Die Akte John Amaechi gewinnt an Brisanz. Der ehemalige NBA-Spieler hatte vor wenigen Tagen via Autobiographie öffentlich gemacht, schwul zu sein. Funktionäre, Trainer und Spieler schienen nahezu einhellig der Meinung, dass man seine persönlichen Vorlieben und Neigungen doch bitte Amaechi selbst überlassen solle. Vorurteile gegenüber Homosexuellen? Wir doch nicht.
Es gäbe schon ziemlichen Rummel um seine Person, berichtete der sympathische Brite in der Zwischenzeit. Natürlich seien auch Hass-Mails darunter, aber der Großteil der Kommentare sei positiv. Am Mittwoch dann schaltete sich Tim Hardaway in die bis dato unspektakuläre Debatte ein. Der 40-Jährige, in den 90er Jahren einer der besten Point Guards der Liga, kam im Rahmen eines Radio-Interviews direkt zur Sache: “Ich hasse Schwule. Ich mag keine schwulen Leute und ich will auch nicht von ihnen umgeben sein.” Und weiter: “Zunächst mal würde ich so jemanden nicht in meiner Mannschaft haben wollen. Wenn so einer aber in meiner Mannschaft wäre, dann, bäh, würde ich mich wirklich von ihm distanzieren. Ich glaube, dass so etwas nicht richtig ist. Ich denke, dass er dann nicht in der Umkleidekabine sein sollte, wenn wir es sind.”
Das saß. Noch am gleichen Tag folgte die Entschuldigung Hardaways: “Ja, es tut mir leid. Es war ein Fehler.” Dennoch ist der gute Mann in der Öffentlichkeit jetzt vollends diskreditiert. Die große negative Ausnahme stellt er aber nicht dar. Auch Shavlik Randolph von den Philadelphia 76ers hält Homosexualität nämlich für “nicht richtig”. Auf die Reaktionen darf man gespannt sein. Die Lawine rollt. Mit Verspätung, aber sie rollt.
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