Osnabrück/Zürich. “Was dann passierte, macht mich nur noch wütend, traurig und sprachlos.” Diesen Satz hat ein Mitglied der Neuapostolischen Kirche (NAK) in einem Internet-Forum hinterlassen. Seine Schilderungen wecken inzwischen das Interesse anderer NAK-Mitglieder, die einen neuerlichen Kurswechsel befürchten. Was plant der Präsident (kirchenintern “Stammapostel”) der Glaubensgemeinschaft, die in Deutschland nach eigenen Angaben noch 380 000 und weltweit 11 Millionen Mitglieder hat, macht er kehrt und rottet die ersten ökumenischen Pflänzchen wieder aus?
Ökumenisch hat es in England begonnen. In Albury sollte in den 20-er und 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts der Kirche neues Leben eingehaucht werden. Als Sammelbecken gedacht war die katholisch-apostolische Gemeinschaft, die zwölf Apostel berief. Doch die Amtskirchen reagierten mit Ablehnung, die neue Bewegung fand sich schnell im Abseits wieder und im Streit in den eigenen Reihen.
1863 waren sechs der zwölf englischen Apostel gestorben, ein Prophet ernannte in Königsberg Nachfolger, die sofort exkommuniziert wurden. Danach gab es neben dem englischen einen niederländisch-deutschen Strang, der weiter zerfaserte, bis der Bahnmeister Fritz Krebs aus Elend (Harz) im Jahre 1896 das Amt des Stammapostels in die Kirchengeschichte setzte.
Für Theologen ist dies das Geburtsjahr der Neuapostolischen Kirche, die allerdings erst seit 1933 so heißt. Kaisertreu, hitlerfreundlich und SED-angepasst lavierte sich die NAK durch die Zeitströme, überstand auch die Wirren nach dem Tod eines Stammapostels, der von Weihnachten 1951 bis Anfang 1960 den Mitgliedern einhämmerte und einhämmern ließ, dass er nicht sterben werde, weil Jesus zu seinen Lebzeiten wiederkomme, und verlegte 1975 den Weltsitz nach Zürich in der Schweiz.
Fortan glaubte diese Glaubensgemeinschaft vor sich hin, dass eine Kirche Apostel haben müsse und nur in ihr der Heilige Geist wirke. Doch 1988 wurde mit dem Schweizer Richard Fehr ein gelernter Werbekaufmann an die Spitze gewählt, der das Oberste zu unterst kehrte, die Werbemethoden modernisierte und Arbeitsgemeinschaften einrichtete, in denen man sich fortan die Köpfe heiß redete. Pfingsten 2005 verabschiedete sich Fehr in den Ruhestand, seinen Nachfolger hielt er nach eigenen Angaben bis zum letzten Moment geheim, es wurde mit Wilhelm Leber aus Hamburg ein promovierter Mathematiker, der Reformkurs zu halten schien. Mit der Anerkennung der Taufe in anderen Kirchen, mit der Lockerung des Anspruchs, die einzig wahre Kirche zu sein und mit weiteren vorsichtigen Annäherungen an Protestanten und Katholiken lüpfte er im Januar und Februar weiter gegen den Stachel neuapostolischer Traditionen – bis zum 26. November 2006 in Osnabrück.
An diesem Sonntag verfiel Wilhelm Leber in alte Denkweisen, berichten entsetzte NAK-Mitglieder in Internet-Foren. Gerettet werden könne die Menschheit wieder nur von den 340 NAK-Aposteln. Ein gewisser Peer wäre da “am liebsten aus der Kirche gerannt”, Bluemchen fragte sich, ob sie eine Fata Morgana erlebt hatte, remuen nahm diese Predigtpassage als “Aufforderung zum Tanz”. Publik gemacht werden in solchen Foren auch schon die nächsten öffentlichen Auftritte von Wilhelm Leber. Die nächste Zerreißprobe beginnt.
Folgender Fehler in der menschlichen Gedankenkette:
Falls es wie erwähnt außerhalb der NAK keine Sündenvergebung gibt, meint jemand
Gott tauft (die ja plötzlich anererkannt wird) einen Menschen ohne vorherige Sündenvergebung. Der einzige Wohlfühlgrund i, GD ist der das sich das alte
Jesuwort wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind bin ich mitten….erfüllt.
Die NAK KL soll anstatt um Ihre Arbeitsplätze zu kämpfen, das Evangelium Jesu Christi verkünden.