Ruanda – was ist noch zu tun in Kivumu? – Teil 3

Das Hausbauprojekt in Kivumu geht jetzt in die zweite Phase und die heißt nachhaltige Bestandssicherung. Um die Häuser wetterfest zu machen und gegen Spritzwasser zu schützen, müssen sie auf Dauer einen Zementaußenputz erhalten. Hier geht es zu Teil 1 der Reportage: Erfolgreicher Wiederaufbau in Kivumu/Ruanda Hier geht es zu Teil

Das Hausbauprojekt in Kivumu geht jetzt in die zweite Phase und die heißt nachhaltige Bestandssicherung. Um die Häuser wetterfest zu machen und gegen Spritzwasser zu schützen, müssen sie auf Dauer einen Zementaußenputz erhalten.

Hier geht es zu Teil 1 der Reportage: Erfolgreicher Wiederaufbau in Kivumu/Ruanda

Hier geht es zu Teil 2 der Reportage: Frauen – der Wirtschaftsfaktor in Ruanda

Das Spritzwasser kann durch die Installation von Dachrinnen vermieden werden. (Ein Meter Dachrinne aus Kunststoff € 5,-) Die Dachrinnen können angezapft und das Regenwasser in Wassertanks gesammelt werden. Die Wassertanks müssen allerdings mit wasserfesten Ziegeln gemauert werden. (Ein Ziegel 5 Cent). Um das Regenwasser genießbar zu machen, müssen die älteren asbestverseuchten Dächer saniert werden. (Eine normale Bedachung € 300,-) Um die Umwelt zu schützen und die Holzknappheit einzudämmen, muss in den Haushalten vom offenen Holzfeuer auf Solaröfen umgestellt werden. (Solarofen € 375,-) Um auf der begrenzten Bodenfläche die Ernteerträge zu steigern, wird organischer Dünger (Mist) benötigt, da Kunstdünger unbezahlbar ist und fortlaufend zweimal im Jahr geerntet werden muss. (Eine melke, aufstallbare Kuh kostet € 400,- und eine Ziege € 100,-)

Um weitere Teilungen der schon unzureichenden Ackerflächen zu verhindern, müssen den Kindern Lebensperspektiven geboten werden.

(Ein berufliches Ausbildungsjahr € 100,-; Verselbstständigung einer Fachkraft € 500,-; ein Studienjahr € 1200,-; ein Schuljahr Primary School € 50,-; ein Jahr Secondary School € 100,-)

Vier Stunden Fußmarsch zur Schule
Die Gemeinde Kivumu hat 3 Primary Schools mit insgesamt ca. 5000 Schülern. Wegen fehlender Räume werden die 50-köpfigen Klassen in zwei Schichten unterrichtet. Die Lehrer werden von den Franziskanern und der Kirchengemeinde bezahlt. Eine Alternative zur Arbeit in der Landwirtschaft kann der Jugend nur durch gute schulische und berufliche Ausbildung geboten werden. Im örtlichen Schulsystem fehlt dringend eine Secondary School. Aus den 5000 Schülern der Primary Schools qualifizieren sich jährlich ca. 1000 Schüler für den Besuch einer Secondary School. Die nächsten Schulen dieser Art sind heute aber erst nach mindestens 4 Stunden Fußmarsch zu erreichen. Darüber hinaus werden diese Schulen nicht als Internatsschulen geführt. Durch den Bau einer Internats-Secondary-School wollen die Franziskaner die eklatante Lücke im Schulsystem von Kivumu schließen. Zur Zeit wird die Grundstücksfrage geklärt, was im bodenarmen Ruanda oft ein Kunststück ist. Einerseits darf niemand durch einen Verdrängungsprozess enteignet und damit existenzlos werden und andererseits darf der Preis durch den Bodenmangel nicht ins Unerschwingliche steigen. Nach letzten Informationen ist das für Kivumu zentral gelegene Grundstück gefunden und die Preisvorstellungen des Verkäufers sind realistisch, so dass es jetzt nur noch eine Frage des Geldes ist. Jetzt sind unsere Spenden einmal mehr gefragt. Die Gemeinde Kivumu selbst hat mobil gemacht und wird im Rahmen der Nachbarschaftshilfe sehr viel Eigenleistung erbringen. Die Organisation, Planung und Ausführung des Bauvorhabens sind vom Hausbau-Projekt und den schon erfolgten Schulneubauten direkt auf das neue Projekt zu übertragen.

Die Einstellung der Gemeinde, wie sie ausgewogen zwischen Eigennutz und Gemeinnutz pendelnd die gesellschaftlichen Entscheidungen trifft, hat uns immer wieder erfreut und in Staunen versetzt. Unter Anleitung der Franziskaner entwickelt sich mit Fingerspitzengefühl und Weitsicht in Kivumu ein beispielhaftes Gemeinwesen, das jegliche Unterstützung verdient. Hilfe zur Selbsthilfe beim Wiederaufbau und der Entwicklung in Ruanda und dort besonders in Kivumu macht übrigens Spaß und erzeugt innere Zufriedenheit.

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