“George W. Bush? - Nein, Danke!” - Interview mit dem Direktor des “besten Hotels der Welt” in Bangkok
Im berühmtesten Hotel der Welt ist der amerikanische Präsident eine Persona Non Grata. Interview mit Kurt Wachtveitl, Direktor des Hotels „The Oriental“ in Bangkok, das jüngst zum 25. Mal zum besten Hotel der Welt gekürt wurde.
Als Wachtveitl, 1937 im Allgäu geboren, 1968 das Hotel übernahm, war das Oriental nur ein heruntergekommenes Etablissement ohne jeden Stern und Luxus. Binnen weniger Jahre führte „Mr. Kurt“, wie der Manager von seinen 1200 Angestellten genannt wird, durch rigorose Umbauarbeiten, neues Personal und innovative Ideen das Oriental an die Weltspitze der Luxushotellerie. 1981 erhielt das Haus erstmals den Titel „Bestes Hotel der Welt“. Wachtveitl wurde in Frankreich zur Persönlichkeit des Jahres gekürt, in Deutschland erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Wachtveitls Mutter war Zimmermädchen im ungarischen Königshaus und erzählte zu Hause vom elitären Leben der Royals und den Reisen dieser Leute. Das führte dazu, dass schon der zehnjährige Kurt sein gesamtes Taschengeld für teure Speisen in exklusiven Restaurants ausgab.
Ihre Mutter hat ja oft von einem glamourösen Leben erzählt. Hat Sie das fasziniert?

Wachtveitl: Im Unterbewusstsein bestimmt. Als ich 10 Jahre alt war, bin ich mit einer Gruppe Pfadfindern mit ganzen 20 DM in der Tasche, was unglaublich viel wert war, zum Chiemsee gefahren. Da bin ich dann in ein nobles Restaurant gegangen und hab „Chicken Pineapple“ gegessen, und mein ganzes Geld war weg. Ich habe dann die restliche Zeit als Parasit der anderen gelebt. Da waren schon die Ansätze zum Luxus da. Mit 16 habe ich dann auch die modischsten Sandalen getragen. Solche, die man bis oben schnürte. Jeder sagte dann „Jetzt ist er ganz verrückt geworden“. Mir war das aber egal.
Also, in jeder Hinsicht, ob das nun ein elitäres Leben war oder Fashion, alles musste ich exzessiv ausprobieren. Das hätte auch unglaublich schief gehen können, wenn da nicht immer ein Gott oder Schutzengel oder meine Frau da gewesen wären. Die Thailänderinnen sind ja auch sehr geschickt, denn sie gehen nicht sofort auf Konfrontation und setzen einem das Messer auf die Brust, sondern geben einfach nie auf, einen ruhig darauf hinzuweisen, wo es endet, wenn man diesen Lebensstil weiterführt. Sie machen das einfach auf asiatische Art. So auch meine Frau.
Sie sind in den 50er Jahren nach Lausanne zur Hotelfachschule gegangen. Wie kam es dazu?
Wachtveitl: 1957 war ich einer der ersten 500 Erkorenen in Deutschland, die der Bundeswehr beitreten sollten. Das war für mich mit meinen Phantasien von Reisen, „Huhn mit Ananas“ und Fashion undenkbar. Von daher habe ich mich erkundigt, was man machen kann, um das zu umgehen. Mir wurde gesagt, man müsse drei Jahre lang das Land verlassen, dann gehöre man zu den Weißen Rängen, was immer das auch ist. In der gleichen Zeit habe ich jemanden getroffen, der gerade von der Hotelfachschule aus Lausanne kam. Der erzählte mir dann, was Lausanne für eine tolle Stadt ist, mit 20.000 Studenten, mit einem irren Nachtleben. Das waren ja nun gerade die späten 50er Jahre, und die Beatles waren auch gerade im Kommen und die Rolling Stones. Und diese Sachen kamen dann irgendwie zusammen. Die drohende Bundeswehr und eine mögliche Berufswahl. Also bin ich dann am 13. Februar 1958 nach Lausanne und blieb da 3 Jahre an der Hotelfachschule.
Dann war der Gang in die Hotellerie eigentlich eine Flucht und kein Kindertraum?
Wachtveitl: Nein, mein Traum war es eigentlich nicht. Aber es war schon früh der Wunsch nach einem elitären Leben da. Und die Welt stand einem offen. Ich war auch nie der Bayer, der da seinen Berg hoch schaut, und das ist dann das Einzige, was ihn interessiert, wie es zum Beispiel bei meinem Vater war. Da gab es einfach kein kleines Nest, wo man sich geborgen fühlte oder beim Finanzamt arbeiten und bald heiraten, wie das meine Eltern wollten. Als ich nach Lausanne ging, haben sie nur die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und gefragt „Was soll denn das bringen, was hast du da für Sicherheiten?“ Ich folgte aber immer nur meiner eigenen Stimme. Als geborener Löwe war ich auch überzeugt von meinen Fähigkeiten, die natürlich bei Null waren. Doch diese innere Stimme war einfach immer da, die mir sagte, ich solle mich nicht von meinem eingeschlagenen Weg entfernen.
Sie haben auch studiert. Kunstgeschichte und Philosophie. Warum?
Wachtveitl: Na ja, man probiert sich einfach aus. Als junger Mensch ist man eben unruhig. Im ersten Jahr in der Hotelfachschule, da war ich ja erst mal Kellner. Service nennt man das. Dann das zweite Jahr in der Küche als Koch und erst im dritten Jahr kam dann das ganze Administrative. Im ersten Jahr habe ich mir natürlich schon gedacht: Als Kellner zu arbeiten, das kann doch nicht alles sein. Als junger Mensch sieht man natürlich überall zuerst den Glamour des Ganzen. Da denkt man daran, Elisabeth Taylor einmal zu sehen oder der Königin die Hand zu schütteln oder ähnliches. Alle diese Jobs bedeuten aber eigentlich nichts anderes als Dienen. Man arbeitet viele Stunden, führt ein ungeregeltes Leben, und Samstag und Sonntag, wenn sich die anderen amüsieren, dann arbeitet man.
