Nach den harschen Angriffen auf die Pläne von Familienministerin von der Leyen zur Kinderbetreuung kochen die Emotionen hoch. Verständlicherweise. Denn wer mit so polemischen Angriffen auf eine fast konsensuale gesellschaftliche Position losgeht wie Bischof Mixa, steht zu Recht von allen Seiten in der Kritik.
Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hatte gestern geäußert, er halte die Forderungen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach mehr Kinderkrippenplätzen für «kinderfeindlich und ideologisch verblendet». Mütter würden zu “Gebärmaschinen” degradiert, wenn man sie mittels staatlicher Förderung dazu verleite, ihre Kinder schon kurz nach der Geburt in staatliche Einrichtungen zu geben. Die Familienpolitik von der Leyens sei “vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie zu rekrutieren”.
Versachlichung der Diskussion erstrebenswert
Bei all dem sollte eines nicht vergessen werden: die sachliche Argumentation um das Wohl des Wichtigsten in diesem Streit, um das Wohl des Kindes. Weiterhin geht es um die Zukunft der Gesellschaft insgesamt. Eine derartige Bedeutungsschwere verbietet parteipolitische oder ideologische Dogmatik.
Zwar bleibt gerade Mixa in seinen Aussagen dogmatisch, doch wird seine These von der Bedeutung einer möglichst engen Eltern-Kind-Verbindung gestützt von jüngsten Erkenntnissen der Neurobiologie. Diese werden im jetzigen Diskurs zwar nicht explizit erwähnt (schon deshalb nicht, weil sie einigen Akteuren unbekannt sein werden), doch trägt eine Ergänzung um diese wissenschaftlichen Forschungsergebnisse vielleicht zur Versachlichung bei.
Mitleid als Grundvoraussetzung des Zusammenlebens
In dem Buch “Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneuronen” (2005) berichtet der Autor Joachim Bauer, dass nach neuen Befunden aus Experimenten mit bildgebenden Verfahren Gefühlsregungen wie Mitleid einen Ausdruck finden in der Aktivierung bestimmter Neuronen, die in der Lage sind, zur Erfassung der Gefühlslage Anderer den Anstoß zu geben. Bauer nennt diese Neuronen Spiegelneuronen. Sie befähigen den Menschen, sich in die Lage des Anderen hineinzuversetzen – eine Grundvoraussetzung für gelungenes Zusammenleben. Zugleich sorgt ihre Aktivierung für eine Verstärkung der Empathie des Anderen, so dass es zu einer wechselseitigen Stärkung der Empfindsamkeit und damit des moralischen Bewusstseins kommt.
Forderungen nach Stärkung der Familie berechtigt
Nun die für den aktuellen Erziehungsstreit entscheidende These: Bauer behauptet, die wertvollen neuronalen Synapsen werden ausschließlich in der Kindheit ausgebildet, wobei der Eltern-Kind-Beziehung eine überragende Bedeutung zukommt. Nur in der tiefen Vertrautheit von Eltern und Kind – und zwar von Anfang an bis ins Schulalter – konstituiere sich die Grundlage einer natürlichen Moralität. Daraus folgt in der Tat die Berechtigung der Forderung nach einer Stärkung der Familie für die Erziehung künftiger Generationen.
Es ist also keineswegs so, dass es egal wäre, wem die Betreuung der Kinder anvertraut wird. Die vorliegenden Resultate der neurobiologischen Forschung verweisen ohne den Geruch der Dogmatik auf das Primat der familiären Erziehungsleistung. Zum Wohle des Kindes und der künftigen Gesellschaft.
Es gibt in der Natur einen Grundsatz, der da lautet : ” . . . Leben um jeden Preis . . ” .
Darin ist enthalten, daß ein Überleben nur möglich ist, wenn es auch ständig weiter gegeben wird. Weitergeben aber nicht nur in der Art, daß einfach beobachtbar Leben als Leben weiter gegeben wird, sondern selbstredend als Leben mit den spezifischen Eigenheiten. Welche Eigenheiten soll denn ein künftiger junger Mensch schon zeigen können als die , die ihm seine eigenen Eltern mitgegeben haben, gelernt haben, wohlmeinend und liebend anerzogen haben ? Manchmal gehts schief, bei den Menschen ebenso wie bei den Tieren, aber es bleibt die Regel, daß das Verlassen des natürlichen Pfades stets zu Verlust, Schaden, Chaos führt und geführt hat. In der jetzigen Zeit wollen wir Menschen (übrigens nicht über der Natur, sondern ein Teil der Natur !!) einige Spielregeln verändern, mit vermeintlich viel Wissen, viel Verstand – wie sehen denn jetzt unsere Ergebnisse aus ? Europa mit kaum noch Nachwuch (Kindern) ? China mit den “ein-Kind-Familien” und den dann folgenden Problemen ? Und nun haben wir Vorschläge, Kinder zu zeugen und sie dann von irgend jemand betreuen – erziehen – formen zu lassen ? Geht es dann eigentlich nur noch darum, überhaupt viele tausend Menschen groß zu ziehen ?
Damit die Sozialsysteme stimmen ? Menschlich alles gar nicht mehr wichtig ? Und ein Bischof Mixa hat eine Meinung, natürlich eine christliche . . . .