Mit diesem Ansturm auf die neue Stadtbahnlinie 1 im Ostthüringischem Gera hatte nicht einmal der Oberbürgermeister der Stadt und einstiger Chef der Verkehrsbetriebe Dr. Norbert Vornehm gerechnet. Tausende nahmen die Bahn in Besitz, die von Untermhaus durch die Innenstadt nach Zwötzen führt. Die Bahn verbindet markante Punkte, wie das Gelände der Bundesgartenschau 2007, die Orangerie, das Theater und den Hauptbahnhof mit der Innenstadt.
Der Oberbürgermeister war sichtlich überrascht, dass drei Tage hintereinander die neuen S-Bahn-Züge überfüllt waren und sich Warteschlangen bildeten. Wer mit der Bahn in den ersten Tagen fahren wollte, musste schon einige Zeit mitbringen, bevor er einen Stehplatz bekam. An einen Sitzplatz war nicht zu denken. Während in einer Werbebroschüre des Verkehrsbetriebes noch von 10.000 Fahrgästen jährlich die Rede war, schienen diese Zahlen am Eröffnungswochenende schon überholt. Dr. Vornehm zeigt sich sehr zufrieden, war er es doch, der maßgeblichen Anteil an der neuen Straßenbahnlinie hat. Gewissermaßen als Lohn konnte er als „Straßenbahnfahrer“ die sechs Kilometer neues Gera in Betrieb nehmen.
Begonnen hatte das 57 Millionen schwere Großprojekt vor 6 Jahren, als der heutige Oberbürgermeister mit seinem Amtsvorgänger beim Bier trinken auf die Idee kam, die Geraer Stadtteile Untermhaus und Zwötzen durch eine Straßenbahnlinie wieder miteinander zu verbinden. Im Mai 2002 beschloss der Stadtrat das Projekt. Gefördert durch Bund und Land begann eine vier Jahre dauernde intensive Bautätigkeit, die das Stadtbild veränderte. Am 3. November war es dann soweit, die Geraer konnten ihr „neues starkes Stück“ befahren. Die Stadt ist damit als Gastgeber für die Bundesgartenschau 2007 gut gewappnet.
57.000.000 € / 25 Jahre = 2.280.000 € Abschreibung / Jahr
2.280.000 € / 10.000 Fahrten = 228 € pro Fahrt alleine an Abschreibung.
Dazu Finanzierungs- und Betriebskosten.
Ich will ja kein Miesepeter sein, aber wäre es da nicht sinnvoller gewesen, auch aus beschäftigungspolitischer Sicht, mit dem Geld einen kostenlosen Taxidienst einzurichten ?
Die 57 Millionen wären nicht irgendwo versickert sondern hätten jahrelang regionale Einkommen gesichert, die ihrerseits wiederum regionale Wertschöpfungsketten initiiert hätten.