Ich war eben offen für alle Möglichkeiten, die das Leben einem so bietet. Also habe ich die Schule immer wieder unterbrochen und bin dann nach Italien und Madrid gegangen, um zu studieren. Irgendwann habe ich dann, Gott sei Dank, meine Frau kennen gelernt, eine Thailänderin, die auch in Lausanne studierte. Da war dann schon ein Rahmen um mein Leben gesetzt und ein Grund wieder zurück zur Schule zu gehen und diese endlich zu beenden. Da war ich kein Luftikus mehr und hab auch davon geträumt, zu heiraten und Kinder zu haben. Ich hab auch gemerkt, dass man mit Philosophie und Kunstgeschichte nicht unbedingt sein Leben bestreiten kann. Aber das hat schon mein Wissen abgerundet.
Haben Ihre Eltern Ihnen damals Inkonsequenz vorgehalten, als Sie von Lausanne weggingen?
Wachtveitl: Ich habe nie darauf gehört, was sie gesagt haben.
Sie haben erzählt, dass Sie in Lausanne Ihre Frau, eine Thailänderin, kennen gelernt haben. Wie haben die Eltern auf beiden Seiten denn auf die Beziehung reagiert? Gab es Vorbehalte wegen der unterschiedlichen Kulturen?
Wachtveitl: Das war ja das Schlimmste für meine Eltern. Eine Asiatin. Bei den Eltern meiner Frau war es aber noch schlimmer. Man schickt ja die Tochter in die Schweiz, damit sie eine Ausbildung absolviert, zurückkommen und einen Sohn mit einem berühmten Namen oder aristokratischen Eltern heiratet. Aber doch nicht, damit sie dann mit so einem Assistant Reception Manager zurückkommt. Ihr Vater ging sogar zu dem Besitzer des Hotels in Pattaya, mit dem ich gerade einen Vertrag unterschrieben hatte und sagte ihm, er solle den Vertrag rückgängig machen. Er wolle mich nicht dort sehen, weil ich hinter dem Rock seiner Tochter her bin. Ich bin dann aber trotzdem dahin.
Gegen den Willen Ihres Schwiegervaters.
Wachtveitl: Gegen seinen Willen, ja. Nach 6 Monaten haben wir dann geheiratet. An dem Tag der Heirat war eine wichtige Gruppe, die Kone-Gruppe, im Hotel. Um 14.00 Uhr am Nachmittag checkten sie aus. Ich habe mich verabschiedet von denen, weil mir das wichtig war, und um 17.00 Uhr war die Hochzeit in Bangkok. Ich bin wie ein Wilder zur Kirche gefahren und muss an die 10 Hunde überfahren haben und kam trotzdem 15 Minuten zu spät. Das gab vielleicht ein Feuer. 500 Leute waren geladen, und ich kam zu spät! Mein Schwiegervater kam raus und hat mich dann zusammen geputzt und die Leute haben verschreckt hinter den Säulen geschaut, was da für ein Donnerwetter herrscht. Nun ja, aber der Beruf ist eben auch immer meine Familie gewesen. Ich sage ja auch immer, das Oriental-Hotel ist meine Mätresse und die Familie eben die Familie.
Sind Sie denn damals hauptsächlich aus Liebe nach Thailand gegangen, oder gab es auch andere Gründe?
Wachtveitl: Es waren schon zwei Sachen. Nach der Hotelfachschule, meine Frau und ich kannten uns schon vier Jahre, da ist sie zurück nach Thailand gegangen und ich ins Hilton nach London. In dem Hotel war ich todunglücklich, weil ich da nur eine Nummer war. Ich wollte da weg. Das andere natürlich war mein Herz. Die Emotionen spielten eine wichtige Rolle. So lange jemand da ist, macht man sich ja eigentlich keine großen Gedanken, aber wenn dann der andere weg ist, sieht das anders aus. Wahrscheinlich geht es einem auch so, wenn jemand stirbt. Ich habe ihr dann geschrieben, ob es für mich eine Möglichkeit gibt, in Thailand zu arbeiten. Sie hat mir dann einen Job in einem Hotel in Pattaya besorgt.
War es eine große Umstellung für Sie, schließlich nach Thailand zu gehen?
Wachtveitl: Nein, meine Frau und ich haben schon in Lausanne mit vielen thailändischen Studenten zusammen gesessen, uns viel unterhalten und zusammen gegessen. Da habe ich schon viel von der Art der Leute mitbekommen. Als ich dann nach Thailand kam, da war das so, als hätte ich in einem früheren Leben schon mal hier gelebt. Da gab es keine große Suprise.
Eine Art Deja Vu?
Wachtveitl: Ja. Die Körpersprache, die Fröhlichkeit der Menschen, die Lebensart, der Buddhismus, das war eigentlich alles nichts Neues mehr für mich.
Wie haben Sie denn eigentlich Ihre Kinder erzogen? Welche Werte haben Sie ihnen mitgegeben?
Wachtveitl: Wir haben ihnen immer alles gegeben und fanden ja auch tausend Ausreden dafür. Da hieß es dann immer, den Kindern soll es besser gehen, und man war immer viel zu nachgiebig.
Ich kann aber zum Beispiel überhaupt nicht begreifen, wie man Kindern mit 3 Jahren schon Fashion-Stücke von Versace kauft. Da laufen die dann schon rum wie auf dem Laufsteg. Was will man diesen Kindern später noch geben, wenn sie dann älter sind? Wenn die Eltern erzählen, dass sie ihren Kindern einen Leder- oder gar Pelzmantel für 4.000 EUR in Paris kaufen? Diese Menschen kann doch später mit nichts mehr zufrieden stellen.
Mit 10 Jahren haben wir unsere Kinder dann für 9 Jahre in ein Internat nach Deutschland geschickt, was nicht einfach war. Aber ich hatte nie Zeit für die Kinder und sagte mir damals „Besser man gibt den Kindern eine gute Erziehung“. Dafür hatte ich einfach keine Zeit. Ich habe von 8 Uhr in der Frühe bis 11 Uhr abends immer gearbeitet. Nur am Sonntag hat man sich hin und wieder gesehen, und sonst war da eigentlich kein geregeltes Familienverhältnis, wie man sich das so vorstellt mit Eltern und Kindern. Meine Frau arbeitete 25 Jahre lang bei Air France und so bekamen wir dann die Tickets zum halben Preis. Da konnten die Kinder in den großen Ferien und Ostern und Weihnachten hierher kommen. Das war Quality-Time, da hat man dann das Beste daraus gemacht.
