Deutsche Kinder und Jugendliche werden immer blöder, trinken maßlos Alkohol und auch die Kriminalitätsstatistiken dieser Generationen geben keinen Anlass zur Freude! Wenn die “Kurzen” unserer Gesellschaft nicht gerade dabei sind, “Kurze” im “Flatrate”- Angebot zu trinken, sitzen sie vor dem Fernseher und geben sich dort das Restprogramm für bekannte PISA- Ergebnisse in Deutschland.
Ein Blick auf das deutsche Fernsehprogramm gibt Aufschluss über die fortschreitende geistige Armut unseres Landes:
“Big Brother” = zwölf präpubertäre Erwachsene, im Alter von 20 bis 35 Jahren, eingesperrt in einem Container, stets verfolgt von Kameras.
“DSDS” = “Deutschland sucht den Superstar”, brachte die deutschen Superstars Alexander Klaws, Elli Erl und Tobias Regner herraus. Wen??? Genau! Hauptsächliches Gerüst der Sendung ist Juror Dieter Bohlen, der besonders durch harte und oft verletzende Kritik an den jungen Bewerbern auffällt.
“Teenager außer Kontrolle” = Fernsehsendung übernimmt Erziehung von problematischen Kindern, bekannteste Erziehungsmaßnahme ist der “Steinkreis”, in dem das betreffende Kind mit Zelt und Feuerstelle verweilen muss.
“Frauentausch” = Erwachsene Frauen, meist Mütter, tauschen ihre Familien für bestimmte Zeit, um sich am Ende gegenseitig Vorwürfe zu machen, wer nun den schlechteren Haushalt habe.
Stupide Programmgestaltung
Auch alle Gerichts- und Talksendungen zur Mittagszeit spiegeln die nahezu unglaublich oberflächliche und stupide Gestaltung unseres Fernsehprogramms wider. Es ist hinlänglich bekannt, dass man mit Erotik und Gewalt Zuschauer fangen kann und deshalb ist auch alles auf diese Sparte ausgerichtet. Oliver Geißen und Kollegen schlagen auch in diese Kerbe. “Von wem ist mein Kind?”, “Warum hat mein Mann sich in meine Schwester verliebt?” Es scheint, als kämen die TV- Sender ohne dies nicht mehr aus. An Alternativen mangelt es. Denn, wie gesagt, Erotik und Gewalt bringen Quote – an der ultimativen Ausrichtung daran krankt nicht nur die deutsche Fernsehkultur. Die Themen werden von den TV- Sendern selbst vorgegeben. Ob bei Geißen oder Gerichtssendungen wie “Alexander Hold”, sie kommen aus den einzelnen Produktionsstätten.
Niemand möchte wohl ein Fernsehen, das sich ausschließlich von Reportagen und Dokumentationen ernährt. Aber muss denn wirklich die Neue im “Big Brother”- Haus strippend an einer Stange über den Gartenzaun geschwebt kommen? Müssen Spielfilme im Abendprogramm wirklich immer mit Nacktszenen oder wilden Mordgeschichten protzen? Kamen die Filme früher nicht auch ohne dieses übertriebene Maß an Sex und Gewalt aus? Sind wir etwa schon derart abgestumpft und brauchen immer eine Schippe mehr?
Jeder Mensch der jetzigen jungen Generation mag bestimmt Sprüche nicht mehr hören. Dazu zählen: “Sowas gab es damals nicht!”, “Das hätten wir uns nie getraut!” oder der Klassiker “Früher war alles besser!” . Doch wie verteidigt man eine Generation, in der Schule “out”, Flatratesaufen “in” und im Steinkreis sitzende Kinder normal zu sein scheinen?
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Lieber Simon Rettmann,
wenn ich mich recht erinnere, so bist Du sechzehn Jahre alt, gehörst also zu der Generation, von der Du berichtest. Du bist ein Beispiel dafür, dass man nicht nur Flatratesäufer und Hirnlose in Deiner Generation findet.
Und glaub mir, früher war es auch nicht besser oder schlechter als heutzutage, nur anders.
Im Fernsehen ist die Auswahl eher umfangreicher geworden, man findet eigentlich zu fast allen Zeiten für jeden Geschmack etwas, auch die von Dir kritisierten Sendungen haben eine Daseinsberechtigung – sie werden halt von vielen Menschen bevorzugt. Genau wie ich mir nicht vorschreiben lassen möchte, dass Magazine oder Reiseberichte oder Konzerte aus den Programmen verschwinden, gönne ich Anderen ihre Lieblingssendungen – ich muss sie ja nicht anschauen.
Freundlicher Gruß
Klaus Helfrich