Edition aus und möchte sie daher nicht Vergleichen.
Der Artikel suggeriert mir aber teilweise, dass die freie Veränderbarkeit eines Artikels durch Jedermann etwas bahnbrechend geniales und vollkommen ohne Gefahren ist.
Und das wollte ich ausdrücken.
Dass ich andauernd unangemessene Vergleiche ziehe ist wohl mein Problem, also bitte nicht übel nehmen. :)
Thilo Pfennig
Grundsätzlich hast Du recht. Aber Du kannst hier z.B. die älteste Version des Tsunami-Artikels lesen: http://de.wikinews.org/w/index.php?title=Verheerende_Erdbeben_in_S%C3%BCdostasien&direction=prev&oldid=9048
Ihr könnt ja mal da durchklicken immer auf “nächstjüngere Version” - dann kann man mitverfolgen wie der Artikel sich entwickelte. Oder auf http://de.wikinews.org/w/index.php?title=Verheerende_Erdbeben_in_S%C3%BCdostasien&action=history und dann die Versionsliste betrachten. Also: nix geht verloren.
recipient
“Der Hinweis darauf, dass die Wikinews keine Enzyklopädie sind, erscheint an dieser Stelle etwas merkwürdig, denn normalerweise informieren Enzyklopädien nur über ausgewählte Ereignisse der Vergangenheit mit einer hohen Bedeutung, nicht aber über aktuelle Ereignisse.”
Eben. Insofern empfinde ich den Hinweis keineswegs als “merkwürdig”, sondern als konsequenten Fingerzeig im Sinne des konzeptionellen Status Quo (ob er einem nun gefällt oder nicht).
Und was den einleitenden Vergleich Wikinews vs. Readers Edition betrifft: Erfolg ist relativ. Während sich bei Wikinews im wesentlichen umgeschriebene Agentur-Meldungen finden, hat die Readers Edition eher Magazin-Charakter (wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sich auch die Initiatoren der RE noch etwas mehr versprochen hatten).
Ungeachtet ihrer unterschiedlichen Ansätze kranken alle Projekte des so genannten Graswurzel-Journalismus m. E. vor allem daran, dass gute journalistische Beiträge - im Gegensatz zu einzelnen enzyklopädischen Sachinformationen - unmittelbar kommerziell relevant sind. Warum sollte jemand, der in der Lage ist, eine interessante Story zu erkennen UND sie auch noch fesselnd zu erzählen, sie auf Wikinews oder hier in der Readers Edition veröffentlichen, wenn er sie vielleicht auch auf Spiegel Online oder von mir aus auch im Lokalteil seiner Heimatzeitung unterbringen kann? Und dabei geht es nicht zwingend um Geld, sondern auch um (legitime) Eitelkeit.
Ich selbst finde den Ansatz der Readers Edition durchaus interessant und als inhaltliche Ergänzung zum Agentur-Duktus der netzeitung auf jeden Fall vielversprechender als den der Wikinews. Eigene Beiträge werde ich unter den gegebenen Lizenzbestimmungen jedoch nicht einreichen. Die Vorstellung, dass meine Texte und Fotos fast beliebig genutzt, zerpflückt und verändert werden dürften, bereitet mir großes Unbehagen. Und das wird wohl auf die meisten derer zutreffen, die mit Herzblut kreative Leistungen erbringen, seien es Maler, Musiker - oder eben Autoren.
Thilo Pfennig
@recipient: Ich denke um echte Vergleiche anzustellen ist RE noch zu jung. Das ist ja alles noch frisch gestrichen hier. Für mich war eben die Lizenz ausschlaggebend überhaupt mitzumachen. Beliebig ist das überhaupt nicht. Die Beiträge können nur unter der selben nicht-kommerziellen Lizenz weiterbearbeitet und veröffentlicht werden. Ich würde nie einen Artikel veröffentlichen, der nicht unter einer freien Lizenz steht. Ich finde es auch fraglich wenn Medien wie Spiegel Online oder heise online sich zu Meta-Betrachtungen hochschwingen zur Beurteilung freier Lizenzen und dabei selber rein konventionell lizensieren. Ich denke in der heutigen Zeit sollte man lernen eigene Werke mit mehr Abstand zu betrachten und sich eher freuen wenn sie weiterverwendet werden.
