BP entschärft eigene CO2-Statistik

An ausgepägtem Ökobewusstsein kommen Unternehmen heutzutage nicht mehr vorbei. Das sieht auch Energiegigant BP so. Bekanntlich steht gar dessen Firmenkürzel seit geraumer Zeit nicht mehr für den ursprünglichen Namen “British Petroleum”, vielmehr geht man jetzt mit dem schmucken Zweiteiler “Beyond Petroleum” hausieren. Als Umweltriese wollten und wollen sich die Briten

396239687_35435c022d.jpgAn ausgepägtem Ökobewusstsein kommen Unternehmen heutzutage nicht mehr vorbei. Das sieht auch Energiegigant BP so. Bekanntlich steht gar dessen Firmenkürzel seit geraumer Zeit nicht mehr für den ursprünglichen Namen “British Petroleum”, vielmehr geht man jetzt mit dem schmucken Zweiteiler “Beyond Petroleum” hausieren. Als Umweltriese wollten und wollen sich die Briten profilieren, mehr in die Entwicklung erneuerbarer Energien investieren. Allein ein kurzer Blick auf die Firmenhomepage vermittelt den Eindruck, man habe es hier mit einer blitzsauberen Umweltorganisation zu tun.

Ob jedoch die jüngste Maßnahme des Weltkonzerns zur Aufhübschung der eigenen Umweltbilanz clever war, darf bezweifelt werden. Man habe im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2005 830 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre geblasen, ließ BP vor einigen Tagen wissen. Zum Vergleich: Ganz Großbritannien und die Niederlande produzieren zusammen ungefähr die gleiche Menge CO2 pro Jahr.

2005 war BP nach eigenen Angaben noch für 1,4 Milliarden Tonnen CO2 verantwortlich, 2006 lediglich noch für 570 Millionen. Eine Reduktion um fast zwei Drittel. Und das geht so: Jegliches Öl und Gas sowie Chemikalien, die BP auf dem Weltmarkt eingekauft hat, ließ man aus der Statistik verschwinden. Nur noch das höchstpersönlich und eigenhändig geförderte Kohlendioxid ließ der Konzern in die Rechnung einfließen. Schließlich habe “die alte Methode die Treibhausgase, für die BP verantwortlich ist, überbewertet”, so John Wells, BP-Vizepräsident für Umweltfragen in The Times: “Der alte Ansatz bezog auch das Öl und Gas ein, das wir handeln. Dies hat zu falschen Zahlen geführt. Die alte Methode hätte niemals so genutzt werden dürfen.”

Für andere handelt es sich dagegen um einen Fall von “kreativer Rechnungsführung”. “BP hat Millionen investiert, um sich als Marke Beyond Petroleum neu zu positionieren und jetzt haben wir es mit einem erneuten Versuch, das eigene Image reinzuwaschen, zu tun”, so Craig Bennett von der Umweltorganisation Friends of the Earth: “In Wahrheit investieren sie noch immer Milliarden, um neue Öl- und Gasquellen zu entdecken, was die Zerstörung des Erdklimas weiter beschleunigt.” Einheitliche Bilanzierungsstandards könnten helfen. Noch aber gibt es die nicht, mit verzerrten Ergebnissen wie diesem muss man also auch in näherer Zukunft rechnen.

(S.W.)

Photo Quelle/ Copyright: bear69designs, cc creative commons Attribution 2.0 (via flickr)

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  1. Noch einmal das leidige Thema “Bewertungen”

    Ich habe diesen Artikel mit sechs Sternen bewertet, er hatte damals schon einen Bewertungsschnitt von sechs Sternen.

    Jetzt ca. eine Stunde später, ist der Schnitt bei 4,3, dazu bedurfte es schon einer oder mehrerer Schlechtbewertungen, die, auch wenn man das Thema kontrovers betrachten möchte, aiuf den Artikel bezogen keine Berechtigung hatten.

    Ich plädiere noch einmal dafür, dass Bewertungen entweder öffentlich gemacht werden oder die Bewerter sich gegenüber RE verifizieren müssen.