Sie sind vor fast 40 Jahren nach Pattaya gegangen. Zu der Zeit hat ja auch der Vietnam-Krieg begonnen. Haben Sie davon viel mitbekommen?
Wachtveitl: Zu Anfang, die ersten 6 Monate, waren im Schnitt nur 8 Thais pro Woche in dem Hotel, die am Wochenende an den Golf von Siam kamen. Den Rest der Zeit war das Hotel leer. Dann bekam ich von der amerikanischen Botschaft eines Tages einen Anruf. Das ganze Hotel wurde für Ingenieure gebraucht, die den größten Militärflughafen in der Nähe von Pattaya bauten, von wo aus die B 52 Bomber die Vietnamesen und Kambodschaner bombardierten. Das war ja auch wieder eine Ironie. Ich bin weg vom Militärdienst und kam dann in diese amerikanische Militärmaschine rein. Ich war da mittendrin mit 120 Ingenieuren, und meistens drehten sich alle Gespräche um Huren und eine Flasche Whisky. Ich musste das dann regeln, damit wir die nicht verlieren.
1967 haben Sie dann als General Manager das Oriental übernommen. Wie kommt man an so eine Position mit gerade mal 30 Jahren?
Wachtveitl: Das Hotel war damals schon 90 Jahre alt, hatte aber nicht mehr als 100 Zimmer und machte überhaupt keine Anstalten, seine Geschichte zu kommerzialisieren. Die Suiten zum Beispiel in der Author`s Suite, die hießen damals nicht „Joseph Conrad“, „James Michener“, „Sommerset Maugham“ oder „Noel Coward“, sondern das war dann einfach Suite 1, 2, 3 oder 4. Schließlich kamen dann innerhalb von 2 Monaten drei Sachen zusammen.
Jim Thomson, einer der Direktoren des Oriental und die treibende Kraft, der war plötzlich in Malaysia verschollen. Außerdem hatte das Intercontinental hier in Bangkok eröffnet. Die Belegung ging innerhalb von drei Monaten von 100% auf gerade mal 10% zurück. Die Gäste waren also weg. Und zuguterletzt hatte der Manager von einem Händler Buddha-Köpfe gekauft, die erst wenige Tage zuvor aus einem Tempel gestohlen worden waren. Der musste dann am gleichen Abend noch aus dem Land fliehen, denn sonst hätte er Thailand nur noch hinter Gittern erlebt. Der Besitzer des Oriental hat dann in Pattaya den Besitzer unseres Hotels angerufen und gefragt, ob er nicht jemanden wüsste, der das Oriental übernehmen wolle. 3 Tage später bin ich dann nach Bangkok geflogen und war dann plötzlich der neue General Manager des Oriental. Das Intercontinental hat in seiner Geschichte 16mal die Manager gewechselt, nach 30 Jahren wurde das Hotel schließlich abgerissen. Typisch amerikanisch. Im ersten Jahr noch Enthusiasmus und im dritten Jahr ist die Motivation bei den Managern schon down. Ja, ich bin aber geblieben mit dem Oriental. Seit 37 Jahren.
Sie haben das Hotel dann ja letztendlich völlig auf den Kopf gestellt.
Wachtveitl: Ja, da hatte ich auch wieder viel Glück gehabt. Die Firma, die das Hotel gekauft hatte, das war Ital-Thai, eine große Hoch- und Tiefbaugesellschaft. Ital-Thai, das ist, wie der Name schon sagt, ein Thailänder und ein Italiener. Und der Italiener, ein Ingenieur aus Genua, das war ein Mann von Welt und liebte gutes Essen, guten Wein, Zigarren und Cognac. Das war auch der Grund, warum er in die Hotellerie eingestiegen ist, weil er immer sagte, ich bin so viel unterwegs, geh in die besten Hotels, die besten Bars, und ich weiß, was ein Hotel braucht. Ich kann mich noch gut erinnern: Als ich im November ins Oriental-Hotel kam, da standen wir unten im Garten und ich fragte ihn, wo wir denn jetzt anfangen sollen. Der meinte dann, das sei ganz unwichtig, ob ein Zimmer alt oder neu sei, aber das Normandie-Restaurant, das müsse neu gemacht werden. Ganz französisch, mit einem französischen Chefkoch und den besten Weinen. Und dann würden die Leute auch wieder ins Oriental kommen. Und er hatte Recht! Liebe geht wirklich durch den Magen. Die Leute kamen, und es war egal, dass die Zimmer alt waren oder die Air-Condition einen riesigen Krach machte.
In dieser Zeit, als wir das Hotel gerade umbauten, kam dann auch noch ein französischer Chef in mein Büro und sagte, er suche nach einem neuen Job. Der hat in den besten Häusern von Paris gearbeitet! Ich fragte ihn, ob er denn hier nach Bangkok zum Urlaub gekommen sei. Aber nein. Einen Tag zuvor hatte er seiner Frau erzählt, er würde nur um die Ecke Zigaretten kaufen. Stattdessen hat er sich direkt ins Flugzeug gesetzt und ab. Der ist einfach nach Bangkok geflogen und suchte jetzt hier einen Job. Ja, das war dann unser Executive-Chef für die nächsten 15 Jahre. Danach haben wir ihn verloren. Seine Frau kam plötzlich. Sie hatte inzwischen zwar wieder neu geheiratet, einen Industriellen, der aber auch schon wieder verstorben war. Sie kam also hier als Gast und wusste überhaupt nicht, dass er hier war. Sie haben sich dann wieder getroffen, wieder geheiratet und sind dann zurück nach Paris.
Haben Sie damals bei der Inneneinrichtung auch mitgeplant? Sie haben ja Kunstgeschichte studiert und hatten sicher auch eigene Vorstellungen, eine Idee von Formen und Farben. Oder haben Sie sich allein auf die Architekten verlassen?

