“Unis und Schulen fördern, in Forschung und Bildung investieren” – Politiker aller bundesdeutschen Couleur überschlagen sich in Zeiten der Exzellenzinitiative geradezu mit Vorschlägen zur Behebung der einheimischen Bildungsmisere. Das scheinbar starre deutsche Hochschul-System ringt der Elite in Großbritannien wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln ab. Auf der Insel ist man vielmehr darauf erpicht, den Abstand zu den US-amerikanischen Leuchttürmen wie Harvard und Yale nicht zu groß werden zu lassen.
So soll es den britischen Unis in Zukunft möglich sein, ein großzügiges Stiftungsvermögen anzuhäufen. Für jedes zweite Pfund, das ein großzügiger Gönner einer Universität zukommen lässt, soll ein weiteres aus öffentlichen Geldern hinzukommen. Und das bis zu einem Höchstbetrag von zwei Millionen Pfund pro Hochschule. An anderer Stelle sollen Fördergelder dabei keineswegs gestrichen werden. Den gleichsam radikalen wie kostspieligen Plan will Premierminister Tony Blair in der kommenden Woche öffentlich machen. Blair folgt damit den Vorschlägen einer von der Regierung eingesetzten Arbeitsgruppe. “Ob es eine Kultur des Gebens gibt, weiß man erst, wenn man die Leute darum bittet”, so Eric Thomas, Vizekanzler der Universität von Bristol und Vorsitzender der Arbeitsgruppe.
Exzellenzinitiative, Hochbegabtenförderung auf der einen Seite, Erschwerung des
Hochschulstudiums für weniger Verdienende auf der anderen Seite. Wer sagt denn,
dass die Kinder reicher Eltern eher hochbegabt sind?!
Wir haben nicht das Problem, dass bei uns zu wenig “geistige Wunderwaffen”
gezüchtet werden. Wir haben kein vernünftiges System der Versirgung der Bürger
mit den Gütern des Lebens und mit Bildung und Wissen.