Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist unter die Blogger gegangen. Sein Weblog findet sich unter ahmadinejad.ir. In seinem ersten und bisher einzigen Eintrag verbindet er die Schilderung seiner Biographie mit iranischer Geschichte bis 1988 – eine Lobeshymne auf sich und die Revolution.
1940 geboren und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen schaffte er es, trotz Nebenjob, um die Familie zu unterstützen, und Nasenblutens beim Abschlusstest die Zulassung für die Universität als 132. von 400.000 zu bekommen. Während des Studiums hatte der begeisterte Khomeini Anhänger noch genug Zeit für Aktionen gegen das Regime der amerikanischen Marionette, dem Schah.
Die Revolution schildert er mit viel Pathos: das gottesfürchtige Engagement der Bevölkerung, Überhöhung des Revolutionsführers Khomeini und das schändliche – natürlich erfolglose – Intervenieren „des großen Satan USA“.
Doch für den eigenen Gebrauch greift man wohl gerne auf Produkte des „Satans“ zurück. Ein Blick in den Quelltext offenbart Interessantes. Die verwendete Software stammt aus dem Land des „großen Satan USA“: von Microsoft.
Doch die gibt einiges her. Ahmadinejad.ir ist ein modernes Blog mit allerlei Schnickschnack, wie Ajax, Bilderscroller, RSS-Feed, Themeswitcher und sogar einer Umfrage: „Do you think that the US and Israeli intention and goal by attacking Lebanon is pulling the trigger for another wor[l]d war“ (Glauben Sie, dass die USA und Israel mit ihrem Angriff auf den Libanon einen neuen Weltkrieg auslösen wollen?) wird gefragt. Das Ergebnis – welches mir erst nach Abgeben meiner Stimme zugänglich war – ist knapp: 48% sagen ja und 52% nein. Angeblich haben schon fast 300.000 Besucher abgestimmt.
Das große Interesse ist wohl mehr auf den Namen Ahmadinedschad als auf den Inhalt zurückzuführen. Bis jetzt bietet der Blog wenig Einsicht darin, wie der iranische Präsident tickt. Vielleicht ändert sich das ja noch mit dem nächsten Eintrag, der „kürzer und einfacher“ werden soll.
Ich finde den Mann nett aussehend, sympathisch wirkend. Und – wieso darf Iran nicht dasselbe tun, wie US, SU, EU-Frankreich, EU-Britannien, und Indien, Pakistan sowie Israel? Nämlich sich vor möglichen Interventionen des “Satans USA”, letzter übriggebliebener Moloch, schützen? Mit von Iran für geeignet befundenen Mitteln.
Jedem Land, jedem Volk seine Souveränität, bitte schön.
Was für Israel gilt, und für alle anderen auch, bitte auch für Iran.
Mir ist der Widerstand gegen Imperialisten-Gelüste und -Dogmatismus sehr sympatisch. Weiter so, reißt den US-MIK-Korrumpels ruhig den A. auf,
sie brauchen das. Wer sonst als Iran kann es denen noch besorgen,
denn die EU ist gleichgeschaltet, schleimt am Boden entlang und entblödet
sich nicht, bei jedem US-Raid auf irgendwelche Länder weltweit MITZUMISCHEN.
Einfach nur ekelhaft, dieses Verhalten. Demokratie für alle, und zwar nach deren
eigener Facon, solange sie keinen anderen damit schädigen. Der gegenwärtige
Staatschef des Irans, ist genau der richtige für dieses Land. Eine gute Wahl, fürwahr!
Weiter so. Nichts gefallen lassen, nicht dogmatisch werden, und alle, alle werden begeistert sein. Bis auf die bekannten Mafiosi, die ihre Weltmachtkreise gestört sehen, und medial grummeln lassen. Kuba machte es vor, Iran trägt die Fackel weiter. Nord-Korea humpelt allerdings ein wenig. Der Rest: gleichgeschaltetes Schweigen, besiegt vom US-Kommerz, weltweit. Schalom chaverim, Turbo.