HIV/Aids- Stigmatisierung und Diskriminierung

Diskriminierung und Stigmatisierung erschweren auch bei uns in erheblichem Maß die Möglichkeiten, ohne Scham und Angst über das Thema HIV/Aids zu reden und verhindern somit wirksame Präventionsstrategien (Aufklärung, Beratung, Therapie). Diskriminierung in Bezug auf HIV/Aids zeigt sich in vielen verschiedenen Facetten: HIV infizierten/Aids-kranken Menschen wird die Einreise in bestimmte Länder

AidsDiskriminierung und Stigmatisierung erschweren auch bei uns in erheblichem Maß die Möglichkeiten, ohne Scham und Angst über das Thema HIV/Aids zu reden und verhindern somit wirksame Präventionsstrategien (Aufklärung, Beratung, Therapie). Diskriminierung in Bezug auf HIV/Aids zeigt sich in vielen verschiedenen Facetten:

HIV infizierten/Aids-kranken Menschen

  • wird die Einreise in bestimmte Länder verwehrt
  • werden von bestimmten Versicherungen ausgeschlossen
  • wird die Inanspruchnahme medizinischer Hilfsangebote verweigert
  • werden von ihren Familien verstoßen, aus ihrer beruflichen Tätigkeit ausgeschlossen, sozial isoliert
  • erleiden physische Gewalt
  • erleben Trennungen und Scheidungen [1]

Die Diskriminierung betrifft besonders Frauen

In größerem Ausmaß findet Ausgrenzung global statt: In den Entwicklungsländern leben 40 Millionen Menschen mit HIV. Allein im südlichen Afrika sind 28,5 Millionen infiziert. In der afrikanischen Kultur ist es für Eltern ein Tabu, mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen. Das größte Problem dabei ist die Stigmatisierung von HIV/Aids. Priester in afrikanischen Dörfern [2] erzählen, dass mittlerweile immer mehr junge Menschen beerdigt werden. Doch niemand spricht darüber, warum die jeweilige Person gestorben ist. Die Struktur der kleinen christlichen Gemeinschaften in Afrika wäre ein effizientes Werkzeug, dies zu verändern. Durch diese Struktur könnten ganze Gruppen im Dorf erreicht werden, die dann auch wieder andere Gruppen erreichen. Ein Bericht von UNAIDS bestätigt die Aussagen zahlreicher Akteure in den betroffenen Ländern: 20 Jahre nach ihrem Erscheinen ist die Epidemie weltweit weiterhin auf dem Vormarsch.

Ein Hauptfaktor dieser Entwicklung ist die besondere Gefährdung von Frauen und Kindern durch sexuelle Gewalt und ungleiche Behandlung der Geschlechter. Die Diskriminierung trifft besonders Frauen, die sich mit HIV/Aids infiziert haben, zusätzlich unter Armut und Krankheit leiden und oft selbst von den eigenen Familien ausgegrenzt werden.

Mangelnde Wahrnehmung

Die Problematik von sexueller Gewalt und Ungleichheit gegenüber Frauen wird innerhalb der Bevölkerung und bei den verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern noch immer kaum wahrgenommen. Betroffene Frauen müssen daher nicht nur medizinisch und sozial versorgt werden. Auch der gemeinsame Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung ist eine entscheidende Voraussetzung für eine Änderung ihrer Gesundheits- und Lebenssituation. Zunehmend wird Gewalt als Strategie der Kriegsführenden eingesetzt, die auch Kinder nicht verschont. „Ärzte der Welt“, die besonders Frauen und Kinder behandeln und versorgen, die als Opfer von sexueller Gewalt auch mit Aids infiziert wurden, haben 2004 zum Weltaidstag einige Augenzeugenberichte veröffentlicht.[3]

Perspektiven für Kinder in Deutschland

Zum Umgang mit Aids-Waisen in Deutschland gibt es derzeit noch nicht viele Informationen. Interessant ist, dass die Enquete-Kommission „Aids“ des Deutschen Bundestages 1990 in ihrem Endbericht vorschlägt, bei der Vermittlung HIV-infizierter Kinder auch Personen zu berücksichtigen, die nicht dem „traditionellen Familienbild“ entsprechen (Endbericht der Enquetekommission HIV und Aids, Bonn 1990, S.211). Damit Kinder z.B. in Deutschland mit einer Perspektive aufwachsen können, haben deutsche Kinderhilfsorganisationen verschiedene Projekte ins Leben gerufen, die das Schweigen über Aids und HIV brechen sollen. Auch Kinder in Deutschland sind von HIV/Aids betroffen. Sie haben infizierte Familienangehörige oder sind selbst an Aids erkrankt oder HIV infiziert. Oft bestehen die Familienkonstellationen aus allein erziehenden, HIV- infizierten Müttern oder Familien mit einem HIV-infizierten, hämophilen Kind. Diese Familien leiden oft unter der Angst vor Ausgrenzung durch den Verlust von Anonymität und der vielleicht folgenden Isolation aus dem Umfeld. Das Projekt „Kinder und Aids in Niedersachsen“(Hildesheimer Aids- Hilfe e.V.) nimmt sich dieser Probleme an. Ziele des Projektes sind das Aufbrechen der Isolation, Vorurteile und Ängste abzubauen und die Integration von Menschen mit HIV und Aids zu verbessern. Das Projekt leistet große Antidiskriminierungsarbeit [4].

