Russ Meyers “Eve”

- Russ Meyer, Eve in Front of Fireplace, 1955/2002 (Quelle: ©Russ Meyer Estate, Courtesy VAN HORN, Düsseldorf)
Russ Meyer wurde durch seine bizarren ‘nudies’ berühmt, schnell und billig produzierte softcore Sexfilme. Neben dem schrillen Gewebe aus Meyers Obsessionen, filmischen Liebeserklärungen an großbusige Frauen mit starken Persönlichkeiten, lassen seine fotografischen Stills die besondere Verbundenheit mit seinen Angebeteten spüren. Die jetzt bei VAN HORN ausgestellten Fotografien entstanden in den späten 50er und 60er Jahren und sind in Deutschland erstmals zu sehen.
Fotografieren war für Meyer eine Aktivität, die er getrennt vom Filme machen wahrnahm. Schon früh setzte er die Farbfotografie in seinen Aufnahmen für Pulp-, Glamour- und Girlie-Magazine ein. Vor seinen großen Erfolgen als Filmemacher galt Russ Meyer als der profilierteste Centerfold Fotograf bei Hugh Hefners “Playboy”.
Die ausgestellten Fotografien, die der vor zwei Jahren verstorbene Meyer noch selbst ausgewählt hat, beschreiben den anarchischen Prototyp Frau, wie er ihn liebte: selbstbewusst und aggressiv, sexuell aggressiv. Die Superhexen und Satansweiber in Meyers Filmen sind überzeichnete Ikonen, die sich nicht beherrschen sollen und mit subversiver Kraft aus einengenden Stereotypen ausbrechen. Seine Heldinnen lassen sich nicht von tumben Möchte-Gern-Machos bevormunden und nehmen ihr Schicksal in die Hand, in seiner frühen ‘gothic period’ auch mit rüder Gewalt.
Seine Pin-Ups aus der Zeit seiner ersten Filmerfolge sind weniger nackt und aggressiv. Lorna, Raven und vor allem Russ Meyers zweite Frau Eve fordern den Betrachter mit einem selbstbewussten Blick voller sinnlicher Magie. Meyer bettete seinen empfindenden Blick in die Farbmodulation der frühen Kodachrome-Filme ein, daneben einige S/W-Fotos. Die trashige Radikalität seiner Filme weicht für den Moment einer liebevollen Bewunderung in Augenhöhe.
Parallel zur Ausstellung läuft bei VAN HORN ein ausgewähltes Film-Programm des US-amerikanischen Regisseurs, Kameramanns, Drehbuchautoren und Produzenten. Ein Kritiker nannte Busenfetischist Russ Meyer einmal einen Underground-Fellini. Angesichts der Ausgelassenheit und der derben Scherze sicherlich kein so schlechter Vergleich. Für John Waters (”Pink Flamingos”, “Hairspray” u.a.) ist der Film “Faster Pussycat… Kill! Kill!”(1966) bis heute ein All Time Favorite.
Die Story beginnt sehr schwungvoll mit dem Ohrwurm von The Bostweeds und erzählt von drei “Gangsterinnen”, die ins monströse überzeichnet eine Gruppe von Männern attackieren, um ans große Geld zu kommen. Und natürlich lassen die drei “Satansweiber” ihr Leben, woraufhin der Held ihr weibliches Opfer erobern kann: Eine naive Russ-Meyer-Unschuld (natürlich ebenfalls mit beachtlicher Oberweite).
“Faster Pussycat! Kill! Kill!” ist uneingeschränkt zu empfehlen - sofern der Zuschauer einen Sinn für 60er Jahre Billigfetzer hat…”, kündigt Daniela Steinfeld die Filmschau an. Russ Meyers Sexfilme sind Kult, radikale Meisterwerke aus einer anderen Epoche vor der Hardcore-Pornographie, die er langweilig fand. Die Cinemathèque in Paris widmete ihm eine große Retrospektive, und das Museum of Modern Art in New York hat drei seiner Filme in die Sammlung aufgenommen.
FASTER PUSSYCAT KILL KILL
USA 1965 s/w, Deutsche Version, 80 min, mit: Tura Satana, Haji, Lori Williams ua.
26.9.2006, 20 UHR
EVE
Fotografien von Russ Meyer, noch bis zum 20. Oktober 2006
VAN HORN, Düsseldorf | www.van-horn.net











Baba
Welcher Geldgeiler will hier ans schnelle Geld kommen? Vermutlich immer dieselbe
Mischpoke in diesem “hollywood”-Milieu. Anständige wenden sich hier, wieder mal,
wenn uns Dreck, “Made”!!! in USA als “Top” verkloppt werden soll, mit Grauen.
Welche Sau jagen “unsere Leut” als nächste durch ihre Medien?
Turbo
georg elser
…sie kamen gerade wieder in den Genuss von BABA TURBOS Verschwörungsmüll.
Natiopharm….Kleine Hirne, Keine Logik!
Operator
… Danke, dass es euch/das alle/s gibt. Ohne wäre das Leben ein bisschen ärmer.