Das Große Tropenhaus im Botanischen Garten zu Berlin erinnert derzeit an eine aride Savannenlandschaft. Nur ein halbes Dutzend Palmen und Bäume stehen noch im ehemals von 1360 Pflanzenarten bewohnten Haus, dessen Sanierung Anfang August begonnen hat.
Nachdem in den vergangenen Monaten die Pflanzen bereits in öffentlich nicht zugängliche Glashäuser ausquartiert oder an andere Stellen im 16 Häuser umfassenden Gewächshaustrakt verfrachtet wurden, sind nun Bauarbeiter damit beschäftigt, Beete zu entfernen und die letzten Pflanzen auf die große Renovierung vorzubereiten. Auch ein Koikarpfen-Teich wurde trockengelegt. Die zum Umpflanzen zu großen Gewächse sollen durch eine luftgeschützte Traglufthalle vor den Witterungsbedingungen geschützt werden.
Trotz seines Alters von 100 Jahren gehört das denkmalgeschützte Tropenhaus mit 25 Metern Höhe, 30 Metern Breite und einer Länge von 60 Metern immer noch zu den größten freitragenden Gewächshäusern der Welt. Die Sanierung war notwendig, da es in der vergangenen Zeit häufiger zu gesprungenen Scheiben kam, außerdem ist die Isolierung sehr schlecht. Die rostigen Stahlträger müssen dringend erneuert werden.
Am 15. Februar 2006 bewilligte das Abgeornetenhaus von Berlin daher 16 Millionen Euro zur Erneuerung des Großen Tropenhauses und dem angrenzenden Victoria-Gebäude. Die Stahlträger werden gereinigt und durch einen Anti-Korrosions-Anstrich für längere Zeit vor Rost geschützt. Eine Wärmeschutzverglasung sowie eine computergesteuerte Heizungs-, Belüftungs- und Berieselungsanlage sollen die Energiekosten halbieren.
Das Berliner Architekturbüro Haas übernimmt die Planung für die Sanierung. Sollten weitere Investoren gefunden werden, wird voraussichtlich noch ein Café errichtet.
Planmäßig soll die Sanierung 2008 abgeschlossen sein, so dass die Pflanzen am Ende des Jahres wieder zurückkehren und das Tropenhaus sich in neuem Glanz präsentieren kann.
Um mehr Informationen zur Geschichte des Hauses zu erhalten, empfiehlt es sich, den Wikipedia-Artikel zum Botanischen Garten zu lesen.
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