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Vermischtes

Monster-Cobra mit 1700 PS und raketenähnlichen Sprints

Dienstag, den 9. Januar 2007 um 18:51 Uhr von Jürgen Gutowski

Weineck CobraBad Gandersheim, Wolken hängen über den sanften Hügeln des Vorharzes, die Vögel zwitschern friedlich hier im Dörfchen Ackenhausen vor den Toren des niedersächsischen Kurortes Bad Gandersheim. Noch ist alles still und Schmidts Katze döst nicht ahnend auf dem Sims. Doch dann flattert ein fernes Fauchen dumpf und röhrend durch die herbstliche Stille. Kommt schnell näher, und hast du nicht gesehen, steigert sich das Geräusch binnen Sekunden zu einem infernalischen Großfeuerwerk mit den akustischen Zutaten eines tropischen Donnerwetters plus aggressiver Löwenbande.

Das Großhirn signalisiert Flucht, der Katze stehen die Haare zu Berge, bevor sie panisch um die Ecke flieht. Jens Weineck (33) bremst die beinahe profillosen 315er Rennwalzen seines blauen Oldies auf dem Hof seiner Schrauberlaube und steigt so gelassen aus dem Tiefflieger, als käme er gerade vom Milchholen. Stopp mal, ein Oldie ist das hier nicht, oder? “Nur die Karosserie haben wir von der 67er Cobra übernommen, alles andere ist Renntechnik!”

Jens und Klaus Weineck bauen das schnellste für StraÃ?en zugelassene Auto der Welt.Gerade sind Jens und sein ebenfalls Autos tunender Bruder Klaus (46) dabei, das Geschoss auf ein historisches Speed Race in den Arabischen Emiraten vorzubereiten. Dem schnellsten Scheich von Dubai, seine Exzellenz Mohammed Bin Sulayem samt seinem “modifizierten” AMG CLK - der wohl stärkste zugelassene Mercedes der Welt - gilt es, den Auspuff zu zeigen. Die Chancen dafür stehen gut, denn die Weineck-Cobra hat so dermaßen giftige innere Werte, dass sie nicht nur Katzen in die Flucht schlägt, sondern jedes andere zulassungsfähige Fahrzeug der Erde.

Cobra_04.jpgEin paar Zahlen machen deutlich, dass bei diesem Auto alle gängigen Begriffe aus der Welt der mobilen Fortbewegung versagen: Aus gut zehn Litern Hubraum zieht die Kampfmaschine nicht weniger als 1200 PS, das reicht für ca. 390 km/h Spitze. Und wenn das immer noch zu schlapp erscheint, schaltet der Fahrer noch mal 500 PS aus dem Nitro-Oxygentank – sprich aus der Lachgasflasche - zu, ganz einfach per Knopfdruck. Was einer Verdreifachung des Drehmoments von eh schon 1350 Newtonmeter gleichkommt! “Habe ich aber noch nie gemacht, weil es einfach keine Straßen für diese Geschwindigkeiten gibt.” Bis 380 Stundenkilometer hat Jens die Cobra schon getestet, „aber da war noch reichlich Luft unterm Pedal.” Die Beschleunigung des Weineck-Vehikels macht jeden klassischen Drag Racer zum Bollerwagen, jeden Ferrari zum Tretauto. Kein Porsche oder Maserati geht eben selbst bei Tempo 200 noch ab wie Schmidts Haustier. “Als würdest du einem Porsche im ersten Gang die Peitsche geben!” In 2,8 Sekunden erreicht die Cobra Tempo 100, bei 160 km/h schaltet Jens in den zweiten Gang und erreicht nach weiteren zweieinhalb Sekunden die 200 km/h-Marke. Kein Wunder, dass ein Vierganggetriebe bei diesen Übersetzungen völlig ausreicht. Dass es sich dabei um ein Viergang-G-Force Getriebe mit plasmagehärteten, gradverzahnten Getrieberädern handelt, das praktisch raketenähnliche Sprints ermöglicht, dass außerdem eine explosionssichere Kupplungsglocke vorhanden ist, dazu Fangbänder um den Antriebsstrang, ein Schraubfahrwerk mit Einzelradaufhängung und Titanfedern rundum sowie die Brembo Bremsanlage aus dem Porsche 993 Turbo – das zeigt zum einen, dass hier nur das Feinste vom Feinen verbaut wurde, und außerdem beruhigt es den Laien ungemein.

Cobra_05.jpgKaufen kann man das Blaue Wunder von Ackenhausen indes nicht, jedenfalls nicht vor dem heraufziehenden Rennen von Dubai. Dafür stehen gezähmte Cobras, jede ein Unikat, jede handgemacht nach den Wünschen des Kunden, auf der Angebotsliste der Harzer Bolidenbauern. Gerüchten zufolge ist man ab 250000 Euro dabei, und die gedrosselten 800 PS Cobras aus der Rennerschmiede von Jens & Klaus haben – gemessen an den Durstwerten der Monster-Cobra - den Vorteil, weniger als 80 Liter Rennbenzin auf 100 Kilometer wegzuspülen, sie begnügen sich mit 25 Litern Super-Plus von der Tankstelle. Dass auch die verkehrsberuhigten Cobras jeden Porsche stehen lassen, “das ist ja ganz klar. Und - nachrüsten kann man immer!”

Hörfunkbeitrag des Autors zum selben Thema:

Monster-Corbra mit 1700 PS

 

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4 Reaktionen zu “Monster-Cobra mit 1700 PS und raketenähnlichen Sprints”

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  1. peaceproject

    am 9. Januar 2007 um 21:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    Cooler Beitrag

  2. rookie

    am 10. Januar 2007 um 12:07 Uhr | Link | Kommentar melden

    Zeigt dem Scheich wie giftig eine Cobra sein kann!!!!! :o)

  3. Readers Edition » Freitags aus der Redaktion – Readers Edition informiert

    am 12. Januar 2007 um 12:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Viele spannende Artikel haben uns in dieser Woche erreicht. Nicht alle können wir hier aufzählen, aber alle waren gut. Erinnern wir uns beispielsweise an unsere Monster-Cobra mit 1700 PS, die selbst weibliche Blondschöpfe, wie Ursula, mit Null-Ahnung von Auto-Motor-Sport vom Hocker gerissen hat. Ein Genuss, es zu lesen! Aber auch Nützliches hat uns erfreut. Dank an Alexander Trust, denn das Wühlen nach geeigneten und schönen Photografien hat ein Ende, seitdem wir sein “Interview mit Mark Hein, Geschäftsführer von PixelQuelle.de” gelesen haben. […]

  4. Thomas Schip

    am 21. November 2007 um 12:32 Uhr | Link | Kommentar melden

    Das sind wenigstens Autos für Männer und nicht solche Weichspülerkisten

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