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Web & Technik + Wirtschaft

Markenschutz und Domains

Freitag, den 16. März 2007 um 12:00 Uhr von Michael Gisiger
Süßstoff Splenda; Photo: LonelyBob

Markenschutz und Domains sind ein schwieriges Feld. Aber was bezweckt ein Hersteller eines Süßstoffes mit fast 300 negativ konnotierten Domains? Jeder Markenverantwortliche kennt das Problem: Man hat erfolgreich ein Produkt auch im Netz mit der passenden Domain lanciert und schon sind sie da, die Profiteure und Trittbrettfahrer.

Altbekannt ist das Phänomen, Domains zu registrieren, die eine leicht veränderte Schreibweise aufweisen, damit sich vertippende Surfer plötzlich auf einer ganz anderen Seite wiederfinden. Problematisch wird es dann, wenn ein Produkt oder eine ganze Marke in Misskredit gebracht werden könnte. Wenn sich etwa Einzelpersonen oder Gruppen eine Domain sichern, die aus der Marke und einem (negativen) Zusatz zusammengesetzt ist.
Dagegen kann man entweder reaktiv oder aktiv vorgehen. Reaktiv bedeutet, dass man beobachtet, welche Domains registriert werden und sich dann denselben Namen auf anderen Top Level Domains wie .org, .biz usw. sichert. Aktiv kann man dagegen vorgehen, indem man bereits vorher potenziell «gefährliche» Domains registriert, bevor es jemand anderes tut.

Rabiate “Domain-Offensive”

Wie der Blog «Sustainable is Good» berichtet, haben Johnson & Johnson und Tate & Lyle dies en masse getan. Für den künstlichen Süßer «Splenda» (© J&J), der den Süßstoff Sucralose (von T&L) enthält, haben diese beiden Firmen beinahe 300 negativ konnotierte Domains wie splendakills.net oder sucralosekills.com registriert. Zudem gehen sie aktiv gegen Personen vor, die Domains registrieren, welche die Marke oder den Wirkstoff beinhalten. Beispiele und eine Liste findet sich ebenfalls bei «Sustainable is Good».

Da stellt sich in der Tat die berechtigte Frage, was ist da im Busch? Was wissen die Hersteller, was der Kunde nicht weiss? Anders gefragt: Haben sich das die Markenverantwortlichen auch wirklich gut überlegt? Die aktive Strategie könnte sich ja als Eigentor erweisen. Falls nein, war es wohl ein Patzer. Steckt dahinter jedoch Absicht, dann ist die Frage nach dieser frühen «Krisenkommunikation» wohl berechtigt.

Photo Quelle/ Copyright: LonelyBob, cc creative commons
Attribution-Noncommercial-ShareAlike 2.0 (via flickr)

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