Afghanistan gilt derzeit als einLand, das mit den Taliban und Drogenbaronen zu kämpfen hat. Die Nato geführte ISAF-Truppe hat mit beidem alle Hände voll zu tun. Kriegsähnliche Zustände wie im Irak sind vor allem im Süden an der Tagesordnung. Die normalen Bürger haben darunter zu leiden. Neben NGO’s gibt es aber auch andere private Initiativen, die mithelfen wollen, das Land wieder aufzubauen. So hat Bastian Kuhl aus Deutschland die Afghan Business School ins Leben gerufen. Seit mehreren Monaten bietet er zusammen mit anderen Dozenten per Fernstudium Managementwissen an, dass afghanische Studenten nach ihrem Studium erfolgreich anwenden können.
Du hast die Afghan Business School initiert. Was waren deine Beweggründe?
Nachdem ich während zwei längeren Aufenthalten im Norden Afghanistans einen hautnahen Eindruck von der Situation des Landes bekommen konnte, habe ich auf Provinzebene außerhalb Kabuls ein starkes Defizit im Bereich der Erwachsenenbildung auf Universitätsniveau festgestellt. Die internationale Gemeinschaft hat sich natürlich als erstes auf den Wiederaufbau einer funktionierenden Schulinfrastruktur für Kinder gestürzt. Auch ein Programm „Nachholausbildung für junge Erwachsene auf „Highschool“-Niveau“ wurde schnell implementiert. Jedoch benötigt man für den nachhaltigen Wiederaufbau eines Landes ebenso umfangreiches „Management-Knowhow“. Dieses wird bis heute insbesondere außerhalb Kabuls durch die vielen internationalen staatlichen und Nichtregierungsorganisationen importiert. Mit unserer „Afghan Business School“ setzen wir genau dort an. Durch das Studium werden den Studenten die Grundfertigkeiten aus allen Bereichen des Managements und der Betriebsführung vermittelt. Mit der Schule möchte ich einen kleinen Beitrag zum nachhaltigen Wiederaufbau des Landes leisten.
Die Schule läuft bereits seit mehreren Monaten im Fernunterricht. Was sind deine ersten Erfahrungen?
Die Schule hat ihren Lehrbetrieb vor drei Monaten in Kunduz (im Norden des Landes) aufgenommen. Aufgrund der räumlichen Distanz haben wir uns für ein Fernstudienkonzept entschieden. Die Lehrinhalte werden in Form von kommentierten Präsentationen so aufbereitet, dass sie für sich alleine das notwendige Wissen vermitteln. Das Fernstudium in dieser Form ist für Afghanistan einmalig. Entsprechend skeptisch bin ich auch an das Projekt herangegangen. Doch im ersten Kurs haben 14 von insgesamt 16 Studenten bis zum letzten Studienmodul durchgehalten und die jeweiligen Prüfungen gut bestanden. Ab Mitte Oktober planen wir weitere Kurse anzubieten und das Programm für eine breitere Studentenschaft zugänglich zu machen. Voraussichtlich wird das Kursangebot auch in Mazar-e-Sharif, Kabul und Feyzabad angeboten werden.
In Afghanistan wird noch gekämpft. Die Sicherheitslage ist nicht gerade die Beste. Wie kommt Ihr damit klar?
Die Sicherheitslage ist in der Tat nicht gut im Land. Doch da wir außer unserer Hauptstelle in Kunduz ansonsten virtuell in der Fläche präsent sind, hat die Sicherheitslage bis jetzt keinen direkten Einfluss auf die Schule. Unsere Studenten benötigen mindestens den Zugang zum Internet und Druckerkapazitäten, damit sie die Studienunterlagen zum Lernen bekommen können.
Welche Pläne hat Dein Team für die nähere Zukunft?
Also in der näheren Zukunft wollen wir erst einmal unser Curriculum realisieren. Da sind wir auf einem guten Weg. Der erste Baustein ist abgeschlossen und der zweite beginnt Mitte Oktober. Ich möchte die Schule insofern erst einmal stabilisieren. Noch ist es ein recht junges Projekt, das sich in der Realität noch festigen muss.
Darüber hinaus plane ich als strategische Perspektive die Erweiterung der Schule sowohl in Afghanistan als auch außerhalb des Landes (z.B. Pakistan).
Wie sieht es mit Sponsoren aus?
Gesponsert werden wir durch die Sinn-Gesellschaft und die Stiftung “Drei zum Leben”. Darüber hinaus haben wir viele Kontakte zu interessierten Menschen, die uns in vielerlei Hinsicht fördern. Natürlich sind wir für weitere Förderer
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