192 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus Hamburg sind von den Nazis ermordet worden: Im KZ oder Zuchthaus, in den Strafbataillonen der Wehrmacht oder während der Verhöre durch Polizei und Gestapo.
Der Arbeitskreis Geschichte der Hamburger SPD und die Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AvS) haben nach langer Recherche jetzt eine Liste der Opfer erstellt. Drei Stehlen mit allen Namen wurden auf dem Gräberfeld der Verfolgten des Ohlsdorfer Friedhofs errichtet. Am 28. Januar fand dort eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung und Gedenkreden von Dr. Detlev Landgrebe von der Geschwister- Scholl-Stiftung, Dr. Mathias Petersen, SPD-Landesvorsitzender und Jens-Peter Burmester, der Vorsitzende der AvS Hamburg statt.
Dr. Landgrebe beschrieb den Unterschied zwischen den aus rassistischen oder politischen Gründen Verfolgten. Seine Familie galt als jüdisch, obwohl sie schon seit Generationen evangelisch war. Als gute Deutsche waren sie kaisertreu und konnten als Teilnehmer des ersten Weltkrieges zu Anfang den Nazi-Terrors nicht recht begreifen. Im Gegensatz dazu wussten die politisch verfolgten schon vor 1933, was sie erwarten wird. Einige bereiteten sich früh auf ein Leben im Widerstand vor. Die Mitglieder von SPD und KPD, von SAP und Gewerkschaften hatten oft keinen Zweifel daran, was die Nazi-Herrschaft für ihr persönliches Schicksal bedeutet.
Jens-Peter Burmester berichtete von der Urnenbeisetzung seines von den Nazis ermordeten Vaters. Auch wenn diese Beisetzung ausdrücklich nur im Familienkreis stattfinden durfte, wussten sie doch, dass sie nicht alleine sind, dass viele Genossinnen und Genossen in Gedanken bei ihnen waren. Dr. Petersen, der Vorsitzende der SPD Hamburg erinnerte an das Beispiel dieser Menschen, die für ihre Überzeugung und ihr Gewissen gestorben sind.
Es mag am Wetter, aber auch am Thema gelegen haben, dass nicht sehr viele Gäste die Gedenkveranstaltung besuchten. Oder es war darin begründet, dass erst letztes Jahr Neo-Nazis versuchten, eine Veranstaltung des SPD- Bundestagsabgeordneten Nils Annen in Eimsbüttel mit Gewalt zu stören.
wenn die heute aus den gräbern steigen würden und mit der real existierenden spd konfrontiert würden, die würden sich doch fragen, obs das wirklich wert war.
rosa und karl haben das schon in den 20ern gemerkt: kaum sind die sozialdemokraten an der macht, lassen sie als erstes mal die arbeiter niederkartätschen. heute macht man das subtiler und nennt es eben hartz IV.