Schadensfreiheitsklassen für Arbeitnehmer

Derzeit wird ja viel über die soziale Gerechtigkeit von längerer Auszahlung des Arbeitslosengeldes I für Langzeiteinzahler diskutiert. Dabei wenden Gegner dieses Vorschlages immer wieder ein, dass es sich bei der Arbeitslosenversicherung um eine Risikoversicherung und nicht um eine “Rentenversicherung” handelt. Diesen Gedanken habe ich mal weiter gesponnen. Da ich als

AutosDerzeit wird ja viel über die soziale Gerechtigkeit von längerer Auszahlung des Arbeitslosengeldes I für Langzeiteinzahler diskutiert. Dabei wenden Gegner dieses Vorschlages immer wieder ein, dass es sich bei der Arbeitslosenversicherung um eine Risikoversicherung und nicht um eine “Rentenversicherung” handelt. Diesen Gedanken habe ich mal weiter gesponnen.

Da ich als Arbeitnehmer in erster Linie meinen Job nicht verlieren und somit auch nie Arbeitslosengeld beziehen möchte, ist es für mich erstmal unwichtig, wie lange ich es bekommen würde, wenn ich arbeitslos würde. Was für mich jedoch viel interessanter wäre, ist ein ganz anderer Ansatz.

Nehmen wir zum Vergleich mal die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung. Hier bezahle ich als Fahranfänger einen relativ hohen Beitrag und je länger ich unfallfrei fahre, desto höher wird meine Schadensfreiheitsklasse, was zur Folge hat, dass ich weniger Beitrag zahlen muss. Angenommen ich verursache nun einen Unfall und nehme die Versicherungsleistung in Anspruch, dann werde ich in der Schadensfreiheitsklasse wieder hochgestuft und muss dadurch wieder mehr Beitrag zahlen.

Wenn wir dieses Modell mal auf die Arbeitslosenversicherung anwenden, würde das heißen: Je länger ich arbeite, desto niedriger wird der Beitrag, den ich monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen muss. Wenn ich nun arbeitslos werde, dann steht mir die gleiche Leistung wie allen anderen zu, z.B. ein Jahr Arbeitslosengeld I. Dadurch steigt meine “Schadensfreiheitsklasse” wieder und ich muss bei meiner nächsten Beschäftigung wieder einen etwas höheren Beitrag in die Arbeitslosenversicherung einbezahlen. Das heißt die Leistung ist für alle die Gleiche, aber die Beiträge variieren. Bei einem Jobwechsel bleibt die seitherige “Schadensfreiheitsklasse” natürlich bestehen. Auch wer eine “Pause” (Elternzeit, Auslandsaufenthalt, etc.) einlegt und kein Arbeitslosengeld in Anspruch nimmt, bleibt in seiner SF-Klasse.

Die positiven Nebeneffekte in meinen Augen sind, dass die Lohnnebenkosten für Langzeitangestellte niedriger sind und auch ältere Arbeitnehmer, die schon einige Jahre gearbeitet haben, durch die niedrigeren Lohnnebenkosten für Unternehmen attraktiver werden. Dies könnte in meinen Augen dazu beitragen, die Arbeitslosigkeit zu senken, was das oberste Ziel der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft sein sollte.

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