Führt Stromabschaltung zum Blackout?

Internationale Umwelt- und Klimaschutzverbände rufen dazu auf, am 1. Februar 2007 zwischen 19.55 Uhr und 20.00 Uhr alle Lichter auszuschalten und elektrische Geräte vom Netz zu nehmen. Mit dieser Aktion anlässlich der Vorstellung des Klimaberichtes des IPCC sollen die Bürger weltweit auf den Handlungsbedarf einer nachhaltigen Klimapolitik aufmerksam machen. Initiatoren

Sorgen Umweltschützer für einen Blackout?Internationale Umwelt- und Klimaschutzverbände rufen dazu auf, am 1. Februar 2007 zwischen 19.55 Uhr und 20.00 Uhr alle Lichter auszuschalten und elektrische Geräte vom Netz zu nehmen. Mit dieser Aktion anlässlich der Vorstellung des Klimaberichtes des IPCC sollen die Bürger weltweit auf den Handlungsbedarf einer nachhaltigen Klimapolitik aufmerksam machen.

Initiatoren des weltweiten Aufrufes sollen französische Umweltschützer sein, ergaben Recherchen der Kleinen Zeitung aus Österreich. Zuerst wurde der Appell über Emails verteilt, dann griffen Weblogs das Thema auf und verbreiteten es, bis schließlich Tageszeitungen wie die Rheinische Post über die geplante Aktion berichten. Auch der deutsche Umweltschutzverband BUND rief zur Beteiligung auf. Die deutschen Sektionen von Greenpeace und WWF bewerben den Aufruf hingegen nicht offiziell.

Blackout durch massive Schwankungen

Der gut gemeinte symbolische Akt kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf die europäische Stromversorgung haben. Und zwar dann, wenn sich zu viele an der “Abschalt-Aktion” beteiligen.

Unkontrollierte massive Schwankungen im europäischen Stromnetz können dann sogar zum Zusammenbruch des Netzes führen, wie der Blackout Europa vom 04. November 2006 durch eine “theoretisch” kontrollierte Abschaltung in Europa verdeutlichte.

„Wenn viele mitmachen, kann das einen Netzausfall durch automatische Massenabschaltungen nach sich ziehen“ warnte Dr. Heinz Kaupa von der österreichischen Verbund Austrian Power Grid (APG) in der Neuen Kärntner Tageszeitung.

“Das ist wie kleinen Kinder Streichhölzern geben” meint eine Energieexpertin aus Berlin. “Es muss nichts passieren, kann aber”. Sie  verwies auf die bayrische “Bratenspitze” zu Weihnachten. Die Stromunternehmen in Bayern müssen am 1. Weihnachtsfeiertag ca. 400 Megawatt mehr ins Netz einspeisen, da fast alle bayerische Familien zeitgleich ihren Festtagsbraten auf dem Tisch haben wollen: “Wenn man genau Bescheid weiß, kann man gegensteuern und niemand muss im Dunkeln sitzen”. Bislang hat jedoch keiner eine Vorstellung, wie hoch der Beteiligungsgrad bei dieser dezentralen Aktion sein wird. Demzufolge kann man auch nur bedingt gegensteuern.

Hintergrund der Klimaschutz-Aktion ist die Veröffentlichung des  Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Expertenkommission der UNO, welcher am 01. Februar 2007 in seinem jährlichen Bericht eine nahezu nicht mehr aufzuhaltende Klimakatastrophe voraussagt, wie Spiegel Online aus einer Entwurfsfassung erfahren haben will.

Aufruf BUND

Aufruf L’ALLIANCE pour la planète. 

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