Wachtveitl: Wenn etwas umgebaut wird, hat man immer drei verschiedene Architekten. Ich hab denen schon gesagt, wie ich mir das vorstelle. Als wir die Zimmer im Neubau geplant haben, hab ich einfach gesagt: Ich möchte, dass das Leben auf dem Chao Praya, die Fröhlichkeit der Menschen, auch das Exotisch, alles, was man da draußen hat, dass alles sich auch in den Zimmern widerspiegelt. Wenn jemand in der Frühe die Augen aufmacht, dann soll er einfach wissen, dass er in Thailand ist und nicht irgendwo in Schweden oder in Australien.
Daraus erklärt sich sicher auch Ihre besondere Liebe zum Hotel. Immerhin sind Sie dem Oriental nie untreu geworden.
Wachtveitl: Ich hab das noch nie so gesehen, aber wo Sie das jetzt so sagen, ja, das stimmt schon. Das ist wirklich fast wie ein Kind, das man großzieht.
Ist immer noch der Ansporn da, es womöglich noch weiter zu verbessern? Oder finden Sie es gut, so wie es jetzt ist?
Wachtveitl: Nein, also das Hotel steht jetzt. Wir haben in den letzten 5 Jahren über 60 Millionen Dollar investiert. Das Einzige, was noch zu machen ist, das ist das Veranda-Restaurant. Die Zimmer, Restaurants, die Public Areas, so wie sie heute sind, das bleibt so.
Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle als Direktor des berühmtesten Luxushotels der Welt?
Wachtveitl: Ich bin ein Sozialarbeiter, um die Millionäre dieser Welt glücklich zu machen. Denn jeder unserer Gäste, jeweils zur Hälfte Geschäftsleute und Travellers, wollen sich einfach weit von der Heimat geborgen fühlen. Sie gehen heute in ein Luxushotel, weil Sie die Sicherheit wollen, weil Sie keinen Gefahren ausgesetzt sein wollen, sie wollen ein Hotel, dass Sie nach einem Langstreckenflug wieder so schnell wie möglich aufrichtet. Und dafür haben wir eben zehn Restaurants, zwei Swimming Pools, einen Garten, ein Spa, Sportmöglichkeiten und Exkursionen, die man machen kann. Wichtig ist, dass die Leute sich einfach wohl fühlen.
Wie gestaltet sich das Luxusreisen heute?
Wachtveitl: Die Leute, die Geld haben, schirmen sich mehr und mehr ab. Ob sie in ihren eigenen Clubs sind, oder ob sie in einem Villenviertel leben – sie haben z.B. ihr eigenes Boot, man ist im Golfclub, auf Reisen reist man Business Class oder First Class, weil man dort eben wieder eine eigene Lounge hat, und zum Skifahren geht man eben auch in ein Luxushotel, wo man wieder unter sich ist. Man kann sich verkriechen vor den Massen.
Was denken Sie, ist auch der Fluss das Geheimnis für den Erfolg des Oriental?
Wachtveitl: Es sind bestimmt vier Säulen. Es ist natürlich der Fluss, aber auch die Geschichte des Oriental. Die Menschen werden ja immer nostalgischer in dieser schnelllebigen Zeit. Außerdem ist das Oriental wie eine Oase, ein Ressort mitten in der Stadt, auf beiden Seiten des Flusses verteilt, und dazu noch in bester Innenstadtlage. Ja, und zuletzt sind da natürlich die 1200 Angestellten. Sie wissen genau, wie sie an Amerikaner, Franzosen, Asiaten oder Gäste aus dem Mittleren Osten herantreten müssen, und was die wollen.
Spielt der Chao Praya River auch für Sie eine besondere Rolle?
Wachtveitl: Ich bin einmal zu einem Wahrsager gegangen. Nur einmal. Der sagte mir dann, ich müsste immer am Wasser leben, dann wäre ich ein sehr glücklicher Mensch. Und es stimmt. Ich habe ja mein ganzes Leben lang immer am Wasser gelebt. Dabei bin ich ja überhaupt nicht abergläubisch. Dieser Hokuspokus sagt mir ja überhaupt nichts. Aber Wasser ist natürlich unwahrscheinlich gut, das ist fast wie Lemongrass-Tea, wenn man den am Abend trinkt, dann schläft man viel besser. Ich kann auch stundenlang ins Wasser reinstarren, Gedanken und Prinzipien formulieren, die wahrscheinlich mein Leben gestalten.
Gefällt Ihnen die Arbeit in Asien nach so langer Zeit auch noch?
Wachtveitl: Ich sage immer, ich bleibe so lange hier, wie die Angestellten mitmachen. Und die machen auch einfach, was man ihnen sagt. Das ist natürlich ein paradiesisches Leben für einen Hotel-Manager. Denen muss man nicht viel sagen, denn bei den Thais sind die Familienzustände noch wie vor 80 Jahren in Europa. Die ganze Familie wohnt noch zusammen. Der Umgang mit Menschen ist einfach dadurch ein anderer. Ein Kellner zum Beispiel, der geht auf die Gäste zu, als hätte er einen Freund am Wochenende bei sich zuhause. Alle Angestellten sind einfach sehr professionell und hoch motiviert. Das ist eine einzigartige Konstellation.
Haben Ihnen die Ereignisse der letzen Jahre – SARS & Co. - eigentlich zu schaffen gemacht?
Wachtveitl: Die letzten drei Jahre waren nicht leicht mit SARS, Terrorismus, Hühnerpest und dem Irak-Krieg. Ich glaube, dass ich so ein Jahr nicht noch einmal mitmachen würde. Denn die guten Gäste kommen dann nicht mehr, der Profit bricht zusammen und dann fragt man sich schon, ja was soll ich hier noch? Wenn die Gäste nicht mehr kommen, dann brauche ich auch nicht mehr hier zu bleiben. Man macht das ja alles, weil es einfach Spaß macht, nicht wegen des Gehaltes zum Ende des Monats.
Wenn jemand so lang und hart arbeitet wie Sie, haben Sie da überhaupt noch Zeit für Hobbies?
Wachtveitl: Ich gehe vielleicht mal eine Stunde joggen, spiele mal Tennis, hebe Gewichte oder praktiziere in der Frühe mal eine Stunde Yoga und Meditation. Aber ansonsten bleibt wenig Zeit für so was. Ich gehe auch selten aus dem Hotel raus.
