Effektive Wiederaufbauhilfe in Ruanda – ein Spendenaufruf

Durch zahlreiche Erkundungsreisen in die weite Welt habe ich erkannt, wie groß die Schieflage unter den Menschen in der Welt bezogen auf Gleichbehandlung, Bildung und Umverteilung wirklich ist. Ich habe auch beobachtet, wie diese Problematik im Rahmen von Entwicklungshilfe, Wirtschaftsabkommen, offiziellen und privaten Hilfs- und Rettungsaktionen angegangen wird. Bis auf

Opfer des Völkermordes in RuandaDurch zahlreiche Erkundungsreisen in die weite Welt habe ich erkannt, wie groß die Schieflage unter den Menschen in der Welt bezogen auf Gleichbehandlung, Bildung und Umverteilung wirklich ist. Ich habe auch beobachtet, wie diese Problematik im Rahmen von Entwicklungshilfe, Wirtschaftsabkommen, offiziellen und privaten Hilfs- und Rettungsaktionen angegangen wird. Bis auf wenige unbürokratische und nach den Bedürfnissen direkt vor Ort abgestimmte Projekte laufen die gut gemeinten Hilfen in großem Umfang an den Notwendigkeiten vorbei oder erreichen die Bedürftigen gar nicht.

Diese Erkenntnisse haben mich zu dem Entschluß gebracht, nach 49 Ausbildungs-, Studien- und Berufsjahren ein neues persönliches Projekt zu starten.Mit materiellem und persönlichem Einsatz als Entwicklungsmanager werde ich Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika leisten.

Bei der Suche nach einem passenden Projekt bin ich auf die Aktivitäten der Franziskaner-Mission in Ruanda gestoßen. Seit 1995 unterstützen die Franziskaner Hausbauprojekte in Kivumu. Unter Anleitung hat sich dort die ländliche Gemeinde Kivumu so organisiert, dass im Rahmen des Wiederaufbaus Häuser in Eigenleistung gebaut werden. Für das komplette Heim werden lediglich Zukaufmaterialien (Fenster, Türen, Dach) und Löhne in Höhe von € 679,- in bar benötigt. Der junge ruandische Franziskaner Br. Innocent klärt parallel zu seinem Studium der Krankenpflege im direkten Kontakt mit der Dorfgemeinschaft Kivumu die Reihenfolge der Bedarfsfälle ab. Ebenso steht er für die Kontrolle des Baufortschrittes und die finanzielle Abwicklung ein.

Gestartet wurde das Projekt von dem 1998 ermordeten Pater Vjeko Curic. Es ist ein “Projekt des Friedens und der Versöhnung“. Verfeindete Nachbarn bekommen von den Franziskanern Hilfe, wenn sie in Nachbarschaftshilfe (Umuganda) ihre Häuser errichten. Die gemeinsamen Ziele – ihre Häuser – bringen die Familien wieder näher zusammen. Man arbeitet zusammen, spricht wieder miteinander, baut Misstrauen ab und kehrt allmählich zum Alltag zurück. In der Gemeinde von Kivumu zogen Frieden und Versöhnung schneller wieder ein als anderswo.

Neunzig Prozent der ruandischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Die Arbeit in der Landwirtschaft ist die Haupteinnahmequelle in Ruanda. Jede Familie besitzt nur eine kleine Parzelle. Die Häuser stehen in der Mitte des Grundstücks, das die Familie ernähren muss. Heute sind viele Häuser zerstört und die Familien hausen bei Verwandten und Nachbarn. Viele Felder können deshalb nicht bearbeitet werden und liegen brach. Die Menschen leben von Nahrungsmitteln, die sie von internationalen Hilfsorganisationen erhalten.

Dies darf aber nur eine Übergangslösung sein. Andernfalls verschärfen sich die Probleme noch, denn sie machen abhängig und apathisch. Außerdem weiß niemand, wie lange diese Versorgungsart noch funktionieren wird. Folglich geht es hier in Ruanda um mehr als ein Dach über dem Kopf. Die Tatsache, ein Haus zu haben, wieder zu Hause zu sein, bedeutet: der Krieg ist wirklich zu Ende, die Felder können wieder bestellt und die freundschaftlichen und gesellschaftlichen Verbindungen wieder aufgenommen werden. Ein Haus zu haben, bedeutet Befriedung, macht die Wiederholung eines Krieges unwahrscheinlicher und ist Zukunft für alle. Sobald die Menschen sich in ihren neuen Häusern niedergelassen und ihre tägliche, selbstversorgende Arbeit wieder aufgenommen haben, schwindet das Misstrauen sich selbst und anderen gegenüber. Misstrauen ist Bestandteil des Lebens in Notunterkünften und Lagern.

Gerüchte, Verdächtigungen, Verunglimpfungen, Hass und Rache bilden einen verhängnisvollen Todeskreis, der nur durch praktische Hilfe zur Selbsthilfe durchbrochen werden kann. Ich konnte miterleben, dass Hand in Hand mit dem Wiederaufbau die Versöhnung unter den Menschen geht. Es wäre absurd, die Häuser wieder aufzubauen, während die Herzen noch bluten. Genauso absurd wäre es, durch salbungsvolle Worte die seelischen Wunden verbinden zu wollen. Ich trage zum Wiederaufbau nach der Devise “Stein auf Stein in Verbindung mit Gesprächen und Gedankenaustausch“ bei.

