Mobbing für’s Volk

Ein ganz normaler Samstagabend irgendwo in Jena. Fast ganz normal, wären da nicht etwa 20 Jugendliche, die sich um 18.17 Uhr urplötzlich eine Kissenschlacht inmitten einer Jenaer Einkaufsstraße lieferten. Der Grund? Ein Flash Mob! Flash Mobs sind Menschenaufläufe, die scheinbar spontan zusammen kommen, das Hier und Jetzt feiern und überschüssige

menschen.jpgEin ganz normaler Samstagabend irgendwo in Jena. Fast ganz normal, wären da nicht etwa 20 Jugendliche, die sich um 18.17 Uhr urplötzlich eine Kissenschlacht inmitten einer Jenaer Einkaufsstraße lieferten. Der Grund? Ein Flash Mob!

Flash Mobs sind Menschenaufläufe, die scheinbar spontan zusammen kommen, das Hier und Jetzt feiern und überschüssige Energie ablassen – mit Gesängen, Umarmungen und scheinbar vollkommen sinnfreien Aktionen.

Alles andere als spontan…

Dabei sind “Flash Mobber” jedoch alles andere als spontane Wesen. Schon lange im Voraus planen sie vor allem über Weblogs, Newsgruppen oder Kettenbriefe ihre Aufsehen erregenden Treffen. So auch die Flash Mobber aus Jena. Seit Längerem organisierten sich die Teilnehmer in einer Internet-Community, doch erst vor etwa zwei Tagen wurde die Flash Mob Idee konkreter.

“Und was bringt das?”

Über Mundpropaganda wurden Freunde und Bekannte vom großen Vorhaben informiert. Viele schüttelten den Kopf, fragten nach dem Sinn der ganzen Aktion. Friederike Petersen war eine der Teilnehmerinnen und meint: “Jeder sieht Flash Mobs anders. Im Prinzip sind sie eigentlich Aktionskunst ohne direkte Aussage. Aber einige sehen sie politisch. Wenn ich zum Beispiel plötzlich in einer größeren Gruppe im Einkaufszentrum schreie “Weltuntergang, Weltuntergang!” dann vermittle ich damit durchaus eine Botschaft. Genauso wenn ich einen Flash Mob vor einer Bank mache und in einer Gruppe auf die Knie sinke und bettel.”

Überraschungseffekt und Timing sind die halbe Miete

Das Wichtige sei der Überraschungseffekt. Die Teilnehmer sollten sich vor der eigentlichen Aktion nicht zu auffällig verhalten. Perfektes Timing ist genauso wichtig wie die verduzten Gesichter der Passanten. So war es schon beim ersten bekannten Mob, der sich in New York ereignete. Seit einigen Jahren nun geistert der Trend auch durch Deutschland. Im Web ist bereits eine Flash Mob-Szene entstanden. In Foren wie Flash-Mob organisieren sich Flash Mobber der ganzen Bundesrepublik, planen neue Projekte oder tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Vielleicht auch die Aktionskünstler aus Jena, die schon jetzt den nächsten Auftritt in Jenas Straßen vorbereiten.

Kommentare

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  1. Ein wichtiger Bericht. Ist es richtig, dass in den großen Medien darüber gar nicht berichtet wurde? Oder habe ich nicht aufgepaßt? Ist der Bericht hier wirklich ganz neu, dann ist das ein Anzeichen für neue Freiheit durch Readers Edition!

    Flash Mob muss man im Auge behalten. Er ist möglicherweise nicht nur reiner
    Aktionismus, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls, eines Wilens zur Teilhabe.