Gestern gab es in der französischen Botschaft einen Empfang, da bin ich eigentlich nur hin gegangen, weil sie unsere Nachbarn sind und ich konnte da einfach schnell rüber laufen. Das war ein Abschiedsabend für den amerikanischen Botschafter. Die Amerikaner und Franzosen haben zwar so ihre Probleme miteinander, aber das war sehr lustig und interessant. Weil man eigentlich sieht, wie gut Menschen untereinander zusammen leben könnten, wenn es nicht immer Politiker gäbe und links und rechts Minoritäten, die da was anzünden. Ich meine, der französische und der amerikanische Botschafter, das sind hier die besten Freunde. Die können sich alles sagen, man lacht zusammen.
Natürlich, wenn Sie heute einen Politiker in Amerika haben, der dann sagt, dass man den französischen Wein in den Graben schütten sollte und keinen französischen Käse mehr essen soll, ja, dann gibt es natürlich viele Leute, die das aus patriotischen Gründen dann machen. Dabei ist das unverantwortlich, so was zu machen.
Würden Sie sich freuen, wenn George Bush bei Ihnen zu Gast wäre?

Wachtveitl: Also, er war ja in Bangkok im letzten Jahr und wohnte Gott sei Dank im Grand Hyatt Hotel! Da fand hier die APAC-Konferenz statt. Als wir die Daten für die Konferenz bekamen, da habe ich sofort den Sultan von Brunei angerufen und gefragt, ob er, wie üblich, die obersten 5 Etagen buchen will. Der sagte dann zu. Durch ihn war dann das Thema geregelt für uns. Denn wenn der Sultan von Brunei bucht, dann ist das nicht für drei Tage, sondern mindestens für eine Woche. Er kommt dann mit seiner ganzen Familie und bringt seine eigenen Möbel mit und die eigenen schwarzen Satin-Betttücher. Da braucht man schon mal gut drei Tage, bis man zum Beispiel die ganzen Bilder ausgetauscht hat, da auf denen vielleicht was abgebildet ist, was für Muslims nicht infrage käme. Das ist also immer ein riesen Geschäft, wenn der Sultan kommt. Und außerdem muss man so den Bush nicht nehmen. Hätten also die Amerikaner gefragt, so hätten wir gleich antworten können: „Sorry, aber hier ist nichts mehr frei“. Wir haben uns also mit Muslimen und Asiaten umgeben und machten für die hier neun verschiedene Parties, wo ich den Bush ja auch mal erlebt habe. Ich will da aber nicht näher darauf eingehen.
Erzählen Sie doch bitte…
Wachtveitl: Am letzten Tag fragte der thailändische Minister Taxin bei einem Arbeitsmittagessen die Kanadier, Amerikaner und Japaner, was für sie die drei wichtigsten Punkte im nächsten Jahr sind und über die Schwierigkeiten, mit denen sie leben müssen. Da hat jeder dann seinen Senf dazu gegeben, außer Bush. Ich will nicht eingehen darauf, was er sagte. Seine Leute saßen da hinter ihm und haben ihn gefüttert mit formellen Antworten. Das war schon sehr peinlich. Das sagt doch wirklich alles.
Sie haben ja sehr viele VIPs in ihrem Hotel. Sicherlich haben einige doch auch sehr ausgefallene Wünsche. Gab es dabei auch einmal etwas, das Sie nicht erfüllt haben? Etwas, das zu weit ging?
Wachtveitl: Na ja, ich mache eigentlich alles, solange es im gesetzlichen und moralischen Rahmen bleibt. Wir wollen ja nicht weiser sein als der Vatikan im Papst. Elisabeth Taylor war vor 20 Jahren mal hier und wollte einen kleinen Baby-Affen. Den haben wir ihr auch besorgt, was natürlich eine Katastrophe war. Das ging damals durch die Zeitung, da diese kleinen Affen ohne die Mutter ja sehr schnell eingehen. Das war ein typischer Fall, aus dem wir dann auch gelernt haben. Da wurden wir ja international von den Medien geknechtet. Das sind dann schon so Fallen, in die man hinein tappt, weil man sich sagt „Der Gast ist das wichtigste. Sie will einen Affen? Ja, dann holt sofort einen Affen!“. Heute würden wir das nicht mehr machen.
Ich kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir einem Gast in den letzten Jahren einen Wunsch abgeschlagen hätten. Ja, nun, wenn ein Gast jetzt zum Beispiel drei Frauen will oder drei Männer und dann ist das Cameron Diaz – nicht dass das passiert wäre, aber wenn - ja klar, dann organisiert man das. Dafür zahlen die Gäste ja auch 2.000 oder 3.000 Dollar pro Nacht für eine Suite. Wenn einer nun alles zusammen haut und alles bezahlt, dann ist das ja auch o.k. In den letzten 20 Jahren ist das einmal vorgekommen. Da war Billy Idol hier. Der hat dann alles zusammen geschlagen, weil man das so machte. Das gehörte zu einem Rockstar dazu. Da haben wir ihm dann eine Rechnung über 50.000 Dollar geschickt, und er hat das dann auch bezahlt mit seiner American Express Karte.
Und ansonsten muss man einfach immer darauf schauen, dass die VIPs alles bekommen, was sie wollen. Da haken wir sofort nach. Wenn ich irgendwas wissen will über einen deutschen Politiker, dann rufe ich meinen Freund im Adlon in Berlin an. Der sagt mir dann, was das für eine Nummer ist. Und wenn man weiß, dass - wie bei Schröder und Fischer - die Leute schon fünfmal verheiratet waren, dann geht der bestimmt nicht um 20 Uhr ins Bett mit einem grünen Blattsalat. Wir haben jeden V.I.P. durchleuchtet, bevor der hier reinkommt. Und dann geben wir denen einfach alles, was ihrem Life Style entspricht, und dann sind die glücklich! Wenn ein Superstar kommt, dann kriegt der natürlich auch die Presidentual Suite. Das könnte ja sonst so verstanden werden, als wäre er nicht mehr so wichtig oder schon auf dem absteigenden Ast. Diese Leute wollen von allem das Beste. Die beste Privatmaschine, das beste Hotel, die beste Suite. Und das beste Auto muss am besten 50 Meter lang sein, auch wenn man damit in keine Kurve mehr reinkommt. Das ist einfach Teil ihres Lebens.
