Die »Käfighaltung von Büchern« in Regalen, Schränken oder Umzugskarton sei Quälerei, meinen weltweit 523.681 registrierte BookCrosser und bemühen sich deshalb, möglichst viele Druckwerke öffentlich freizulassen.
Mehr als 3,5 Millionen »freie« Bücher kursieren derzeit zwischen Grönland und Feuerland. In Deutschland haben bislang 34.958 Bücherfreunde mehr als 270.000 Bücher »ausgewildert«.
Der Grundgedanke ist, dass etwas mit den Büchern passieren soll, die sonst nutzlos im Bücherregal verstauben. BookCrossing ist eine Bewegung, die darauf basiert, dass die BookCrosser genannten Teilnehmer Bücher an andere weiterreichen. Dies geschieht kostenlos, anonym und ohne Verpflichtung. Wer ein solches – über ein entsprechendes Etikett kenntlich gemachtes – Buch bekommt oder findet, notiert den Fundort des Buches auf www.bookcrossing.com und gibt das Buch dann weiter. So ist BookCrossing eine Gemeinschaft von Buchliebhabern geworden, die Leselust und Leseleid teilen.
BookCrossers registrieren ihre Bücher auf einer zentralen Webseite, damit jedes Buch eine eigene BCID (BookCrossingIDnumber) hat. Damit wird das Buch gekennzeichnet (Etikette finden sich auf der deutschen Support-Seite). Anhand dieser Nummer kann derjenige, der ein frei gelassenes Buch findet, nachschauen, wer das Buch ausgesetzt hat und wo es schon überall gewesen ist. Selber kann man auch noch einen Eintrag zu diesem Buch machen, damit die anderen BookCrosser das Schicksal des Werkes verfolgen können. Nachdem man es dann gelesen hat (oder auch nicht), lässt man das Buch wieder frei. Das geschieht in Kneipen, Nahverkehrsmitteln, Flugzeugen, Hotels oder Parks, wo andere es finden können – oder an einen Freund oder Bekannten weitergeben.
Mittlerweile entdecken auch Autoren und Verlage die Möglichkeit, durch die Gratis-Verteilung von Büchern einen positiven Einfluss auf das Schicksal neuer Werke ausüben zu können. Die überwiegende Mehrzahl der BookCrosser gibt an, durch das Projekt mehr Bücher als zuvor gekauft und gelesen zu haben. Damit belebt das Projekt den Buchmarkt, und es zählt inzwischen zu den Guerillamethoden pfiffiger Autoren, durch BookCrossing einen zusätzlichen Leserkreis zu gewinnen.
Na da kann ja jeder Kämmerer seine Stadtbücherei zumachen.
Schön wäre es, wenn dieser Satz kein resignierter Sarkasmus wäre. Sondern ein Modell mit Zukunft. Man stelle sich vor es lebten Menschen zusammen, die nicht raffgierig alles ihr Eigentum nennen wollen, selbst das was sie es nicht brauchen. Menschen die sich freuen, wenn andere Menschen glücklicher werden, durch Dinge, die sie nicht (mehr) nutzen.
Man stelle sich nur vor der Immobilienspekulant überlässt anderen Menschen seine oft jahrelang leerstehenden Luxuswohnungen bis sich ein zahlungskräftiger Käufer/Mieter findet. Andere lassen Nachbarskinder in dem Swimmingpool planschen, den Sie wegen ihres 16 Stunden langen Arbeitstags sowieso nur am Wochenende nutzen.
Nun hört schon auf zu lachen und setzt euer mitleidiges Grinsen ab – Träumen wird man ja noch mal düren.