Arbeitsagentur blockiert Jobportale

Seit Januar 2007 schränkt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Weitergabe von Jobs an Onlineportale wie meine-stadt.de und rekruter.de erheblich ein. Unternehmer wünschen die Weitergabe von freien Stellen nicht, begründet der Vorstand der BA Frank-Jürgen Weise sein Vorgehen. Daher reduziert die BA seit Anfang des Jahres den Zugriff auf den

stellen1.jpgSeit Januar 2007 schränkt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Weitergabe von Jobs an Onlineportale wie meine-stadt.de und rekruter.de erheblich ein. Unternehmer wünschen die Weitergabe von freien Stellen nicht, begründet der Vorstand der BA Frank-Jürgen Weise sein Vorgehen. Daher reduziert die BA seit Anfang des Jahres den Zugriff auf den hauseigenen Stellenpool für die Kooperationspartner.

Die BA will von ca. 200.000 freien Stellen nur noch 1500 weiterleiten, kritisiert der private Stellenvermittler Rekruter in einer Pressemitteilung. Von diesem Schritt sind nicht nur die über eine Millionen monatlichen Besucher des Jobportals betroffen, sondern auch über 50.000 angemeldete User, die die umfangreichen Suchfunktionen auf Rekruter schätzen lernten.

Der Vorstand der BA Weise rechtfertigt sich damit, dass “das bisher praktizierte Verfahren zur Verbreitung von Stellenangeboten im Internet bei Arbeitgebern oft zu Unmut geführt hat.” Daher wolle man in Zukunft die gemeldeten freien Stellen in Eigenregie vermitteln. “Ziel unserer Geschäftspolitik ist es, einen Arbeitgeberservice auf hohem Qualitätsniveau anzubieten”. Doch davon ist die Arbeitsagentur noch meilenweit entfernt.

Einschränkungen für Arbeitssuchende und Unternehmen

Ob mit dieser Einschränkung den Arbeitssuchenden und Unternehmern geholfen ist, bleibt fraglich. Rekruter und Co waren gerade dort erfolgreich, wo die 160 Millionen teure Datenbank der BA versagte – in einem für Jobsuchende nutzerfreundlichen Auftritt. Die Stellenvermittlung per Suchmaschine der BA sei hingegen “veraltet, langsam und schlecht programmiert”.

Frustpotential steigt

Fehlvermittlungen seitens der BA sind an der Tagesordnung, wie eine betroffene Modeverkäuferin mitteilte: “Ich bekomme öfters vom JobCenter Angebote Finanzdienstleistungen zu verkaufen, denn ich bin schliesslich eine Verkäuferin”. Die Einspruchsmöglichkeiten sind gering, denn man wird bei Androhung von Leistungskürzung verpflichtet sich auf das Angebot zu bewerben – so entsteht Frust auf beiden Seiten.

„Die besten Angebote kamen per E-Mail von jobworld.de“ berichtete die arbeitslose Modeverkäuferin. Jobworld.de ist eine Stellensuchmaschine die alle gängigen Jobbörsen inklusive dem Datenbestand der BA durchsucht und täglich eine E-mail mit aktuellen Angebote an registrierte Nutzer verschickt. “In letzter Zeit fand ich immer weniger Angebote der Arbeitsagentur vor. Das finde ich schon schade, denn der eine oder andere Job war schon interessant. Ich bezweifele, dass mein Arbeitsvermittler mir in Zukunft genau diese Jobs vermitteln wird.”

Aufpolierung der eigenen Statistik

Auch von Unternehmerseite wird das Vorgehen kitisiert: “Es gibt überhaupt keinen Grund, die Verbreitung von Stellenangeboten über externe Jobbörsen einzuschränken”, sagt Peter Clever, Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung: “Qualitätsverbesserung beim Arbeitgeberservice darf nicht zum Vorwand für eine Rückkehr zu alten Monopolstrukturen bei der Arbeitsvermittlung werden”. Hinter vorgehaltener Hand spekuliert die Wirtschaftwoche, dass die Einschränkung der BA bei der Weitergabe von freien Stellen nur einer positiveren Statistik dienen soll um „die Quote für vermittelte Stellen durch die Bundesagentur zu erhöhen.”

Absage an Eigeninitative

In Zukunft können gemeldete freie Stellen wohl nicht mehr von Arbeitslosen oder wechselwilligen Arbeitnehmern in Eigeninitative gesucht werden. Die Daten sollen dann nur noch von Arbeitsvermittlern der BA an seine “Kunden” weitergereicht werden. Über dieses Vorgehen spricht ein Unternehmer aus dem Rheinland deutliche Worte: “Ach, hören Sie mir doch auf mit dieser Behörde”, sagt der Unternehmer. „Die kriegen doch nichts auf die Reihe, noch nicht mal, mir willige Leute zu schicken, die selbst für die einfachen Jobs geeignet wären”.  

Verlierer dieser Politik der Arbeitsagentur sind beide Parteien – Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Quellen:

businessnews.com

Wirtschaftswoche

Pressemitteilung FM Studios

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  1. Heinz-Peter welchen Kapitalbedarf hat dein innovatives Projekt ? Welche alternativen Finanziers abseits der BA hast Du gefragt ? Wann trägt sich dein Projekt ?