Ihre Gäste wohnen im Oriental. Aber wo wohnen Sie eigentlich?
Wachtveitl: Im obersten Stock unseres Spas. Seit 10 Jahren. Wir haben auch ein Haus am Fluss, 30 km von hier. Wieder am Fluss. Aber da war ich in den letzten 6 Wochen zum Beispiel kein einziges Mal. Wir haben jetzt hier Hochsaison, und am Wochenende fahre ich dann nach Chiang Mai.
Dort haben Sie kürzlich ein neues Hotel, das Dhara Dhevi, eröffnet. Was erwartet die Gäste dort?
Wachtveitl: Es ist im Stil der alten Lhana-Kultur erbaut, die im 13-16 Jh. im Norden Thailands und Burmas entstanden ist. Die ganzen architektonischen Gebäude, die Tempel und alten Häuser, alles, wirklich alles wurde bis ins kleinste Detail im Stil der alten Lhana-Architektur erbaut. Wir haben 66 Villen und 80 Suiten und 5 verschiedene Restaurants. Wir haben die besten Köche und einen Spa, der ein Nachbau des alten Königs-Palastes in Mandalay ist. 3000 Quadratmeter groß. So etwas habe ich sonst noch nirgendwo auf der ganzen Welt gesehen. Unser Ziel ist es, binnen zwei bis drei Jahren mit dem Dhara Dhevi das beste Resort der Welt zu werden.
Wird der Spa denn das Herzstück sein?
Wachtveitl: Ja. Wir wollen das Religiöse verbinden mit Diät, Wellness, Yoga und Meditation. Daher wird es „Holistic-Center & Spa“ heißen. Das kann man auch nicht überall finden. Am Bodensee kann man so was zum Beispiel nicht machen, auch wenn heute jedes Dorf da sein Wellness-Zentrum hat. Das ist ja völliger Blödsinn. Da braucht man auch die richtige Umgebung dafür, und Chiang Mai bietet das.
Inwieweit wird denn der Spa religiös sein?
Wachtveitl: Buddhistisch natürlich. Wir werden ein Ayurveda-Zentrum errichten. Wir werden den Gästen auch einen Lifestyle bieten, was das Essen anbetrifft. Auch wenn man in New York wohnt, soll man das, was man in Chiang Mai lernen kann, nach Hause mitnehmen. Dafür haben wir Profis angestellt. Man kann den Gästen in ein paar Wochen etwas mit auf den Weg geben, mit dem sie viel besser leben können. Etwas für Seele, Geist und Körper.
Und wie sehen Sie die Zukunft der Wellnessbewegung?
Wachtveitl: Wenn Sie die Zahlen aus Amerika nehmen: die Zuwächse sind sagenhaft! In Amerika waren es im letzten Jahr 13 Milliarden Dollar und im nächsten Jahr werden es 23 Milliarden Dollar sein, allein diese Zuwächse sind ungeheuerlich! Ich glaube, dass ein Luxushaus schon in ein oder zwei Jahren nicht mehr ohne Spa auskommen kann. Ich glaube, dass die Menschen immer mehr dem Stress ausgesetzt sind, und wenn dann unsere Gäste hinüber auf die andere Seite des Flusses fahren in den Oriental Spa, die gehen da hinein wie gute Katholiken in die Kirche gehen, um sich Körper, Geist und Seele zu reinigen. Was hier oft passiert in unserem Spa, ist, dass die Gäste so gestresst sind, so fertig sind, dass sie dann zu weinen anfangen, dass sie nach all dem Stress ihres beruflichen Lebens sich plötzlich fast wie erlöst finden. Früher ging man zur Beichte und hat dem Priester all seine Sünden erzählt, und dann hat man die Hostie bekommen, und dann fühlte man sich wieder irgendwie leichter und wohler, man hatte irgendwie abgelegt. Heute ersetzen die Spas in vielen Belangen die Religion.
War das Dhara Dhevi noch einmal eine neue Herausforderung für Sie? Der gesuchte Kick, noch einmal bei Null anzufangen und etwas mit aufzubauen?
Wachtveitl: Es hat sich so ergeben. Es war einfach eine wirtschaftliche Idee da. In Chiang Mai sind alle Gäste im Moment im Four Seasons. Gäste, die in unsere Häuser gehen würden, sobald diese da sind. Die kommen einfach zu uns, weil sie wissen, dass wir nur Häuser bauen, die einzigartig sind. Zum zweiten ist es natürlich so, wie Sie sagen. Das Adrenalin kommt wieder in Wallung, weil es etwas Neues ist und weil man wieder etwas aufbauen kann. Da weiß ich auch einfach, das wird das Beste auf der ganzen Welt!
Werden Sie dann auch ins Dhara Dhevi gehen oder bleiben Sie in Bangkok?
Wachtveitl: Wir haben da oben einen General Manager, dem ich mein ganzes Wissen und meine Erfahrung aus 37 Jahren gerade übermittle. Ich bleibe auf jeden Fall dem Oriental-Hotel treu und bleibe hier.
Eine letzte Frage. Was hätten Sie eigentlich gemacht, wenn Sie den Abschluss an der Hotelfachschule nicht geschafft hätten. Was denken Sie, wäre dann aus Ihnen geworden?
Wachtveitl: Ich hätte auch total vergammeln können. Da waren ja noch die Zeiten, die 60er und 70er Jahre, wo man nach Katmandu ging und einfach alles ausprobiert hat. Aber ich glaube ja auch, dass man einen Schutzengel hat, der einen begleitet. Die Reise wäre dann vielleicht einfach woanders hingegangen, vielleicht wäre ich ja der Karl Lagerfeld geworden. Ich weiß nicht. Irgendwie hätte ich mich auch in diesem Niveau bewegt und hätte auch meinen Mann gemacht. Aber so überzeugt von der Sache bin ich eigentlich nicht.
Das Gespräch führte Jürgen Gutowski.












Wolff
Grossartiger Bericht!
Bettina Höfer
Alle Achtung! Ein Mann mit Format. Sehr interessantes Gespräch. Bitte mehr davon.
Stefan Mundt
Kurt Wachtveitl for President!
