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Politik + Vermischtes

CSU kommt nicht zur Ruhe

Sonntag, den 1. April 2007 um 19:29 Uhr von Simon Rettenmaier
Gabriele Pauli reicht Beschwerde beim Deutschen Presserat ein, Photo: dpa

Die CSU kommt einfach nicht mehr zur Ruhe und Grund dafür ist wieder einmal Gabriele Pauli. Nach ihrem Frontalangriff gegen Edmund Stoiber, der schließlich dessen Rücktritt nach sich ziehen sollte, sorgte sie zuletzt mit einem Fotoshooting im Hochglanzmagazin
„Park Avenue“ (RE, 28.03.07) für weitere Unruhen.

Nachdem die ersten Fotos öffentlich wurden und die Reaktionen sich als eher verhalten abzeichneten, legte die Fürther Landrätin bereits den Rückwärtsgang ein und griff das Magazin öffentlich wegen unprofessionellem Verhalten an. Paulis Problem sind nicht etwa die veröffentlichten Fotos, die sie mit Langhaarperücke und Latexhandschuhen und -stiefeln zeigen, sondern vielmehr der von „Park Avenue“ dazu veröffentlichte Begleittext.

„Sie ist unkompliziert. Die Unterhose drückt sich unfotogen unterm Kleid durch? Sie zieht sie aus und lässt sie diskret in ihrer Handtasche verschwinden.“

Pauli klagt an!

Inzwischen dürfte Gabriele Pauli ihr Fotoshooting bereuen, hat sie doch offensichtlich die öffentliche Reaktion darauf fehl eingeschätzt. Jetzt verklagt sie das Magazin und versucht auch in der Öffentlichkeit ihren Ruf zu berichtigen, um wieder als Politikerin und nicht als Modell im Fokus zu stehen.

„Das war eine massive Verletzung meiner Privatsphäre. Ich habe ausdrücklich darum gebeten, dass alle Anwesenden den Raum verlassen. Es muss hier ein gewisser Voyeurismus stattgefunden haben, und das kann ich auf keinen Fall so hinnehmen.“

Desweiteren beruft Pauli den Presserat ein, da sie von Seiten des Magazins „Park Avenue“ eine Verletzung des Pressekodex sieht und bestreitet, dass dem “Park Avenue”-Chefredakteur Andreas Petzold eine Einwilligung zur Veröffentlichung der Bilder vorgelegen habe, wie dieser behauptet.

Wie reagiert die CSU?

Auch wenn es manch einem unbeholfen erscheinen mag, wie sich die Altherrenriege der CSU in dieser Situation verhält, man dürfte hier um die Geschehnisse der letzten Tage dankbar sein. Und so wird nun auch keine Chance ausgelassen, die ungeliebte Landrätin anzuschießen. CSU- Generalsekretär und bekennender Ergebener von Stoiber , Markus Söder, nutzte die Gelegenheit, um Pauli für die Zukunft zu brandmarken: „Ich habe immer befürchtet, dass sich Gabriele Pauli irgendwann zur Tatjana Gsell der CSU entwickelt.“

Und auch Wirtschaftsminister und Bewerber um die Nachfolge für den Parteivorsitz, Erwin Huber, meldete sich zu Wort: „Frau Pauli ist nicht mehr ernst zu nehmen!“ Und zu guter Letzt stellte auch der scheidende Parteivorsitzende und Ministerpräsident Edmund Stoiber fest: „Sie ist nicht die CSU und wird es niemals werden.“

Pauli selbst setzte sich nun in einem Interview mit der Bild am Sonntag zur Wehr und kündigte an, dass sie weitermachen werde, ihre Ämter definitiv nicht zur Verfügung stelle und sie sich ihre Kompetenz nicht wegen schwarzer Handschuhe absprechen lasse.

Nun bleibt für Pauli zu hoffen, dass ihr Einberufen des Presserates von Erfolg gekrönt ist und sie „Park Avenue“ zur Verantwortung ziehen kann. Anderenfalls dürfte sich die ungeliebte Rebellin mit ihrem unüberlegten Fotoshooting selbst einen Bärendienst erwiesen haben, da sich auch der designierte Ministerpräsident Beckstein zu Wort meldete und bekräftigte, dass in seinem zukünftigen Kabinett kein Platz für Pauli sein wird.

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9 Reaktionen zu “CSU kommt nicht zur Ruhe”

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  1. Heinz-Peter Tjaden

    am 1. April 2007 um 19:37 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ist das ein Scherz? Sie ist bei Christiansen doch ganz stolz auf die Fotos gewesen…

  2. Auflage

    am 1. April 2007 um 20:10 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ohne Frau Pauli hätte ich Ihren “Schei” nie gelesen.
    Also, warum kritisieren Sie Sie.?

