Deutschland ist laut einer Auswertung der aktuellen PISA 2003-Studie unter allen Industriestaaten das Land, in dem der Computer am seltensten als regelmäßiges Lernwerkzeug eingesetzt wird. Während im OECD-Durchschnitt 39 Prozent der Schüler in der Schule Computerkenntnisse erwerben, sind es hier zu Lande nur gut 21 Prozent. Nach den Daten der fünften bundesweiten Erhebung zur „IT-Ausstattung der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Deutschland” liegt die durchschnittliche Versorgung quer durch alle Schultypen nur bei einem Computer für elf Schüler. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen.
Wenn man davon ausgeht, dass Medienkompetenz heute – neben Lesen, Schreiben und Rechnen – bereits die „vierte Kulturtechnik“ darstellt, muss sich an dieser Situation etwas ändern. Auf den Staat zu hoffen, dürfte vergeblich sein. „Ein flächendeckender Einsatz von Computern an den Schulen würde den Unterricht um rund 20 Prozent verteuern, das ist alleine durch staatliche Stellen nicht finanzierbar“, betont Prof. Dr. Peter A. Henning, Leiter des E-Learning-Competence-Teams an der „Hochschule Karlsruhe – Wirtschaft und Technik“.
Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ebenfalls ergeben, dass für eine flächendeckende Beschaffung von Notebooks in den deutschen Schulen rund 40 Milliarden Euro aufgewendet müssten. Mobile Computer bieten sich deshalb an, weil sie sowohl im Unterricht wie zu Hause als ein Mittel für den Wissenserwerb genutzt werden können.
Auch aus pädagogischen Gründen scheint der Notebook-Einsatz sinnvoll zu sein. Um zu sehen, wie sich durch den Einsatz der mobilen Computer und von eLearning der Unterricht und die Motivation der Schülerinnen und Schüler verändert, hat die Augsburger Medienpädagogin Prof. Dr. Gabi Reinmann und ihr Team ein Jahr lang drei Notebook-Klassen im Mittlere-Reife-Zug der Hauptschule Geretsried in Bayern wissenschaftlich begleitet.
Das Ergebnis ihrer Studie: Schüler lernen in Notebook-Klassen selbstständiger, der Unterricht macht gerade den jüngeren Kindern mehr Spaß und motiviert sie zum Lernen. Die Schüler üben sich mehr in Problemlösefähigkeit, in sozialer Kompetenz wie beispielsweise Teamfähigkeit sowie in Medienkompetenz. Durch die Arbeit mit den mobilen Rechnern können sie auch Informationen besser recherchieren, diese klarer strukturieren und präsentieren.
Damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland diese Möglichkeiten nutzen können und eine Spaltung der Gesellschaft in Computeranalphabeten und Wissensbesitzer (“Digital Divide”) verhindert wird, ist auch private Initiative gefragt. Es wird wohl kein Weg daran vorbeiführen, dass Eltern selbst in die Zukunft ihrer Sprößlinge investieren. Um ihnen diesen Schritt zu erleichtern, haben bereits im letzten Jahr eine Reihe von Unternehmen die “Bildungsoffensive 2006” aus der Taufe gehoben.
Ihr Ziel: “Hilfe zur Selbsthilfe” durch das Angebot einer kostengünstigen mobilen Lernstation für Schülerinnen und Schüler. Die erste Auflage dieses EduBook – ein Profi-Notebook mit einem umfangreichen Software-Paket und Lernprogrammen – ist längst ausverkauft. Pünktlich zum Schuljahresbeginn in NRW wurde jetzt die Neuauflage gestartet. Das EduBook II hat nun eine größere Festplatte, noch mehr Software und Windows XP Professional als Betriebssystem. Allerdings hat sich auch der Preis auf 1198 Euro für die Basisvariante erhöht.
Damit – so Uwe Schöpe vom Initiator “Bonner Akademie” – sei man immer noch sehr günstig. Denn der Durchschnittspreis eines normal ausgestatteten Notebooks gleicher Qualität, das online bestellt wird, liege laut einer Untersuchung der BFL Leasing GmbH vom Mai 2006 bei 1.438 Euro brutto – und das ohne Software, Lernprogramme und Service. Über die Ausstattung und den Preis der mobilen Lernstation wird mittlerweile heftig diskutiert.
Nach Auffassung der “Bildungsoffensive 2006″, die im Vorfeld der Aktion mit vielen Lehrern, eLearning-Experten und Eltern darüber gesprochen hat, ist sowohl die Hardwareplattform (Profi-Business-Notebook mit WLAN-Anschluss) als auch die Softwareausstattung (z.B. Microsoft Office) notwendig, um eine zukunftsfähige Lösung anzubieten, die sich auch in bestehende Schulnetze einbinden lässt. Die Verwendung von Opensource-Software würde das Angebot zwar verbilligen – aber da später in vielen Unternehmen z.B. Microsoft Office der Standard sei, tue man den Schülerinnen und Schülern mit einem Verzicht auf diese Programme keinen Gefallen.
In der “Bildungsoffensive 2006″ engagieren sich Firmen wie Hewlett Packard, DHL und Zurich Gruppe (Deutschland). Außerdem sind u.a. die Unternehmen Braingame Publishing, cancom Deutschland, digital publishing, Intel, Oracle Deutschland, Symantec Deutschland und Thomson NETg mit von der Partie. In der zweiten Phase der Bildungsoffensive wollen sie sich nun verstärkt auf die schulübergreifende Vernetzung mit anderen Projekten konzentrieren und “den Community-Gedanken in den Mittelpunkt stellen“. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom E-Learning-Competence-Team an der „Hochschule Karlsruhe – Wirtschaft und Technik“.
Anmerkung der Moderatoren: Der Autor hat die frühere Fassung des Textes überarbeitet und ergänzt.
Schwachsinn. Alleinde die Lizenz für Windows XP. Ohne XP gleich 300 EUR billiger. Mit Erscheinen von Windows Vista wird dann abermals eine Neulizensierung nötig. Zudem wäre bei Linux bereits alles dabei und die schüler könnten sogar damit programmieren. Ich denke ohne weiteres wäre ein relativ moderner Lapütop für 500-600 EUR machbar. Heute ist so vieles ohne teuree Software mäglich: Wikipedia, Google Earth (was gut genug für CNN ist, wird ja wohl nicht zu schlecht sein für deutsche Schüler?), “Norton Internet Securitly 89 Tage Test-Version” …. LOL Tolle Sicherheit mit Laufzeitbegrenzung.
Fazit: Sinnlos, inkompetent, Rausgeschmissenes Geld!