Die CSU kommt einfach nicht mehr zur Ruhe und Grund dafür ist wieder einmal Gabriele Pauli. Nach ihrem Frontalangriff gegen Edmund Stoiber, der schließlich dessen Rücktritt nach sich ziehen sollte, sorgte sie zuletzt mit einem Fotoshooting im Hochglanzmagazin
„Park Avenue“ (RE, 28.03.07) für weitere Unruhen.
Nachdem die ersten Fotos öffentlich wurden und die Reaktionen sich als eher verhalten abzeichneten, legte die Fürther Landrätin bereits den Rückwärtsgang ein und griff das Magazin öffentlich wegen unprofessionellem Verhalten an. Paulis Problem sind nicht etwa die veröffentlichten Fotos, die sie mit Langhaarperücke und Latexhandschuhen und -stiefeln zeigen, sondern vielmehr der von „Park Avenue“ dazu veröffentlichte Begleittext.
„Sie ist unkompliziert. Die Unterhose drückt sich unfotogen unterm Kleid durch? Sie zieht sie aus und lässt sie diskret in ihrer Handtasche verschwinden.“
Pauli klagt an!
Inzwischen dürfte Gabriele Pauli ihr Fotoshooting bereuen, hat sie doch offensichtlich die öffentliche Reaktion darauf fehl eingeschätzt. Jetzt verklagt sie das Magazin und versucht auch in der Öffentlichkeit ihren Ruf zu berichtigen, um wieder als Politikerin und nicht als Modell im Fokus zu stehen.
„Das war eine massive Verletzung meiner Privatsphäre. Ich habe ausdrücklich darum gebeten, dass alle Anwesenden den Raum verlassen. Es muss hier ein gewisser Voyeurismus stattgefunden haben, und das kann ich auf keinen Fall so hinnehmen.“
Desweiteren beruft Pauli den Presserat ein, da sie von Seiten des Magazins „Park Avenue“ eine Verletzung des Pressekodex sieht und bestreitet, dass dem “Park Avenue”-Chefredakteur Andreas Petzold eine Einwilligung zur Veröffentlichung der Bilder vorgelegen habe, wie dieser behauptet.
Wie reagiert die CSU?
Auch wenn es manch einem unbeholfen erscheinen mag, wie sich die Altherrenriege der CSU in dieser Situation verhält, man dürfte hier um die Geschehnisse der letzten Tage dankbar sein. Und so wird nun auch keine Chance ausgelassen, die ungeliebte Landrätin anzuschießen. CSU- Generalsekretär und bekennender Ergebener von Stoiber , Markus Söder, nutzte die Gelegenheit, um Pauli für die Zukunft zu brandmarken: „Ich habe immer befürchtet, dass sich Gabriele Pauli irgendwann zur Tatjana Gsell der CSU entwickelt.“
Und auch Wirtschaftsminister und Bewerber um die Nachfolge für den Parteivorsitz, Erwin Huber, meldete sich zu Wort: „Frau Pauli ist nicht mehr ernst zu nehmen!“ Und zu guter Letzt stellte auch der scheidende Parteivorsitzende und Ministerpräsident Edmund Stoiber fest: „Sie ist nicht die CSU und wird es niemals werden.“
Pauli selbst setzte sich nun in einem Interview mit der Bild am Sonntag zur Wehr und kündigte an, dass sie weitermachen werde, ihre Ämter definitiv nicht zur Verfügung stelle und sie sich ihre Kompetenz nicht wegen schwarzer Handschuhe absprechen lasse.
Nun bleibt für Pauli zu hoffen, dass ihr Einberufen des Presserates von Erfolg gekrönt ist und sie „Park Avenue“ zur Verantwortung ziehen kann. Anderenfalls dürfte sich die ungeliebte Rebellin mit ihrem unüberlegten Fotoshooting selbst einen Bärendienst erwiesen haben, da sich auch der designierte Ministerpräsident Beckstein zu Wort meldete und bekräftigte, dass in seinem zukünftigen Kabinett kein Platz für Pauli sein wird.
Ist das ein Scherz? Sie ist bei Christiansen doch ganz stolz auf die Fotos gewesen…