Readers Edition http://www.buergerinfo09.de



Web & Technik

Lebenszeichen von der Erde: Encyclopedia of Earth nun online

Donnerstag, den 28. September 2006 um 10:18 Uhr von Mathias Schindler

Ohne größeres Aufsehen sind die ersten Artikel der “Encyclopedia of Earth” online gegangen. Herausgeberin ist die “Digital Universe Foundation” (DUF), die mit einer Mischung aus Internetproviderdienst und gemeinnütziger Stiftung ein Netzwerk an frei zugänglichen Informationen schaffen möchte.

Nach eigenen Angaben umfasst das Nachschlagewerk derzeit etwas über 350 Artikel, die allesamt mehr oder weniger dem Themengebiet “Erde” zuzuordnen sind. Dazu zählen nach der Konzeption der Autoren Artikel über Maßeinheiten (Ampere, Meter, Candela), geographische Orte (Baku, Arco, Suez Canal) und einzelne Gesetze (United States Uranium Mill Tailings Radiation Control Act of 1978). Dabei fällt auf, das bislang keine Gewichtung von Begriffen nach Relevanz erfolgt und die Macher keinen Vollständigkeitsanspruch erheben. Bezeichnenderweise klafft zum eigentlichen Thema des Lexikons, der Erde, noch eine Lücke.

Jedem Artikel ist ein Bereichsredakteur und ein Autor zugeordnet. In einigen Fällen wurden Artikel fast vollständig von externen Seiten übernommen, deren Texte als frei von Urheberrechten gelten können, weil sie durch Regierungsangestellte verfasst wurden.

Die Artikel der Encyclopedia of Earth stehen unter der Creative Commons-Lizenz (BY-SA), sind also kommerziell nutzbar und frei veränderbar. Eine Nennung der Autoren ist erforderlich. Obwohl im Geiste ähnlich, ist die GNU Lizenz für Freie Dokumentationen (GFDL) nicht kompatibel mit dieser Lizenz. Wikipedia ist derzeit unter der GFDL lizenziert. Zudem verwendet die EoE derzeit Bilder, die nicht unter freien Lizenzen stehen.

Der Start der Encyclopedia of Earth war mehrfach verschoben worden, zuletzt hatte es gar keinen Erscheinungstermin mehr gegeben. In den begleitenden Dokumenten der Digital Universe Foundation wird auf einen Start im Oktober verwiesen. Es ist möglich, dass die Größe des Lexikons bis dahin noch zunehmen wird. Larry Sanger, der einst als bezahlter Redakteur den Start der Wikipedia erlebte und nun Angestellter der DUF ist, gab zuletzt in Berlin auf der Wizards of OS-Konferenz an, es seien bereits 1000 Artikel geschrieben.

Neue Autoren dürfen, vorbehaltlich ihrer fachlichen Eignung an der Verbesserung der EoE mitwirken. Im diesbezüglichen Aufruf bitten die Verantwortlichen darum, sich mit dem Nachweis der erbrachten Leistungen und weiterer Dokumente zu bewerben.

Die Encyclopedia of Earth markiert das erste Lebenszeichen eines Projektes, dessen Größe nach DUF-Plänen alles bisher dagewesene in den Schatten stellen soll. Mittels eines zentralen Themenbaumes sollen Benutzer von Themenportal zu Themenportal geführt werden, wo ihnen eine Mischung aus Nachrichtenseiten und Hintergrundinformationen angeboten werden. Bislang ist die Form dieser Portale nur erahnbar.

Seit Sommer befindet sich das “EarthPortal“, bei dem auch die EoE angesiedelt ist, in einem “Beta 1.0″-Status, ist aber bislang noch weitgehend ohne eigene Inhalte. Propagierte Firmengründer Joseph Firmage noch 2003 einen eigenen Browser, der aus der Codebasis des Mozilla-Browsers abstammte, ist das Surfen im Digital Universe auch mit handelsüblichen Browsern möglich. Eine Download-Option für den “Manyone-Browser” wurde im Sommer eingestellt. Die Portale nutzen vielfach via Frames eingebundene Inhalte von Dritten. Diese Praxis verstößt zumindest in Deutschland gegen urheberrechtliche Bestimmungen, sofern die Erlaubnis der Urheber fehlt.

