“Energie aus!” – ein Kommentar

Ein Aufruf geistert durch das Web: Am 01. Februar soll anlässlich der Veröffentlichung des neuesten UN-Klimaschutzberichtes und einer Empfehlung von internationalen Umwelt- und Klimaschutzverbänden (u.a. BUND) entsprechend – jeder mitmachen und zwischen 19:55 Uhr und 20:00 Uhr alle Lichter ausschalten und alle elektrischen Geräte vom Netz nehmen. Gleichzeitig aber warnen

Licht aus! Photo, Ein Aufruf geistert durch das Web: Am 01. Februar soll anlässlich der Veröffentlichung des neuesten UN-Klimaschutzberichtes und einer Empfehlung von internationalen Umwelt- und Klimaschutzverbänden (u.a. BUND) entsprechend – jeder mitmachen und zwischen 19:55 Uhr und 20:00 Uhr alle Lichter ausschalten und alle elektrischen Geräte vom Netz nehmen.

Gleichzeitig aber warnen österreichische und deutsche Energieexperten vor einem Kollaps des Systems durch hohe Lastspitzen beim Wieder-Einschalten der Energieverbraucher. Möglich, dass wir dann wieder einmal im Dunkeln sitzen. Dennoch wird diese Aktion ein Achtungszeichen setzen: Die Bürger in Europa sind mit der momentanen Klimaschutz- und Energiepolitik Ihrer nationalen Regierungen und EU-Vertreter nicht mehr einverstanden sind.

Eine andere Energiepolitik überhaupt möglich?

Bisherige Energieerzeugungs- und Verteilungsformen leiden unter wirtschaftlichen Abhängigkeitsproblemen, wie die jüngst ausgebliebenen Öllieferungen aus Rußland gezeigt haben. Auch Sicherheits- und Nachhaltigkeitsproblemen sind problematisch, wie der Ausfall ganzer Netze in Europa oder das Thema ausreichender nukleare Endlagerstätten gezeigt haben.

Wie aber soll eine Energiepolitik aussehen und ist dies in einem realistischen Zeitraum umsetzbar? Dazu gibt es Forderungen, wie eine neue Energiepolitik unter Beachtung von Klimaschutzanforderungen aussehen soll:

1. Die Energieerzeugung muss CO2 frei sein

2. Umweltfreundlich (keine Abfälle)

3. Naturkreisläufe dürfen nicht beeinflusst werden

4. Sie muss über einen langen Zeitraum verfügbar sein und keine Abhängigkeiten erzeugen

5. Die erzeugte Energie sollte zu nahe 100% über das vorhandene Versorgungsnetz zum Verbraucher gebracht werden und dort mit geringsten Verlusten zu Wärme, Strom und Mobilität umgewandelt werden.

6. Die Netzregelung muss ohne Regel-, Ersatz- und Blindleistung auskommen

7. Wettbewerb im Netz

8. Preisgünstige Energie

Ein Projekt mit dem Namen DESERTEC hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Konzept umzusetzen, dass eine umweltfreundliche, kostengünstige und vorallem langfristig versorgungssichere Lösung dieser Probleme ermöglicht.

Auf den ersten Blick sieht das sehr utopisch aus. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass dies durchaus umsetzbar ist. Wäre da nur nicht der uns lähmende Lobbyismus, der solche Projekte immer wieder scheitern lässt. Es braucht Mut solche Themen immer wieder in die breite Öffentlichkeit zu tragen, Mut, solche Themen jeden Tag aufs Neue anzusprechen und dann auch umzusetzen. Dann werden unsere Politiker sich doch noch wesntlich ernsthafter mit dieser Thematik beschäftigen. Vielleicht ist die “Energie aus!”-Aktion am 01. Februar ein erster Schritt dahin….

Links:

Aufruf in RP-Online

Artikel Readers Edition

Zukunft mit Wind, Sonne und Wasserstoff (Readers Edition)

Kommentare

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  1. Es sieht überhaupt nicht utopisch aus. Erst letzte Woche kam der European Reneweable Energy Council und Greenpeace zu folgenden Schluss:

    “Durch intelligenten Einsatz von Energie und Ausbau von Eneuerbaren lässt sich die Hälfte des globalen Energiebedarfes 2050 decken… Alles was fehlt ist die politische Unterstützung.”

    Quelle:
    http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Energy_inside_D_final_web.pdf

    Ich bin mal gespannt ob die Aktion wirklich etwas bringt. Wenn nicht, sollte die nächste gestartet werden, und dann wieder, bis die Politik endlich Verantwortungsbewusst handelt.