  3. Karol

    am 1. April 2007 um 20:25 Uhr | Link | Kommentar melden

    Versteh die Einwände nicht ganz.
    Ist aber auch egal! Die Pauli muss weg, die Pauli ist bald weg.
    Sie passt wohl eher zur Oskar-Gregor Partei als zur CSU.
    Und das Sie jetzt anfängt mit Park Avenue rumzustreiten
    passt zu dem ganzen Drama Pauli wie die Faust aufs Auge!

    Feuer frei für die Altherrenriege :-)

  4. Zaungast!

    am 1. April 2007 um 21:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    Zitat: “Anderenfalls dürfte sich die ungeliebte Rebellin mit ihrem unüberlegten Fotoshooting selbst einen Bärendienst erwiesen haben, da sich auch der designierte Ministerpräsident Beckstein zu Wort meldete und bekräftigte, dass in seinem zukünftigen Kabinett kein Platz für Pauli sein wird.”

    Wieso “anderenfalls”? Die Pauli ist weg vom Fenster und sie hat sich selber einen Bärendienst erwiesen! Da ist obige Analyse nicht ehrlich zu sich und uns…

  5. Pierre10

    am 1. April 2007 um 21:54 Uhr | Link | Kommentar melden

    Vielleicht sind es gerade Menschen wie Frau Pauli, die anderen aus der eigenen Partei die Möglichkeit bieten, sich und ihre Meinung darzustellen, sich auch damit zu outen. Zu zeigen, wes Geistes Kind sie sind.

    Frau Pauli hat der Csu einen großen Dienst geleistet, es kann (muss nicht) zur Erneuerung führen, was gerade für diese Partei zum Vorteil wäre.

  6. Erik

    am 1. April 2007 um 22:47 Uhr | Link | Kommentar melden

    manueller tb:
    http://www.ringfahndung.de/archives/reine_machtkritik/fersenlecker_csu_pauli_soeder.html

  7. Christian K.

    am 2. April 2007 um 00:46 Uhr | Link | Kommentar melden

    Schon wieder so eine Boulvardmeldung. Dieser Unsinn vernebelt nur die Sicht auf`s Wesentliche. Nicht über die Pauli, über den Beckstein sollte man schreiben. Abgesehen davon ist es so, daß die Mächtigen zwar den Verrat, aber nicht den Verräter mögen. Darum wurde die Pauli damals vorgeschickt, um sie später schlachten zu können, während der Hintermann….
    Das bringt uns ( mit anderen ) die CSU :
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24984/1.html

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24954/1.html

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/87328

    Und worüber schreibst du ?

  8. Rolf Ehlers

    am 2. April 2007 um 12:34 Uhr | Link | Kommentar melden

    Männer dürfen sich spreizen, auch als Politiker. So viele führen sich auf wie die
    Gockel (Stoiber etc.) und machen noch eine denkbar schlechte Figur.Frauen in der Politik dürfen dagegen nicht spielerisch ihre Reize einsetzen? Und wenn sie so ansehnlich sine wie die kluge Landrätin Pauli, soll sie doch erst recht im ewigen
    Spiel zwischen den Geschlechtern eine kleine Rolle spielen!

  9. Dr. Rafael Korenzecher

    am 2. April 2007 um 16:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    Neben allem anderen was die jüngste Photoorgie der Provinz-Femme-Fatale Pauli und das von ihr bei ihren Selbstdarstellungs-Talkshows den Zuschauern plakativ hergezeigte Fußkettchen über die psychologischen Persönlichkeitsabgründe der Stoiber-Dompteurin offenbaren , ist es vor allem der vorgeführte Mangel an selbstdistanter Urteilskraft, der dieses CSU-Kuckucksei politisch nicht mehr tragfähig macht.

    Vermutlich wird es eben diese Urteilsschwäche sein, die Frau Dr.Pauli zur Zeit noch davon abhält, freiwillig von der politischen Bühne abzutreten, um endgültig mit den Naddels, Kader Loths und Tatjana Gsells unserer bundessrepublikanischen Spaßgesellschaft in die sinnentleerte Glitzerwelt der Yellow Press abzutauchen. Für besonders hartnäckige Exhibitionisten(innen) gibt es auch – dem Dumm-Mach-Fernsehen sei’s gedankt – immer wieder Bedarf im Big-Brother Haus.

    Allerdings bleibt die Befürchtung, dass Deutschland auch trotz des grellen Auftritts der bayerischen Landrätin wohl weiterhin den Superstar wird suchen müssen.

    Freundlichst
    Ihr
    Dr. Rafael Korenzecher

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