1 Quelle: www.Remscheid.de

2 Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e.V /K. DOWLING

3 Quelle: http://www.aerztederwelt.org

4 Quelle: http://www.hildesheimer-aids-hilfe.de/kinder-aids

Weiterführende Links zum Thema Stigmatisierung und Diskriminierung

  1. Die Internetseite zum Projekt „Kinder und Aids in Niedersachsen“ http://www.hildesheimer-aids-hilfe.de/kinder-aids/kinder-aids.php
  2. Themendossier: Positive Frauen, Mädchen, HIV und Aids. http://www.aids.ch/d/ahs/dossier.pdf
  3. Zahlen und Zusammenfassung von HIV betroffenen Regionen (Karibik usw.)http://www.aids-kampagne.de/l8mimages/pdf/andere_regionen.pdf
  4. Ein Bericht der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Melle in Zusammenarbeit mit der Aids Hilfe Osnabrück e.V. von 2005. http://www.evlka.de/sprengel/osnabrueck/kkmelle/bilfo/nolwazi/waisen.htm
  5. Über die UNICEF-Kampagne „Du und ich gegen Aids“ von 2006. Hg. Deutsches Ärzteblatt. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/neewsdruck.asp?id=24863
  6. Ein Bericht zur Lage der Aids-Waisen. Welt Aids Konferenz in Toronto 2006. Hg. Deutsches Verbände Forum. http://www.verbaende.com/php_lib/print.php?ref=JTJGTmV3cy5wa
  7. Kinder in einer Welt mit Aids katastrophal benachteiligt. Eine Studie des Kinderhilfswerkes World Vision von 2006.http://www.epo.de/index2.php?option=com_content&task=view&id=1639&Itemid=

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  1. Dass in Afrika AIDS ein viel schlimmeres Problem als hier ist, dort die Epidemie wie ein mittelalterlicher Seuchenzug in Zeitlupe wirkt, ist mir bewußt, aber ich möchte was zur Aufklärung über die Lage hier sagen.

    Das teuflische an dieser Epedemie ist leider, dass Aufklärung, Beratung und Therapie nur zu Zeiten, als daran schnell gestorben wurde, eine hoch wirksame Präventionsstrategien waren. Sie sind heute auch noch wirksam und absolut notwendig, aber man sollte sich über ein paar Dinke klar sein und dies auch plakatieren.

    Die höheren Neuinfektionen bei uns haben zur Zeit eine Ursache darin, dass wegen der inzwischen sehr wirksamen (und sehr teuren) Therapien die Infizierten “relativ” gut überleben und so viel Gelegenheit haben, die Infektionen zu verbreiten. Auf der Gegenseite der “Nichtinfizierten” fördern die Medikamente einen gewissen Leichtsinn, aber in bestimmten Momenten ist selbst bei den engagiertesten AIDS-Hilfe-Mitarbeitern leider der Verstand im “A..”. Es kommt anscheinend nur auf die Reizwirkung (oder den Testoderonausstoß durch) das Gegenüber an. Das ist jetzt nur Fakt, keine moralische Wertung.

    Die Krankheit ist zugleich eine sich selbst vermehrende Goldader für den Teil der Phara-Industrie, der gute Mittel hat. Die Mittel können die Krankheit nicht heilen, aber wenn die Patienten ihre Mittel nicht ein Leben lang nehmen, sterben sie. Ein recht sicheres Geschäft. Da die Mittel die Infizierten gut fit halten, verbreiten ein Teil der Infizierten den Virus munter weiter und sorgt so noch für Neukunden. Deshalb ist die Werbung für diese Mittel absurd, ja verwerflich, eine Marktingidiotie. Jeder übrige Euro dafür sollte in die leider schwächelnde Prävention gesteckt werden, das würde das Renomee dieser Industrie wieder heben.

    Das soll jetzt nicht bösartig klingen, es ist die Realität. Genauso wie der Grund, weshalb manche die Männer in unserem Kulturkreis den Virus hauptsächlich verbreiten: Weil sie unter nicht ganz idealen Bedingungen (Dolly Buster oder auf was auch immer mache maximal abfahren) Potenzprobleme haben und das (eingebildet oder nicht) durch den Gebrauch des Präservatives verstärkt wird. Es ist irgendwie schon komisch, jeder weiß es, keiner spricht darüber.

    Es gibt nur einen “breiten-”wirksamen Schutz: Die Nichtinfizierten dürfen in keiner Situation die Kontrolle verlieren, niemals ihr Misstrauen aufgeben, sich selbst stets schützen. Sonst tut es keiner oder es ist in 99% der Fälle geheuchelt. Besonders verbreitet ist der Aberglaube, dass verheiratete Männer weniger “gefährlich” wären.

    Georg Keckl