Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. warnt in einer Pressemeldung vom 20.11.2006 vor allzu lockerer Selbstdarstellung im Internet. Bewerber müssten davon ausgehen, dass man sich über sie im Internet informiert.
Zwar warnt der BDU-Vizepräsident und Personalberater Dr. Joachim Staude davor, sich im Auswahlprozess zu stark auf die Ergebnisse der Internetrecherche zu stützen, dennoch findet diese Recherche offensichtlich statt.
Eine Umfrage von BDU und Wirtschaftswoche unter über 300 Entscheidungsträgern aus Personalberatungsgesellschaften ergab:
[...] 28 Prozent der Personalexperten nutzen bereits heute das Internet, um an Informationen zur fachlichen und persönlichen Eignung oder zu Referenzen und Freizeitaktivitäten von Kandidaten zu gelangen. Im schlimmsten Fall mit negativen Auswirkungen auf die Jobsuche: 26 Prozent der Personalberater äußerten, dass sie Kandidaten bislang schon – wenn auch selten – nach den Internet-Suchergebnissen im weiteren Auswahlprozess nicht mehr berücksichtigt hätten. Knapp jeder zehnte gab an, dass die Häufigkeit zunehme.
[...] Knapp 70 Prozent der befragten Personalprofis hatten in der Befragung angegeben, dass sie das weltweite Datennetz in den vergangenen Jahren häufiger zur Überprüfung eingesetzt haben.
Dr. Joachim Staude rät daher den Kandidaten zum gut überlegten Umgang mit ihren persönlichen Daten: “Jeder sollte sich insbesondere gut überlegen, ob persönliche Ansichten oder alle Informationen zur Person immer ins Netz gehören.”
Im Blog F!XMBR wird anschaulich vorgeführt, was manche Profile verraten: Der Autor greift willkürlich acht Profile aus der Internet-Community StudiVZ heraus, über die zur Zeit sehr viel berichtet wird. StudiVZ gilt als Studenten-Party- und -Feier-Community, wurde gerade für sehr viel Geld verkauft und ist wegen des laschen Datenschutzes, Stalking-Vorwürfen und des Gebarens eines ihrer Gründer arg ins Gerede gekommenen.
Ergebnis: zwei der acht herausgegriffenen Profile sind einwandfrei, sechs könnten bei konservativen Personalern Anstoß erregen, denn zum Teil sind sie sehr entlarvend.
Quelle:
Dieser Artikel ist die überarbeitete Fassung eines im Weblog des Autors veröffentlichten Artikels.
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