Zum zehnten Mal zog am Wochenende die Hanfparade als größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland durch die Berliner Innenstadt. Tausende Teilnehmer forderten die Entkriminalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel unter dem Motto: »Hanf muss wieder heimisch werden!«
»Schau mal, Mutti, da kommt eine Polizei-Demo!«, ruft ein älterer Berlin-Tourist, als der Demonstrationszug vom Alexanderplatz kommend in den Hackeschen Markt einzieht. Nach einem Kampfgeschwader von Mannschaftswagen und uniformierten Ordnungshütern scheppern jedoch Technoklänge sowie der Peter-Tosh-Song »Legalize it!« über den Platz. Und spätestens als die ersten wirklichen Demonstrationsteilnehmer sichtbar werden, erkennt der Zaungast seinen Irrtum: »Mutti, die Kiffer kommen!«.
Stahlgraue Althippies, die sich selten dem Tageslicht zeigen und meistens unter dem Pflanzenlicht ihrer heimischen Plantagen zu dampfen scheinen, bestimmen das bunte Bild der Teilnehmer des Umzuges. Kohlrabenschwarze, mit Sicherheitsnadeln, Nieten und Buttons verzierte Punks tanzen mit jungen Rastafaris mit verfilzten Dreadlocks und ungeschnittenen Bärten. Daneben marschieren zahlreiche Schüler und Studenten in T-Shirts und Sandalen. Zum zehnten Mal in Jahresfolge fordern sie alle mit dieser öffentlichen Kundgebung die Freigabe von Cannabisprodukten in Deutschland, ähnlich wie Holland dies seit Jahren zur allseitigen Zufriedenheit praktiziert.
Ein »Grow- und Headshop« wirbt in 164seitigen Farbkatalogen mit Hightech für die Pflanzenzucht, Pfeifen, Räucherwerk, Digitalwaagen und Textilien. Ein holländisches Unternehmen verschenkt einen »Wurzelstimulator« für die Anzucht von Pflanzen auf allen Substraten. Musikunternehmen wie »Klangsucht« und »Hörsturz« suchen Fans für ihre Tranceklänge, und auf der mehrstündigen Schlussveranstaltung der Parade vor dem Brandenburger Tor tanzen Jugendliche selbstvergessen.
Unterstützung findet die Hanfparade in ihrem Anliegen bei den Jugendverbänden der Parteien: Vertreter von Jungsozialisten, jungen Liberalen, Grünen sowie der Linken setzen sich für die Forderung nach Freigabe und die Einrichtung von staatlich kontrollierten Drogenfachgeschäften ein. Ansonsten bleibt die etablierte Politik draußen vor der Tür. Auch die zehnte Hanfparade ist und bleibt damit eine Veranstaltung einer verschworenen Gemeinde, die seit langem relativ erfolglos an der Drogenpolitik nagt. Seit 1968 ein Westberliner »Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen« den Genuss fetter Joints unter Slogans wie »Haschisch, Opium, Heroin für ein freies Westberlin« und »Am Morgen ein Joint, und der Tag ist dein Freund« propagierte, hat sich der Umgang mit Genussmitteln in deutschen Landen nur unwesentlich liberalisiert.
Der Kommentar von Herrn xxx bewegt mich zu folgenden Bemerkungen:
1. Der Umgang mit der Droge Alkohol ist hierzulande sehr stark liberalisiert. Hier ist sicherlich keine Liberalisierung mehr notwendig.( Ich weiss nicht welche Drogen Herr xxx konsumiert, aber diese sollten auf jeden Fall verboten werden.)
2. Nicht die Drogen sind das Problem, sondern der Umgang mit Ihnen. Auch wenn man den Eindruck gewonnen hat, das die EU-Abgeordneten bei der Zustimmung zu manchen Richtlinien bekifft gewesen sein müssen, so ist es wohl eher wahrscheinlich (und manchal offensichtlich), das dort “Lobbyarbeit” (um es von der Korruption abzugrenzen) geleistet wurde.
3. Das sich die Aufsichten nicht mehr in jede Schulhofecke trauen hängt vielleicht auch damit zusammen, das sie nicht ihr halbe Klasse verhaften lassen wollen (was sie dann vieeeeeelleicht müssten), Ich vermute, der Aufsicht stehen sonst keine legalen “pädagogischen” Mittel zu Verfügung.
4. Das Drogenkonsum, auch Cannabis, an der Schule stattfindet, daran ändert offenbar auch ein Verbot nichts. Auch wenn der Cannabiskonsum an der Schule legalisiert wäre, müsste man den Bertroffenen Entscheidungshilfen bieten. Das mit “legalizeit” der Cannabiskonsum an Schulen propagiert wird, kann keiner ernsthaft behaupten, der weiß wie das Leben aussieht.
5. Da es – um zu versuchen das Weltbild von Herrn xxx zu interpretieren- offenbar “Kids” ohne Perspektive sind, die kiffen, soll man also, statt ihnen eine Perspektive zu bieten, sie durch ihren Drogenkonsum kriminalisieren? Und dann? Wegsperren? und ihre “sozial schwache Schicht gleich mit? Da viele Kids eh durch Drogendelikte kriminalisiert werden wird ihre Perspektive eher schlechter als besser. Problem ungelöst!
6. Viel Glück für die Achsowichtige Matheklausur.