Barack Obama, ein amerikanischer Traum?

Sie ist politisch erfahren, kommt aus der amerikanischen Oberschicht und kann sich bereits mit demTitel “Ehemalige First Lady” rühmen. Er hingegen hat eine düstere Vorgeschichte, ist erst seit zwei Jahren Mitglied des Senats und quasi ein Neuling in der Politik. Trotzdem zählt Barack Obama neben Hillary Clinton als heißester Anwärter

1948893.jpgSie ist politisch erfahren, kommt aus der amerikanischen Oberschicht und kann sich bereits mit demTitel “Ehemalige First Lady” rühmen. Er hingegen hat eine düstere Vorgeschichte, ist erst seit zwei Jahren Mitglied des Senats und quasi ein Neuling in der Politik. Trotzdem zählt Barack Obama neben Hillary Clinton als heißester Anwärter für die kommende Präsidentschaft 2008.

So oder so, Amerika wird sich verändern, wenn die Demokraten das Rennen machen. Denn einen Präsidenten von weiblicher Herkunft oder afroamerikanischer Abstammung gab es bislang noch nicht in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Wer ist eigentlich Barack Obama?

obama.jpgObwohl die Amerikaner seit gut zwei Jahren von dem 45-jährigen Hoffnungsträger schwärmen, kennt ihn in Deutschland kaum jemand. Mit seiner patriotischen Rede im Parteitag in Boston im Jahr 2004, eroberte Obama die Herzen seiner Zuhörer. “Es gibt kein weißes und kein schwarzes Amerika, kein reiches und kein armes, keines der Irakkriegsbefürworter und der -gegner – es gibt nur die VereinigtenStaaten von Amerika.” Es folgte lauter Beifall und ein charmant lächelnder Obama, der über Nacht zum Repräsentanten von Ganz-Amerika wurde.

Doch nicht nur seine Redekunst macht den Senator aus Illinois zum beliebtesten Demokraten der USA. Er kann auch mit seiner Vorgeschichte mächtig punkten. Denn gerade sie macht Barack Obama, von Kritikern einmal abgesehen, zu einem der realsten und sympathischsten Anwärter auf das Präsidentenamt.

Sein Vater war ein in Armut lebender kenianischer Student, seine Mutter eine weiße Amerikanerin. Als Obama zwei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern und er lebte fortan in Indonesien und Hawai. Obamas Vater starb bei einem Autounfall in Kenia und seine Mutter an Krebs. Die bleibende Erinnerung an seine Eltern, die Obama bis zur Präsidentschaftswahl verfolgen wird, ist sein zweiter Vorname: Hussein. Der zeigt nicht nur eine deutliche Parallele zu Ex-Diktator Saddam Hussein, sondern hört sich auch noch muslimisch an. Und das wird ja bekanntlich nicht gerade mit offenen Armen in Amerika entfangen. Eine Schule, die Obama Ende der 60er Jahre in Indonesien besucht hat, wurde jüngt auch noch als radikalislamische Schule abgestempelt. Doch Obama rief entrüstet zur Entwarnung aus: Erstens war es eine öffentliche Schule, die für alle Religionen offen stand und zweitens ist Obama seit vielen Jahren gläubiger Christ. Den Rassismus der 70er Jahre erlebte Barack Obama hautnah, ebenso die schwarze Bürgerrechtsbewegung. Sein Kandidatur zur  Präsidentschaftswahl ist jedoch nicht nur der Traum von schwarzen Amerikanern.

Barack Obama steht für Vieles: Er setzt sich sowohl für Afroamerikaner der Unterschicht und Arbeiter der Industrien als auch für Eliteuni-Absolventen und Bosse von Millionenkonzernen ein. Denn der smarte Politiker kennt alle Seiten des idealistischen Amerika. Er war Sozialarbeiter in Chicago, erster schwarzer Chef der Zeitschrift “Harvard Law Review”, studierte Jura, arbeitete in einer Anwaltskanzlei und lehrte Verfassungsrecht an einer Universität. Heute ist er glücklich verheiratet und hat zwei Kinder.

Der schwarze Kennedy

“Obama, Alabama, Your Mama”,”Run, Barack, Run For President” oder “The Black Kennedy” sind nur einige Spitznamen des aussichtsreichen Kandidaten. Mit dem Geschick von einem Tiger Woods und dem Charme eines Denzel Washington überzeugt er sogar Stars wie Oprah Winfrey, Matt Damon oder George Cloony. Zu Obamas Vorbildern zählen unter anderem Abraham Lincoln, Mahatma Gandhi, John F. Kennedy, Martin Luther King und Muhammed Ali. Das “gewisse Etwas” seiner Vorbilder, findet man auch in Barack Obama. “Es geht nicht darum, nur Präsident zu sein. Es geht vielmehr darum, das Land zu verändern, einen einzigartigen Beitrag zu leisten und ein großer Präsident zu sein”. Nach solchen Worten schadet es auch nicht, dass der 45-jährige Politiker in seinem 1995-Bestseller “Dreams Of My father” von seinen Drogenkonsum im Jugendalter schreibt. Und – seine Popularität gleicht schon fast der eines R&B-Stars. Seit Monaten reist Obama durch das Land, gibt Interviews und tritt in Talkshows auf. Das Time-Magazine hat ihm jüngst die Titelstory “Warum Barack Obama der nächste Präsident sein könnte” gewidmet.Sein Erfolgskurs scheint kein Ende zu nehmen.

Seine Biografie gleicht dem Amerikanischen Traum wie keine andere und auch seine Ablehnung zum Irak-Krieg verschaffte ihm einige Pluspunkte. Im Gegensatz zu Hillary Clinton, äußerte sich Obama sofort gegen den Irak-Krieg, “Ich bin nicht einfach gegen den Krieg. Ich bin gegen unsinnige Kriege.”

Einziger Schwachpunkt Barack Obamas dürfte seine Unerfahrenheit und nicht ganz so rosige Jugend sein. Ein fataler Tippfehler von CNN hatte übrigens zu Folge, dass einige Amerikaner bei “Obama” direkt an “Osama (Bin Laden)” dachten. Der Nachrichtensender schrieb unter eine Abbildung des Terroristen Osama Bin Laden: “Wo ist Obama?”. Doch auch davon hat sich der junge Politiker erholt. Sein elegantes Auftreten, sein charmantes Lächeln und der fast nie fehlende Becher Tee in seiner Hand dürften die kleinen Handicaps in seinem Lebenslauf wett machen.

Kommentare

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  1. Na, dann wollen wir mal hoffen, daß er den Wahlkampf überlebt. So einen können die Amis brauchen, und Frau van der Velden könnte das Wahlkampfbüro Sektion Relationship with Germany leiten, oder…