Das tägliche Spielen von Ego-Shootern wie etwa “Unreal Tournament” soll die Sehschärfe um bis zu 20 Prozent verbessern. Zu diesem Schluss kommt der Psychologe Daphne Bavelier von der University of Rochester.
In einer noch unveröffentlichten Studie führte er mit Studenten, die in den vergangenen Jahren wenig bis keine Videospiele gespielt hatten, einen Sehtest durch: In einer Reihe von Ablenkungs-Buchstaben sollten sie möglichst schnell die Orientierung eines Zielbuchstaben angeben. Anschließend teilte sie die Probanden in zwei Gruppen ein. Die eine Hälfte sollte innerhalb eines Monats insgesamt 30 Stunden mit oben genannten Action-Spiel verbringen, die zweite Hälfte sollte sich genauso lange mit dem Puzzle-Klassiker “Tetris” beschäftigen. Nach der Übungsphase hatte sich die Sehschärfe der ersten Gruppe um durchschnittlich ein Fünftel gebessert, die der zweiten Gruppe blieb jedoch konstant.
Laut Bavelier liegt die Verbesserung der Sehleistung an der optischen Komplexität der Ballerspiele: Diese verlange vom Sehsystem ein Maximum an Genauigkeit – woran sich das Gehirn auf Dauer gewöhne und die verbesserte Sehschärfe auch in Situationen abseits des Bildschirms beibehalte.
Die Sehschärfe wird im allgemeinen mit anderen Methoden gemessen. Ich glaube was hier zu beobachten ist, ist die Umsetzung von Gesehenem im Gehirn. Dabei kommt es auf Reaktionsvermögen und Konzentration an.
Mit Sehschärfe, die meistens durch Hornhautverkrümmungen verändert wird, hat das weniger zu tun.