PfennigSolutions » Blog Archive » Graswurzel-Journalismus: Readers Edition
[…] Seit Juni gibt es von der Netzeitung ein neues Projekt: Readers Edition. Hier sollen Leser selber die News machen. Ich konnte auch nicht widerstehen und habe dort meine Analyse der Problematik der Wikinews unter dem Artikel: “Das Wikinews-Dillemma” veröffentlicht. Ich bin etwas erstaunt darüber das der Artikel mit dem Stand vom 21. Juli seit einiger Zeit der meistgelesene Artikel ist. Dies bestätigt aber die Theorie, das nicht immer die populärsten Themen die beliebtesten sind. Man muss ja klar seine, das nicht alle Menschen Blogs lesen. Die Readers-Edition ist im Moment noch eher populär von Leuten die in der sogenannten “Blogosphäre” aktiv sind. Die kennen auch die Wikinews. Bei Blogs funktioniert es ja auch so das interessante Artikel immer wieder auf verschiedenen Kanälen weitergesagt werden. Eine Art neuer Mundpropaganda. Allerdings habe ich den Artikel bisher nur im Social Lesezeichen-Projekt de.icio.us gefunden und noch keine Besprechung in einem Blog. D.h, die Leser kommen vielleicht eher über Google News oder über die Suche nach bestimmten Stichworten. Ich werde in der Readers-Edition auch in Zukunft Artikel veröffentlichen, weil ich meine doch noch einige Sichtweisen mitzuteilen habe. In der Queue ist zur Zeit ein Artikel über Linux. Dazu existieren auch noch viele Fehlannahmen. […]
Johannes Rohr
Der Artikel entspricht weitgehend meinen Beobachtungen. Ich bin etwa seit Sommer 2004 unter meinem Klarnamen in der deutschen Wikipedia und einigen Schwesterprojekten aktiv. Wikinews habe ich dabei immer sehr zurückhaltend gesehen, dies vorwiegend aus einem Grunde: Wer an der Schaffung einer Enzyklopädie mitwirkt, ist zentral dadurch motiviert, dass er etwas bleibendes schafft. Ein als “lesenswert” oder “exzellent” eingestufter Artikel ist oft das Ergebnis vieler Monate Arbeit. Hat er erst einmal ein solches Stadium erreicht, ist das etwas, worauf die Hauptautoren zumeist (zu recht) stolz sind. Nachweise eigener “lesenswerter” oder “exzellenter” Artikel prangen so auf zahlreichen Benutzerseiten.
Bei einem News-Portal regiert jedoch das schnell-rein-schnell-raus-Prinzip. Nichts ist älter als die Zeitung von gestern. Es ist nicht nur nicht möglich, monatelang an einem “Werk” zu feilen, es würde sich auch gar nicht lohnen, denn morgen ist es eh’ wieder kalter Kaffee.
Deshalb fühlte ich mich bislang wenig motiviert, dort mitzuwirken. Kürzlich habe ich zwei Artikel beigesteuert und kann daher eine Aussage ganz und gar nicht bestätigen: dass der eigene Text von anderen “verunstaltet” würde. Tatsächlich haben die Koautoren nur minimale orthografische und sprachliche Korrekturen eingebracht. Am Inhaltlichen gab es überhaupt keine Veränderungen.
Ein Dilemma ist in diesem Artikel gar nicht angesprochen: Das Wikipedia-Grundprinzip “No original research”, also keine eigene Forschung sondern nur Wiedergabe von Forschungsergebnissen anderer gilt in eingeschränkter Form auch bei Wikinews. Eigentlich kann ein normaler Autor also nur andere Nachrichtenquellen zweit- und drittverwerten, und da dieses dasselbe zumeist schon Tage vorher veröffentlicht haben und frei im Web verfügbar sind, ist der Mehrwert für den Leser gleich null. Seit einiger Zeit ist eigene Recherche übrigens erlaubt, wenn man eine Akkreditierung bei Wikinews besitzt. Mal sehen ob das was ändert.
