“Lieber Al Gore” – ein offener Fanbrief

Ich habe vor kurzem Ihren neuen Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth“ (Eine Unbequeme Wahrheit) im Kino gesehen und war angenehm überrascht. Locker und humorvoll haben Sie sich präsentiert, und trotzdem auf eine eindringliche Art und Weise die Problematik der globalen Erderwärmung erläutert. Der nächste Präsident „Ich war mal der nächste Präsident

gore.jpgIch habe vor kurzem Ihren neuen Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth (Eine Unbequeme Wahrheit) im Kino gesehen und war angenehm überrascht. Locker und humorvoll haben Sie sich präsentiert, und trotzdem auf eine eindringliche Art und Weise die Problematik der globalen Erderwärmung erläutert.

Der nächste Präsident

„Ich war mal der nächste Präsident der Vereinigten Staaten“ sagten Sie am Anfang Ihres Films. Mit dieser Aussage haben Sie nicht nur bei mir alte Erinnerungen geweckt. Auch „Ihr“ Amerika hat diese Worte registriert und interessiert wahrgenommen.

Sie sind tausende Meilen weit durch die Weltgeschichte gereist und haben mit Ihrem Diavortrag für ein stärkeres Umweltbewusstsein geworben. Sie waren in allen amerikanischen Bundesstaaten, aber auch in China und Europa, wo Sie für ihren Vortrag teilweise wie ein Popstar gefeiert wurden.

Wandel des Umweltbewusstseins

Sie haben die Regierung Bush für eine falsche Umweltpolitik kritisiert, jedoch stets mit fairem und humorvollem Unterton. Sie zeigen unzählige Statistiken und erschreckende Bilder, die den Klimawandel der letzten Jahrzehnte dokumentieren. Ich bin nun wirklich kein Fan von Statistiken! Und auch Diavorträge schrecken mich meistens eher ab, weil ich diese bisher immer mit einer guten Portion Eintönigkeit verbunden habe. Im Gegensatz zu Ihren Kritikern, die bezweifeln, ob sich durch Ihre Bemühungen wirklich etwas verändern könnte, finde ich Ihren Vortrag ganz hervorragend. Und kleine Showeinlagen wie z.B. die Zuhilfenahme einer Hebebühne, um an das obere Ende einer graphischen Darstellung der Temperaturanstiege zu kommen, habe ich als sehr auflockernd und angenehm empfunden.

Man kann vieles leugnen, klein reden und verspotten. Den rasend schnellen Klimawandel und seine Folgen für die Menschheit jedoch nicht! Nach dem Hurrikan Katrina hat sich auch das Umweltbewusstsein der Amerikaner ein klein wenig geändert. Man ist sich inzwischen bewusst, dass Umwelt uns alle angeht. Nach dem Kämpfer für Recht, Ordnung und gegen den Terror ist es nun vielleicht an der Zeit, einen Kämpfer für Mutter Natur im stärksten Amt der Welt zu positionieren. Als Sie gegen George W. Bush die amerikanische Präsidentschaftswahl verloren haben, war Umweltpolitik noch nicht „schick“. Dies hat sich inzwischen geändert, nicht zuletzt dank Ihrem Engagement und unerbittlichem Kampfeswillen für eine gesunde Umwelt.

Vielleicht mögen sie die großen Autohersteller nicht, und auch Energiekonzerne und Ölraffinerien werden wahrscheinlich nicht zu Ihren größten Anhängern gehören, jedoch wünschen sich viele Amerikaner wieder einen Präsidentschaftskandidaten namens Al Gore! Wie sie sich auch immer entscheiden mögen, sie haben ja noch bis 2008 Zeit, um zu kandidieren, ich möchte Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihr weiteres Engagement im Kampf gegen den Klimawandel wünschen!

Eine stärkere Sensibilisierung für Mutter Natur kann jedenfalls nicht schaden und diese zu erwirken, ist eine Ihrer herausragenden Gaben.

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