A. Habedank
Wahnsinn, sehr gutes Interview mit einem Top-Mann, werde wohl mein Erspartes nach Bangkok tragen müssen. Frohes Fest!
Sam
Sehr gut, danke!
Willy Meurer
Kurt Wachtveitl…
…eine echt sympatische Erscheinung
Seine Einstellung zu Mr. George ‘Dubya’ Bush macht ihn mir noch sympatischer!
Österreicher und Deutsche wissen ja noch aus eigener leidvoller Erfahrung, was die Amerikaner erst noch lernen müssen:
“Wenn man einen Irren führen läßt,
wird man ja auch prompt in die Irre geführt!”
Herzliche Grüße nach Bangkok,
Willy Meurer
Bernd katzschner
Unangenehmer Typ dieser Kurt Wachtveitl, mir ist da der ihm verhaßte G.Bush mehrfach lieber. Bernd Katzschner
tet
Oh man, was für eine Pflaume…
PoliticallyIncorrect.de
Mehr zum plumpen Bush-Basher Kurt Wachtveitl gibts hier: http://www.politicallyincorrect.de/2006/12/orientalchef_kurt_wachtveitl_d_1.html
Bernd katzschner
Ich muß meine Meinung wohl auch begründen:
Als ich 10 Jahre alt war, bin ich mit einer Gruppe Pfadfindern mit ganzen 20 DM in der Tasche, was unglaublich viel wert war, zum Chiemsee gefahren. Da bin ich dann in ein nobles Restaurant gegangen und hab „Chicken Pineapple“ gegessen, und mein ganzes Geld war weg. Ich habe dann die restliche Zeit als Parasit der anderen gelebt.= MEIN KOMMENTAR : FRÜHE CHARAKTERSUDIE - EINFACH PARASITÄR
Da waren schon die Ansätze zum Luxus da. Mit 16 habe ich dann auch die modischsten Sandalen getragen. Solche, die man bis oben schnürte. Jeder sagte dann „Jetzt ist er ganz verrückt geworden“. Mir war das aber egal.= SPRICHT FÜR SICH
Ich habe nie darauf gehört, was sie gesagt haben.= ARROGANT
Mit 10 Jahren haben wir unsere Kinder dann für 9 Jahre in ein Internat nach Deutschland geschickt, was nicht einfach war. Aber ich hatte nie Zeit für die Kinder = NA JA
Wachtveitl: Ich bin einmal zu einem Wahrsager gegangen. Nur einmal. Der sagte mir dann, ich müsste immer am Wasser leben, dann wäre ich ein sehr glücklicher Mensch. Und es stimmt. Ich habe ja mein ganzes Leben lang immer am Wasser gelebt. Dabei bin ich ja überhaupt nicht abergläubisch. Dieser Hokuspokus sagt mir ja überhaupt nichts. ??????????????????
Wir haben uns also mit Muslimen und Asiaten umgeben und machten für die hier neun verschiedene Parties, wo ich den Bush ja auch mal erlebt habe. Ich will da aber nicht näher darauf eingehen.
Ich kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir einem Gast in den letzten Jahren einen Wunsch abgeschlagen hätten. Ja, nun, wenn ein Gast jetzt zum Beispiel drei Frauen will oder drei Männer und dann ist das Cameron Diaz – nicht dass das passiert wäre, aber wenn - ja klar, dann organisiert man das. SO WAS GEFÄLLT MIR AUSNEHMEND. GAR AUCH MÄDCHEN??
Und ansonsten muss man einfach immer darauf schauen, dass die VIPs alles bekommen, was sie wollen. Da haken wir sofort nach. Wenn ich irgendwas wissen will über einen deutschen Politiker, dann rufe ich meinen Freund im Adlon in Berlin an. Der sagt mir dann, was das für eine Nummer ist. Und wenn man weiß, dass - wie bei Schröder und Fischer - die Leute schon fünfmal verheiratet waren, dann geht der bestimmt nicht um 20 Uhr ins Bett mit einem grünen Blattsalat. UND DIESE TYPEN GEFALLEN IHM STATT BUSH. ER WAR SCHEINBAR LANGE NICHT IN DEUTSCHLAND, SONST HÄTTE ER DIE LANGZEITSCHÄDEN HIER STUDIEREN KÖNNEN
Wachtveitl: Wenn Sie die Zahlen aus Amerika nehmen: die Zuwächse sind sagenhaft! In Amerika waren es im letzten Jahr 13 Milliarden Dollar und im nächsten Jahr werden es 23 Milliarden Dollar sein,…KLAR KANN MAN MIT ESOTERISCHEM QUARK GELD MACHEN
Na ja
Thomas Wanhoffs Weblog » Das Problem der Readers Edition…
[…] .ist nicht die Qualität, wie dieser Beitrag über das Oriental in Bangkok beweist […]
V8Fan
dieser veitel-wicht ist in meinen augen nichts anderes als ein-wie er es selbst schon gesagt hat- parasit und zwar ohne manieren und ohne moral. wie man solch einem zeitgenossen eine plattform bieten kann, damit er seinen schmonsens herumplappern kann, ist mir ein rätsel. aber jeder ist für etwas nutze, im schlimmsten fall als schlechtes beispiel - eben wie dieser veitel-wicht.
Bernd katzschner
Hab ich vergessen:
Wachtveitl: Zu Anfang, die ersten 6 Monate, waren im Schnitt nur 8 Thais pro Woche in dem Hotel, die am Wochenende an den Golf von Siam kamen. Den Rest der Zeit war das Hotel leer. Dann bekam ich von der amerikanischen Botschaft eines Tages einen Anruf. Das ganze Hotel wurde für Ingenieure gebraucht, die den größten Militärflughafen in der Nähe von Pattaya bauten, von wo aus die B 52 Bomber die Vietnamesen und Kambodschaner bombardierten. Das war ja auch wieder eine Ironie. Ich bin weg vom Militärdienst und kam dann in diese amerikanische Militärmaschine rein. Ich war da mittendrin mit 120 Ingenieuren, und meistens drehten sich alle Gespräche um Huren und eine Flasche Whisky.
Toll mit den Vietnam-Bombern. Ich dachte er ist Pazifist? Na ja - Geld stinkt ja nicht.
