Die Einnahmen aus der Tabaksteuer belaufen sich jährlich auf 14 Mrd. Euro. Da die Ausgaben für Schäden durch das Rauchen allerdings um ein vielfaches höher liegen, müsste die Tabaksteuer aber drastisch erhöht werden. Unser Autor schreibt dem Bundesfinanzminister einen satirischen Brief.
Herr Bundesfinanzminister,
ich hab’ da mal ‘ne Idee.
Wissen Sie, ich warte derzeit auf mein MacBook. Und da kommen einen die unglaublichsten Ideen. Und weil ich nicht so bin, dürfen Sie’s auch als ihre eigene ausgeben.
Aber der Reihe nach.
Klar, ich brauche Geld. Sie brauchen Geld. Während ich in Apple investiere, sieht’s bei Ihnen mau aus, daher mein Vorschlag wie sie 86 Mrd. EUR jährlich einsparen können. Und so schwer ist das gar nicht. Ehrlich.
Aber der Reihe nach.
Ihre Steuereinnahmen aus dem Tabakkonsum belaufen sich jährlich auf 14 Mrd. EUR. Dem gegenüber stehen Ausgaben i.H.v. 100 Mrd. EUR für Schäden der Gesundheit durch das Rauchen. Merken Sie was?
Aber der Reihe nach.
Jedem halbwegs mit Vordiplom oder wenigstens Bachelor bestandenen Ökönomen oder wenisgtens BWLer sollte einleuchten: Da stimmt was nicht.
Aber der Reihe nach.
Kennen Sie Pigou? Warten Sie, ich helfe Ihnen. Der Mann war Neoklassiker. Kennen Sie nicht? Nicht so wild. Ich habe Ihren Namen auch schon wieder vergessen. Der Mann hatte auch eine Idee. Die Idee einer Steuer. Der Pigou-Steuer.
Aber der Reihe nach.
Die Pigou-Steuer dient der Internalisierung externer negativer wie positiver Effekte. In unserem Fall negativer – sprich Marktversagen. Denn Rauchen tötet. Sie, mich und meine ungeborenden Kinder.
Aber der Reihe nach.
Ich würde sogar behaupten meine Mutter – würde sie selber nicht rauchen – käme auf die Idee: Die Steuer muss mindestens so hoch bemessen sein, das mit ihr die externen negativen Effekte internalisiert werden können. Wie, das verstehen Sie nicht? Rauchen Sie? Ok, ich erklär’s Ihnen.
Aber der Reihe nach.
Der Schaden, verursacht durch das Rauchen – also unser externer negativer Effekt – führt zu einem Wohlfahrtsverlust von 86 Mrd. EUR jährlich. Können Sie folgen? Und wissen Sie was jetzt kommt? Genau, die Pigou-Steuer. Vernachlässigen wir einmal die Nachfrageelastizität bzw. gehen von einer starren Elastizität der Nachfrageseite aus – immerhin handelt es sich um Drogen – müssen wir die Tabaksteuer so weit erhöhen, bis wir das Defizit – unseren externen negativen Effekt – i.H.v. 86 Mrd. EUR jährlich decken können. Für Sie, Herr Bundesfinanzminister, und ihrem Beratungsstab noch einmal ein Zahlenbeispiel unter den o.g. Vorraussetzungen zum besserem Verständnis.
Aber der Reihe nach.
Nehmen wir an, eine Schachtel Zigaretten kostet 5,00 EUR – darin sind 3,00 EUR Tabaksteuer enthalten – also exklusive der Umsatzsteuer. Angenommen diese 3,00 EUR führen zu den o.g. Steuereinnahmen i.H.v. 14 Mrd. EUR – wie hoch muss dann bei gegegeben starrer Nachfrageelastizität die Steuererhöhung pro Zigarettenschachtel ausfallen, wenn ich unseren externen negativen Effekt internalisieren möchte? Na, schaffen Sie das im Kopf? Ok, ich brauche auch ein Stift und ein Blatt.
Aber der Reihe nach.
Für Sie zum mitrechnen: Wenn bei einer angenommen Steuer i.H.v. 3 EUR pro Zigarettenschachtel ein Steuerbetrag von 14 Mrd. EUR jährlich zustande kommt, bedarf es nicht wirklich einer großen Rechenleistung unsere gesuchte Steuererhöhung pro Schachtel ausfindig zu machen.
Aber der Reihe nach.
Wir errechnen aus den o.g. Angaben die Anzahl der konsumierten Zigarettenschachteln per ano. Wissend, dass die Kosten für Raucherbeine & Co. jährlich 100 Mrd. EUR betragen, ergibt sich bei Teilung durch unsere bereits errechneten Schachtelanzahl pro Jahr, der Steuerbetrag pro Schachtel: 21,42 EUR. Da darin bereits die 14 Mrd. EUR – sprich 3,00 EUR pro Zigarettenschachtel enthalten sind, subtrahieren wir Selbiges und erhalten unseren gesuchten Steuererhöhungsbedarf nach Pigou: 18,42 EUR.
Und wenn Sie mir jetzt noch sagen können, wieviel – bei gleichbleibenden Nettopreis – eine Zigarettenschachtel kostet, weiß ich, Sie haben es verstanden.
So, es hat geklingelt, mein Macbook ist da.
Ich hoffe, Sie nutzen meine Idee – ich sag auch niemanden, dass sie von mir ist.
So schwer war das doch gar nicht. Vielleicht versteht es einer ihrer Ökonomen aus dem Beraterstab. Ansonsten, Sie haben meine Adresse.
“traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.”
mich würde mal interessieren wie die auf 100 mrd. / jahr kommen.
gehn die davon aus, dass jeder 2te der krebs hat an den folgen des rauchens gestorben ist? oder ambutieren die wirklich für 100 mrd. im jahr raucherbeine?
oder zählen die einfach alle kranken zusammen die mal angegeben haben das sie rauchen?
“hm ja, der patient hat sich den fuss beim sport gebrochen. das kommt davon wenn man raucht!”