“Phase zwei”
Ein paar Tage fehlen uns noch zum halben Jahr seit Start der Readers Edition am 6. Juni 2006. Beim Moderatoren-Workshop dieses Wochenende in der Netzeitung-Redaktion schauen wir aber vor allem in die Zukunft: Wo soll die Readers Edition in einem Jahr stehen? Was ist unsere Vision von Citizen Journalism in Deutschland?
Daher geht’s für die Readers Edition in die Phase zwei. Phase zwei heißt Weiterentwicklung der Website als die führende deutschsprachige Citizen-Journalism-Plattform. Wir wünschen uns natürlich mehr Beiträge, wollen den Prozess vom Einstellen von Beiträgen bis zum Veröffentlichen beschleunigen, also die Fakten-Kontrolle und den Redaktionsarbeit für die (ehrenamtlichen) Moderatoren einfacher und attraktiver machen sowie Autoren mehr Hilfe anbieten bei der Recherche und beim journalistischen Schreiben. Bei der Weiterentwicklung und Erweiterung der Readers Edition hilft uns Hugo E. Martin mit seiner Erfahrung aus dem Verlagsgeschäft. Der „alte Verlagshase“ dokumentiert den Projektverlauf auch in seinem kollaborativen Social-Media-Blog. Auch hier wollen wir häufiger über den Stand der Dinge und Entwicklungen im Citizen Journalism schreiben. Ideen und Kritik bitte laut und deutlich mitteilen.
Zum dritten Moderatoren-Workshop gibt es auch eine Bilderschau.











Limited
Die beim Frankfurter Stammtisch angesprochenen Ideen auf Schülerzeitungspojekte, Uniinstitute u.a.m zuzugehen halte ich für ausgesprochen sinnvoll um mehr Beiträge - auch mit lokalem Hintergrund - zu erhalten. Eventuell könnte man das auch in der Forenlandschaft streuen - da ist die RE vermutlich noch relativ unbekannt.
Ich drücke die Daumen.
Läscher
Manueller Trackback: http://blog-briga.de/2006/11/readers-edition-citizen-journalism-in-deutschland/
Reader’s Edition – Citizen-Journalism in Deutschland
26. November 2006 von LeisureLorence
Seit fast einem halben Jahr gibt es Reader’s Edition, ein von der Netzeitung initiiertes Projekt, das Citizen-Journalism eine Plattform in Deutschland bieten soll. Wie wichtig dieses Projekt für Deutschland ist, belegt die Tatsache, dass bisher der Fotohandy-Paparazzo im Auftrag der BILD-Zeitung der bei weitem präsenteste Vertreter dieser neuartigen Berichterstattung ist. Für jeden, dem die Idee des Bürger-, bzw. Leserreporters ein wenig am Herzen liegt, ist also eine vorbildliche funktionierende Plattform mit aktuellen, guten usergenerierten Artikeln sehr wünschenswert.
Leider laboriert die Seite noch an Problemen, die sich hoffentlich als Kinderkrankheiten herausstellen werden.
Es ist gibt viel zu wenige Artikel von zu wenigen Schreibern. Die Artikel, die es gibt, behandeln alles und nichts und schwanken zwischen quasi-professionell, semi-professionell und schauderhaft. Gerade letztere Kategorie, Ausstellungen von Weltanschauungen auf dem Niveau eines Butterfahrtgeplänkels (Links fehlen mit Absicht), machte es schwer, sich bei aller Sympathie sein Interesse für die Seite zu bewahren. Darüber hinaus dürften viele Schreiber davor zurückschrecken, ihre Erzeugnisse in dieser Nachbarschaft zu veröffentlichen, es droht eine Abwärtsspirale. Da macht es Hoffnung, dass die Macher diese Probleme selbst erkannt haben und erfreulicherweise auch direkt ansprechen.
Aber was sind die Ursachen für den offensichtlichen Missstand und wie kann man ihm begegnen?
Zwei Ursachen scheinen mir ausschlaggebend zu sein: […]
recipient
“[…] mehr Beiträge - auch mit lokalem Hintergrund - zu erhalten.”
M. E. einer der grundlegenden konzeptionellen Fehler. Warum sollte hier jemand über typisch lokale Ereignisse berichten? Dafür gibt es geeignetere Plattformen und dankbarere Abnehmer.
Wenn ein Thema tatsächlich lokal/regional relevant ist, dann ist es nur für einen Bruchteil der Leser von Interesse. Und auch das nur theoretisch, denn dieser Bruchteil wird nicht hier danach suchen (Suchstichwort “Oer-Erkenschwick”?). Wenn das Thema aber für eine größere, überregionale Zielgruppe interessant ist, dann gehört es in die entsprechende Sachkategorie. Kultur, Sport, Politik - was auch immer.
Das Gegenteil wäre also richtig: Weg mit dem News-Anspruch, weg mit der Rubrik Lokales. Dafür lieber die Sachrubriken stärken und verstärkt auf Themen setzen, die von ehrenamtlichen Schreibern auch wirklich bedient werden können.
Aber was mische ich mich ein. Der Tausendsassa Hugo E. Martin wird’s schon richten.
Tobias
Ich denke, die RE sollte über ein wie auch immer geartetes Anreizsystem nachdenken. Es muss sich lohnen (nein, nicht einmal unbedingt monetär), in der RE zu schreiben. Beispielsweise muss es für Blogger interessant werden, gute Artikel lieber hier als in ihrem Blog zu veröffentlichen.
recipient
@tobias: Sie haben recht, wenn Sie sagen “es muss sich lohnen”. An was denken Sie dabei, wenn Sie (zu recht) ausdrücklich keine monetäre Anreize meinen?
Mir fallen da nur Ruhm und Ehre ein. Oder etwas weniger pathetisch formuliert: Das gute Gefühl, etwas produziert zu haben, das für Andere von Interesse, vielleicht sogar von Nutzen ist, “der Öffentlichkeit” ein kleines Stück seines eigenen Horizontes vermitteln zu können, ab und zu vielleicht für einen gelungenen Beitrag gelobt zu werden … Neigung, Ehrgeiz, Eitelkeit oder einfach nur die Lust am Schreiben - es gibt viele Motivationen.
Letztlich sind das aber alles weiche Faktoren, die nicht mit dem sehr unpersönlichen News-Konzept der Readers Edition zusammenpassen. Deshalb schreiben die Leute lieber in ihren heimeligen Blogs, Schüler- oder Kiezzeitungen, als in dem kontur- und lieblosen Beitragssammelsurium hier unterzugehen.
Die offenbar auch innerhalb der RE geführte Diskussion um irgendwelche künstlichen Anreizsysteme zeigt mir, dass die Betreiber nicht verstanden haben, was Leute, die schreiben können - und nur um solche geht es ja -, motiviert, dies auch zu tun.
Limited
Phase 3?
Konstatiere gerade einige Veränderungen - Neuer Readers Edition Button, neue Kategorie “wettbewerb”, verändertes Impressum u.a.
Bin ja nicht neugierig (überhaupt nicht :o)) aber auf was kann man sich denn schon freuen? Oder ist das alles noch Testphase?