Die größte Taxi Zentrale in Düsseldorf steht vor einer Spaltung. Die Satzung sei rassistisch und undemokratisch. Einige Taxiunternehmen wollen sich von der Genossenschaft loslösen und Konkurrenzzentralen gründen.
In Düsseldorf gibt es laut Stadtverwaltung
- 1.340 Taxen
- 690 Unternehmer
- ca. 3.200 Taxifahrer
- 151 Taxihalteplätze
- 48 Taxihalteplätze mit Rufsäule
- 16 Bedarfshalteplätze
Diese Taxen sind an zwei Taxizentralen angeschlossen, die Taxi-Düsseldorf e.G., mit mehr als 1250 angeschlossenen Unternehmen die größte Taxizentrale und die Rhein-Taxi GmbH.
Taxiunternehmer werfen der Innung Rassismus und mangelndes Demokratieverständnis vor
Viele der angeschlossenen Taxiunternehmer fühlen sich nicht mehr von der Taxi-Düsseldorf eG richtig vertreten. Ausländische Bürger fahren einen Großteil der Taxen. Dabei wird von der Taxizentrale zwischen EU- und nicht EU-Ausländer differenziert. Denn die Taxi-Düsseldorf eG nimmt nur Personen mit EU-Staatsbürgerschaft als Mitglieder auf – so steht es in der Satzung (Paragraf 4, Absatz 1 a). Einige Unternehmer behalten sich rechtliche Schritte gegen diesen Passus vor. Dies sei auch nicht mit dem Antidiskriminierungsgesetz vereinbar, so die Taxiunternehmer aus Düsseldorf.
Deutsche Taxiunternehmer solidarisieren sich mit ihren ausländische Kollegen
„Aufsichtsrat und Vorstand entscheiden, wer Mitglied wird. Wer keinen EU-Pass hat, wird gleich ausgesiebt“, sagt der Taxiunternehmer Herbert Hembach, so die RP-Online. „Das ist mit demokratischen Vorstellungen in unserer Gesellschaft nicht zu vereinbaren“ ist Taxi-Unternehmer Uwe Weckmüller überzeugt.
„Rund 600 der 1300 Düsseldorfer Taxen gehören türkischstämmigen Unternehmern“, sagt ein Taxiunternehmer. Wie die Express Zeitung weiter berichtet, sind 250 der insgesamt etwa 800 Düsseldorfer Taxi-Unternehmer stimmberechtigte Mitglieder, die anderen sind lediglich Teilnehmer, diese haben weder ein Mitbestimmungsrecht, noch können sie wählen oder gewählt werden.
Die türkischstämmigen Unternehmer werden nicht als Mitglieder in die Innung aufgenommen, da sie keine EU Bürgerschaft besitzen, sie sind nur Teilnehmer. Diese zahlen an die Taxizentrale monatlich ca. 169.000,00 € an Monatsbeiträgen, (Mitglieder 210,-/monatlich, Teilnehmer 260,-/monatlich).
Der neue Vorstandsvorsitzende der Taxi Düsseldorf eG, Denis Klusmeier, äußerte sich Express gegenüber wie folgt: „Die Satzung ist deutschlandweit einmalig“, sagt er und bekennt klar Farbe: „Es kann nicht sein, dass Menschen nicht aufgenommen werden, nur weil sie den »falschen« Pass haben. Ich bin für eine Satzungsänderung, aber viele Altunternehmer sind stimmberechtigte Mitglieder, die Vorurteile gegenüber Ausländern haben.“
Wie die RP-Online berichtet, soll auf einer Versammlung mit allen Taxi-Unternehmern am 15.01.2007 über mögliche Lösungen innerhalb der Genossenschaft gesprochen werden.
Erm. Du (Nerone) übersiehst dabei, daß genau diese 600 Taxifahrer ja wohl primär aus den genannten Gründen nicht Mitglied werden dürfen, sondern “Teilnehmer” bleiben. Erstaunlich finde ich primär, daß in Anbetracht des Antidiskriminierungsgesetzes (spätestens) nicht früher Bewegung in diese Angelegenheit kam.