Bereits im Februar hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace zugeschlagen. Aus Protest gegen hohe an Obst und Gemüse wurden drei große deutsche Supermarktketten mit dem “Pestizid-Preis” ausgezeichnet. “Bei Rewe, Tengelmann und Edeka gibt’s das meiste Gift fürs Geld”, fasste Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter zusammen.
Nun legten die Aktivisten nach. Anlässlich des Unternehmertags Lebensmittel in Köln warteten am Dienstag 20 von ihnen am Eingang, um drei überdimensionale Pokale an die Vertreter besagter Unternehmen zu überreichen. Aufschrift: “Maximale Pestizidbelastung 2007″. “Die Pestizid-Pokale sollen Tengelmann, REWE und Edeka daran erinnern, dass sie in Zukunft zumindest die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte für Obst und Gemüse einhalten müssen”, so Greenpeacler Krautter. Bedauerlicherweise fand sich von Kaiser’s-Tengelmann niemand, der die Trophäe hätte entgegennehmen können.
Nur Bio-Ware empfehlenswert
In der Zwischenzeit bemühen sich die PR-Abteilungen der Gift-Verkäufer um Schadensbegrenzung. Die Kaiser’s Tengelmann AG wies darauf hin, dass Greenpeace bei seinen Studien “eine eigene Wertungsdarstellung” zu Grunde legt: “Die negative Bewertung in diesem Einkaufsratgeber beruht ausschließlich auf einer internen Bewertung von Greenpeace.” Immerhin hätte man ja in der Studie bei Produkten wie Nektarinen, Äpfeln und Mangos den ersten Platz belegen können.
Edeka hingegen versucht, die negative Publicity elegant zu umsegeln. “Edeka baut Bio-Sortiment weiter aus”, ließ man die Presse am 14. Februar wissen. Genau einen Tag, nachdem die Testergebnisse von Greenpeace publik wurden. Ähnlich verfährt auch die REWE Group. Der zweitgrößte Lebensmittelhändler hat sich mittlerweile ebenfalls dazu entschlossen, mehr Bio-Produkte feilzubieten und die Nährwert-Angaben in Zukunft gut sichtbar auf den Verpackungsvorderseiten zu platzieren.
Deutlich weniger Pestizidrückstände gebe es laut Greenpeace übrigens bei den Produkten von Aldi, Lidl und Billa, dem “österreichischen REWE”. Uneingeschränkt empfehlenswert sei aber einzig und allein Ware aus biologischem Anbau. Dieser verzichte nämlich komplett auf den Einsatz von Chemie.
(S.W.)
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