Bernd katzschner
Wachtveitl: Wenn ich irgendwas wissen will über einen deutschen Politiker, dann rufe ich meinen Freund im Adlon in Berlin an. Der sagt mir dann, was das für eine Nummer ist. Und wenn man weiß, dass - wie bei Schröder und Fischer - die Leute schon fünfmal verheiratet waren, dann geht der bestimmt nicht um 20 Uhr ins Bett mit einem grünen Blattsalat.
Das hat auch nen ganz aktuellen Bezug zur Affaire um die fürther Landrätin Pauli. MERKSATZ: wenn ich mich bei einem anderen Politiker über eine/n Poliker/in erkundige, ob ein Querulant oder Amokläufer in der Partei “Bettgeschichten” hat oder säuft, ist das HINTERHERSPIONIEREN
und der/die Betreffende geht zu rabiatem Gegenangfriff über, wenn ich mich bei einem Restaurantbesitzer erkundige, ist das toller SERVICE, prost.
R.A.
> Als Wachtveitl, 1937 im Allgäu geboren, 1968 das Hotel übernahm, war das
> Oriental nur ein heruntergekommenes Etablissement …
Tja, damals war es vielleicht baulich heruntergekommen - heute moralisch.
Es ist schon bezeichnend, wie der Direktor im Interview seine charakterlichen Defizite ausbreitet - in der wohl richtigen Annahme, daß er damit nicht Empörung, sondern geschäftsfördernden Beifall der Stammtisch bekommen wird.
Toias Wimmer
tolles interview. kann sehr viele paralellen zu meinem leben finden. bush nicht auf zu nehmen ist die moralischste entscheidung die man in der hotellerie treffen kann.
der sultan von brunei hat zwar einem harem und ist moralisch sicher nicht lupenrein. durch seine hand mußten allerdings nicht 40000 zivilisten im irak ihr leben lassen, dafür , dass man einen diktator abgesetzt hat wie es in afrika zig andere, noch schlimmere, gibt und zu allem überfluß hat es durch diesen krieg noch nie so eine terroristen-sympathie und damit bedrohung für den westen, gegeben wie heute. jeder der bush in sein hotel einchecken lassen würde sollte sich mal einen tag zeit nehmen und sich in die materie einarbeiten und jeder der auch nur einen funken moral und verstand hat und sich der angstpropaganda amerikas entziehen kann, muss sagen: “sorry, we are booked-up”
Bernd katzschner
Es WIMMERT(e): der sultan von brunei hat zwar einem harem und ist moralisch sicher nicht lupenrein. durch seine hand mußten allerdings nicht 40000 zivilisten im irak ihr leben lassen. Schön. Und wieviel Vietnamesen sind umgekommen durch die Piloten, die nach fröhlichem Bombardement dann bei Mr. Wachtveitl soffen und von Nutten plauderten. Paar Nullen dran an die 40.000. Möglicherweise waren sogar beide Kriege nötig: ohne Vietnamkrieg wäre vielleicht heute ganz Asien eine kommunistische Diktatur, oh ne Irakkrieg wären die Mullahs & Co. noch aggressiver. Ich wollte nur zeihgen, daß hier (Piloten bewirten, Bush schneiden) mit ungleichem maß GEWIMMERT wird.
N. Eckert
Bravo Hr. Wachveitl,
bin selbst mit einer Thaifrau verheiratet und ich würde alles darum geben auf ein solches Leben zurückblicken zu können.
Zu Ihnen würde ich sofort meinen Sohn (Thailänder) in die Lehre schicken.
Wünsche Ihnen noch viele Arbeitsreiche Jahre in Thailand.
MfG N. Eckert
Wilfried Bergmann
Mir wird nur slecht und öbel!!
Was für eine Moral???
Gar keine!
Und das soll Buddhismus sein?
Nicht so wie ich ihn verstehe!
Der Artikel war nun wirklich nicht nötig.
Luxus…scheint wriklich nur das Ergebnis von Dekadenz, sonst nichts!
Sollen sie sich doch abschirmen, ausgrenzen, den Folgen von ihren Taten können auch diese selbsternannten Deppen, ähm ich meinte natürlich Elite, nicht entgehen….
Wer die Umwelt versaut kann den Folgen nicht entfliehen, meine ich damit!
George W. Bush mag ein Trottel sein, aber zehnmal sympathischer als dieser Herr Wachtveitl.
Komisch, bisher mochte ich Herrn Bush überhaupt nicht. So schnell kann sich das ändern.
Arroganz hat einen Namen: Wachtveitl!
Christian
Moin, moin,
IMHO egal, ob man Herrn Bush mag oder nicht, dito Wachtveitl. Der Artikel ist auf jeden Fall interessant und gut zu lesen. Ich würde mir dies in der Presselandschaft öfter wüschen.
Und nun der persönliche Teil ;-)
Ich mag sie beide nicht, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen: Der eine ist ein hohlraumversiegelter Vakuumträger, der andere ein amoralischer Zeitgenosse.
Wer nun wer ist, dass darf sich die geneigte Leserschaft dieses Kommentars selber aussuchen.
Readers Edition » Freitags aus der Redaktion
[…] Schließlich möchten wir Ihnen noch unseren Journalisten der Woche, Jürgen Gutowski, vorstellen. Der Autor, seinerzeit Student der Theologie und Publizistik, hatte keine Ahnung, was ein frecher Anruf beim NDR in Hannover auslösen kann. Auch hatte er keine Ahnung vom Journalismus. Doch eine Stunde später war er live auf Sendung in den “Funkbildern aus Niedersachsen”, worüber man heute noch im Funkhaus am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer den Kopf schüttelt. Das war der Anfang einer bemerkenswerten Karriere. Jürgen Gutowski arbeitet seit über 20 Jahren für alle Sender der ARD und für eine Reihe von Lifestyle- und Reisemagazinen als Reporter, Autor, Fotograf und Sprecher. Drei Jahre davon als fest angestellter Redakteur, zwei als Chefredakteur. Doch der größte Karriereschritt war der Sprung in die Freiberuflichkeit vor genau 15 Jahren. Uns und unsere Leser hat er mit einigen sehr interessanten Beiträgen begeistert. Besonders erwähnen möchten wir an dieser Stelle das Interview mit dem Direktor des besten Hotels der Welt. […]