Die Missionare vor Ort gewährleisten, dass von meiner diesjährigen Spende 10 weitere Häuser gebaut werden. Die greifbaren Ergebnisse der Spende waren auch für meine Hausbank so überzeugend, dass sie sich meiner Aktion spontan mit einer zusätzlichen Hausspende anschloss.Vorgesehen sind die Häuser vorrangig für Kriegerwitwen mit Kindern und für Flüchtlinge. Ein Haus hat in Ruanda einen sehr hohen sozialen Stellenwert und erleichtert deshalb die Reintegration in die Dorfgemeinschaft entscheidend. Wer ein Haus hat, kann einladen, hat Ansehen und zählt zur Gesellschaft. Viele Familien haben auch 10 Jahre nach dem Bürgerkrieg noch kein Dach über dem Kopf. Sie leben in Notunterkünften, sind geduldete Mitbewohner bei Verwandten oder haben in ihrer Not leer stehende Häuser besetzt und müssen deshalb täglich die Rückkehr der Eigentümer befürchten.

Ein Spaziergang durch die Streusiedlung vorbei an einzelnen Häusern, die direkt auf den dazugehörigen Ländereien stehen, über enge, sandige, rote Wege und Straßen ist die beste Art einen Eindruck vom alltäglichen Leben zu bekommen: Vorgärten gibt es nicht, es läuft nur ein Trampelpfad um die Häuser, die Nutzflächen sollen so groß wie möglich sein. Die Pflanzen der Gärten und Felder wachsen praktisch in die Häuser hinein. Früh am Morgen sind Frauen und Kinder dabei, die Räume der Häuser mit Besen aus Kokusblättern auszufegen. Es macht alles einen ganz gepflegten und ordentlichen Eindruck, obwohl nicht viel zu zeigen und zu sehen ist. Die Frauen tragen farbenfrohe Kangas (Stoffe), die sie geschickt als Kleider, Schals und Kopfbedeckungen tragen. Die Männer sind mit Hemden und Hosen bekleidet. Alle unterscheiden sehr genau zwischen Arbeits- und Feiertagskleidung. Die akurat, gestärkten, gebügelten und schneeweißen Kleidungsstücke verblüffen immer wieder. Die Menschen beeindrucken durch ihre einfache Lebensart und durch ihre Lebensfreude.

Diesen Menschen finanziell und beratend zur Seite zu stehen und dadurch Hunger, Schmerz, Traurigkeit, Ratlosigkeit, Desorientierung und Mangel an Hoffnung zu lindern ist für jeden Helfer wohltuend und befreiend.Im Juli 2005 konnten ein neues Haus beziehen:

Eugenie Niyirorakonnte, mit ihren 5 Enkelkindern. Nach dem Tod ihres Sohnes und seiner Frau ist sie für die Waisen verantwortlich.

Eugenie Mukazima, eine Witwe, die mit ihrer ebenfalls verwitweten Schwester und acht Kindern in einer baufälligen Lehmhütte hauste.

Francois Mpamtje, mit seiner Frau Claire und dem einjährigen Antoine. Sie erweitern ihre junge Familie durch die Aufnahme von 5 Kriegswaisen.

Odette, die von ihrem Ehemann verlassen wurde und jetzt allein für ihre drei Kinder sorgen muss.

Florence, die trotz ihrer Armut 5 Aidswaisen aufgenommen hat.

Im gleichen Stil kann ich eine noch endlose Warteliste aufführen. Durch gezielte Hilfe wird sie aber langfristig abgearbeitet.

Zwischenzeitlich sind im Rahmen des Projektes über 220 Häuser gebaut worden. Dies ist gleichbedeutend einem Zuhause für über 1400 Menschen. In der franziskanischen Berufsschule werden u.a. Bauhandwerker ausgebildet, die gruppenweise für das Hausbauprojekt im Einsatz sind. Aufgrund der erworbenen Perfektion können wir heute von einer rationellen, umweltfreundlichen Systembauweise sprechen. Klarer können die Erfolge der Hilfe zur Selbsthilfe nicht gezeigt werden.

Ich werde von den Einheimischen als willkommener “Bauhelfer“ gesehen, dessen Rat immer wieder gesucht wird. Mir ist es gelungen in Deutschland ein Netzwerk von Gleichgesinnten und aktiven Förderern zu knüpfen. Aufgrund guter Kontakte mit der ruandischen Botschaft in Berlin konnte ich auf dem kleinen Dienstweg in konkreten Einzelfällen Grundstücksfragen, Besitzverhältnisse und die Geschäftsfähigkeit von Frauen zufriedenstellend lösen.

Heute kann ich von der gesicherten Grundlage eines permanenten Spendenaufkommens ausgehen. Diese Basis ermöglicht es über jetzt mögliche Finanzierungen auch den Bau einer dringend erforderlichen Secondary School in Kivumu zu starten. Allein in der Reflektion geht mir das Herz auf. Ich freue mich, zu helfen und in der Wiederaufbauhilfe für Ruanda eine sinnvolle Tätigkeit als Rentner gefunden zu haben. Ich habe das Gefühl, auf der richtigen Seite im Leben zu stehen.

Menschenfreunde hört den Ruf Ruandas! Finanzielle Hilfe kann unter dem Stichwort “Hausbau Ruanda“ über folgende Konten geleistet werden:

Konto 5100, Volksbank Hellweg eG, BLZ 41460116

Konto 34, Sparkasse Werl, BLZ 414 517 50

Ich versichere, dass sämtliche zweckgebundenen Spenden, die der Franziskaner-Mission anvertraut werden, ohne jeglichen Abzug direkt und unmittelbar dem vorgesehenen Verwendungszweck zugeführt werden. Die Franziskaner vor Ort, die ich persönlich kenne, sind der Garant dafür, dass die Spendengelder punktgenau eingesetzt werden.

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