Zur Lage der Familie in Deutschland

Die Mütter und Väter tragen in diesem Lande eine gewaltige Bürde. Sie schaffen mit der fortwährenden kostenlosen Erledigung vielfältiger einschlägiger und oftmals gesellschaftlich nicht anerkannter oder gar geächteter Aufgaben die unabdingbare Basis für die Zukunft aller Bürger dieses Landes. Eltern tragen immense Verantwortung und einen großen Teil der gewaltigen Kosten,

ElternDie Mütter und Väter tragen in diesem Lande eine gewaltige Bürde. Sie schaffen mit der fortwährenden kostenlosen Erledigung vielfältiger einschlägiger und oftmals gesellschaftlich nicht anerkannter oder gar geächteter Aufgaben die unabdingbare Basis für die Zukunft aller Bürger dieses Landes. Eltern tragen immense Verantwortung und einen großen Teil der gewaltigen Kosten, welche Kinder natürlich verursachen, oft über weit mehr als zwanzig Jahre hinweg. Wenn Eltern ihre Aufgabe ernst nehmen, so gibt es für sie während eines sehr langen Zeitraumes kaum wahre Erholung, denn es ist nicht nur der Nachwuchs zu betreuen, sondern auch der finanzieller Unterbau für die ganze Familie zu erarbeiten. Eltern sein bedeutet in mancherlei Hinsicht Einschränkung und Verzicht, vor allem im Hinblick auf die Faktoren Geld und freie Zeit.

Ein Vergleich mit kinderlosen Paaren oder Einzelpersonen fällt gerade in diesen beiden Bereichen ernüchternd aus. Wer in Deutschland keine Kinder hat, besitzt in der Regel deutlich mehr frei verfügbares Einkommen, hat mehr Zeit und Energie für die eigene Karriere, weitaus mehr Raum zur Erholung und natürlich eher das Geld für schöne Urlaubsreisen – zumeist in der günstigeren Nebensaison außerhalb der Schulferien. Außerdem schaffen die meist längeren Erwerbszeiten höhere Rentenansprüche und auch die Mittel für eine zusätzliche private Altersvorsorge sind vorhanden.

All dies ist nicht gerecht, es ist sogar extrem ungerecht und hat mit gesellschaftlicher Solidarität nichts zu tun. Aufgabe des Staates wäre es bereits seit langen Jahren gewesen, diesen Zustand nicht hinzunehmen und im Sinne der Zukunft unseres Landes in geeigneter Weise regulierend einzugreifen. Hier ist entscheidend zu wenig geschehen. Die Situation der Eltern – insbesondere auch der stetig wachsenden Zahl an Alleinerziehenden – wurde von der politischen Klasse fahrlässig verkannt, und ebenso ignoriert wurde die immer drastischere Kinderarmut im reichen Deutschland.

Ein Land, welches sich selber nicht jeder Perspektive berauben will, kann nicht zulassen, dass sich Menschen in seiner Mitte einem stark erhöhten Armutsrisiko aussetzen, nur weil sie alleinerziehend sind oder mehr als zwei Kinder haben. Die aktuelle Bundesregierung hat eine gewisse Einsicht erkennen lassen und insbesondere in Gestalt unserer engagierten Bundesfamilienministerin von der Leyen erste Schritte eingeleitet, um der jungen Generation die Angst vor der Familiengründung zu nehmen. Dies ist lobenswert und gibt Anlass zur Hoffnung.

Allen Benachteiligungen zum Trotze sollte nicht verkannt werden: Eltern sein ist eine schöne Aufgabe – auch in Deutschland. Als Mutter und als Vater lernt der Mensch die notwendige Abkehr von absoluter Bezogenheit auf das eigene Ich, er erlebt das Wachsen von Fürsorge und Verantwortung, er kann eigene Erfahrungen weitergeben, er erfährt Liebe und Dankbarkeit; er ist eingebettet in eine kleine Gemeinschaft, welche nicht zu Unrecht gerne als die Keimzelle der Solidarität bezeichnet wird. Jenseits aller realen wirtschaftlichen Benachteiligungen und dem (nicht notwendigerweise bedauernswerten) Ausschluss aus der Spaß- und Freizeitgesellschaft haben somit alle Eltern die Chance, gesellschaftlich vernachlässigte Werte wie Liebe, Mut und Solidarität in einer Form zu erleben, die dem modernen kinderlosen Doppelverdienerpaar vorenthalten bleibt – trotz teurer Urlaube, trotz des Zweitwagens, trotz der Eigentumswohnung und extravaganter Hobbys.

Entscheidend ist, die Realitäten zu sehen, diese öffentlich zu diskutieren und politisch entsprechend einzugreifen. Entscheidend ist aber auch ein vernünftiger Umgang miteinander, um zwischen Eltern und Kinderlosen keine Feindeskultur wuchern zu lassen.

Kommentare

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  1. Die demographische Entwicklung in der BRD zeigt ja, dass die Menschen nicht mehr bereit sind, unter solchen schlechten Bedingungen die wichtigste gesellschaftliche Aufgabe, die es überhaupt gibt, noch wahr zu nehmen. Neben der gesellschaftlichen Diskreditierung, die Eltern (oftmals Mütter) erfahren, gab es eine jahrzehntelange schlechte Familienpolitik, die immer nur nach den jeweiligen Ideologien der amtierenden Familienminister ausgerichtet war. Mit Ursula von der Leyen setzt sich eine solche Ideologie-geprägte Politik auf unerträgliche Weise fort: hier werden nur gut situierte Eltern angesprochen und gefördert, Nachwuchs zu bekommen. Eine Klassifizierung, die wir eigentlich doch nicht mehr wollten?

    Ich sehe in der BRD, besonders auch durch die schwierige Lage, in der sich viele Bundesbürger befinden, kurz- und mittelfristig keine Besserung der demographischen Aspekte. Langfristig wären sie nur dann zu erhalten, wenn die vom Autor dieses Artikels angesprochene gesellschaftliche Kehrtwende der Sichtweise und Anerkennung statt finden könnte und es eine professionelle Familienpolitik geben würde, die JEDE Familie steuerlich entlastet (bzw. Geringverdiener stärkt), wenn sich sich der Aufgabe zuwendet, die wichtiger ist, als jedes politische Amt: Erziehung von Kindern und der damit einhergehenden Sicherung unseres Volkes in der Zukunft.