Mathias Schindler vom Verein Wikimedia e.V. löscht Wikinews Artikel über Zensur bei Wikipedia « Wikiprawda
12.01.2007/KB Mathias Schindler, Beisitzer des Vorstands des Vereins Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. hat heute um 19:52 den Wikinews Artikel „Wikipedia wegen Zensur im Artikel Fritz Ries in der Kritik“ gelöscht.
Die Löschung des Artikels war gegen die Regeln. Es handelt sich um Zensur, die durch administrative Willkür ermöglicht wurde.
Pervertierte Entstellung der Wikipedia-Idee « Wikiprawda
13.01.2007/KB Mathias Schindler, Beisitzer des Vorstands des Vereins Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. hat gestern um 19:52 den Wikinews Artikel „Wikipedia wegen Zensur im Artikel Fritz Ries in der Kritik“ gelöscht. Diese Löschung war gegen die Regeln, fand willkürlich statt (siehe ausführlichen Bericht).
Wie inzwischen duch weitere Recherchen bekannt wurde, ist das Problem der Willkür seitens der Administratoren, sowie die Zensur bei Wikipedia, kein neues Phänomen…
Mathias Schindler will bei Wikinews aktiver werden « Wikiprawda
… Hintergründlich ist bekannt, dass er zuletzt vor etwa einem Jahr mit einer Löschung bei Wikinews eingriff. Eine genaue Analyse seiner Benutzerbeiträge zeigt, dass seine konstruktive, produktive Mitarbeit am Projekt bislang nicht der Rede wert war. …
Watergate
Wikinews ist komplett gescheitert: Seit nunmehr 14 Tagen wird bei dem journalistischen Projekt Wikinews die (illegale, regelwidrige) Zensur vollzogen, und sie wird - bis heute - nicht aufgehoben.
Mit zweifelhaften “Argumenten”
Wikinews steht nicht nur auf dem Abstellgleich, sondern hat sich ins journalistische Off geschossen: Es wird beherrscht von der allmächtigen Wikiprawda und deren Nacht-und-Nebel Aktionen, der Übergriffe, die dort an der Tagesordnung sind.
Watergate
Hallo,
heute hat sich das Projekt völlig ins off geschossen. Zensur und Willkür wie bei Wikipedia. Ein Niveau, das doch nur noch völlig Verrückt anziehen kann:
http://wikinews.wordpress.de/
Mit Bezug auf den hier vorliegenden Artikel!
insider » Blog Archive » Wie bei Wikipedia: Gestapo-Methoden, Sippenhaft und Willkür!
[…] Kennen Sie Wikinews? Nein? Das geht vielen so. Readers Edition, damals noch ein Web 2.0 Projekt der namhaften Netzeitung, hatte dieses Projekt der Wikimedia Foundation Inc. längst mit einem Abgesang bedacht: „Das Wikinews-Dilemma“. Der Autor, ein Kenner der Szene, merkte da an (Hervorhebungen von mir): […]
Gelegenheitsdenker» Blog Archive » Noch mehr braune Ecken in der Wikipedia: “Der Polenfeldzug 1939″
[…] Eine eindeutig rechtskonservative oder rechtsextreme Motivation bei der Zensur von Bernt Engelmann und von Tatsachen, über die vor 30 Jahren der Wahrheitsbeweis vor Gericht geführt wurde, kann ich nicht erkennen. Erkennen kann aber jeder (weltweit), dass ein Mannheimer Student an ein einem Artikel manipuliert hat, ohne jede Fachkenntnis. Und es ist (s.o) dokumentiert, dass er dabei von mehreren Administratoren unterstützt wurde. Als besonders aktiv ist jemand mit dem Namen Seewolf aufgefallen. Ich sage es mal ganz, ganz wohlwollend: Seriöse und kompetente redaktionelle Arbeit an einer Enzyklopädie sieht in jedem Fall anders aus. Ansonsten: Dass Wikinews ein Fehlschlag war, da stimme ich Dir zu. Es gab ja auch schon bei der Readers Edition einen Abgesang anlässlich des zweiten Geburtstags: „Das Wikinews-Dilemma“ – abschalten sollte man den Mist, meine ich. […]