  • diesen Artikel drucken
  • E-Mail This Post/Page
3.3
  • derzeit 3.33 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
 
 

Schlagwörter

Share it!

Eine Reaktion zu “Lebenszeichen von der Erde: Encyclopedia of Earth nun online”

Kommentare für diesen Artikel als RSS-Feed abonnieren.

  1. Baba

    am 29. September 2006 um 20:00 Uhr | Link | Kommentar melden

    Schau ich mir das Wiki-Konzept und die miserablige Realität dazu an,
    ist schlimmstes bei den “politically correcten” Artikeln zur “Erde” zu
    erwarten. Ich meine Rohstoffe, als Potential der “Dritten Welt”, kein
    wirkliches, aber immerhin nominell. Denn die Wirklichkeit sieht be-
    kanntlich, und unwidersprochen, die Ausbeutung dieser Dritten Welt,
    also die Hungerleiderstaaten, durch die sogenannten ehemaligen
    Kolonialmächte, weltweit. Die Vierte Welt beutet keiner aus, denn da
    gibt es - qua definitionem - bekanntlich gar nix zum ausbeuten, also
    verreckt man da völlig unbeobachtet und -beachtet. Auch Rot-Kreuz
    und andere Tarnorganisationen des “organisierten Weltgewissens”,
    bewährt beim Weggucken der letzten 200 Kriege weltweit, es dürfen
    auch ein paar Kriege, einschließlich Welt-Kriege, mehr sein, gucken
    weg, wie dokumentiert, bzw. merkwürdigerweise mit Dokumentations-
    Lücken besetzt ist. (Tarnung ist nicht mal versucht worden, für diese
    doppelte Moral der Alibi-Menschenrechts-Orgs)

    Also, was wird da in diesem Projekt anders sein können? NIX.
    Bei Wicki sitzen im “around-the-clock”-Betrieb mühsam deutschsprachige
    Studenten als Admins. an den Löschknöpfen, um unliebsame Beiträge zum
    politischen Betrieb abkacken zu lassen, bzw. zu verdrängen. Immer rotzfrecher
    gerieren die sich dort schon. Mein Test beim World Trade Center war sage und
    schreibe 1 Minute, bevor der bescheidene Diskussionsbeitrag kommentarlos
    und brüsk aus der Historie der Diskussionsseite gekillt war. Also, nicht nur die
    offiziellen Beiträge werden politisch passend auf Linie getrimmt, von Berufs-
    Korrekten, sondern inzwischen sogar die angeblich noch freien Diskussions-
    Thematiken. Damit ist Wiki tot.

    Dieses Projekt hier, lohnt den Anfang nicht. Denn die Brisanz einzelner Aspekte
    zum Thema Erde ist so gewaltig, daß es ohne politische Zensur gar nicht gehen
    kann. Man stelle sich einen Soziologenkommentar zur Migrationsproblematik
    einzelner Länder dar, der mit der propagierten ONE-WORLD-Multikultur der
    George Dabbelju Bush-Fraktion kollidieren müßte! Wer wird da seinen Drücker
    am längsten betätigen, um Ungeliebtes nicht erwähnt zu sehen, in diesem “FREIEN”
    Projekt????

    Fragen stellen, heißt oft genug, sie schon zu beantworten.
    Bitte um Nach- und Überdenken, mehr kommt mir nicht zu,
    mehr will ich auch nicht erreichen. Aber das - das gönne ich uns.
    Turbo

Einen Kommentar schreiben

Kommentare für diesen Artikel als RSS-Feed abonnieren.

Hinweis: Alle Kommentare werden moderiert und müssen freigeschaltet werden.

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

Als Kommentator akzeptieren Sie die Teilnahmebedingungen der Readers Edition.